Marc Wilczek
8. April 2014 0
Digitalisierung

Big Data ist weit mehr als nur Datenspeicherung

Das Thema Big Data kommt immer mehr in den Köpfen der Unternehmer an. So beabsichtigen laut einer aktuellen Studie des Marktforschers Gartner 64 Prozent aller befragten Organisationen Big-Data-Projekte ins Leben zu rufen. Schließlich verspricht die Technologie klare Wettbewerbsvorteile durch ein beschleunigtes Reaktionsvermögen auf Marktentwicklungen und Kundenwünsche. Doch sind deutsche Unternehmen überhaupt bereit für die großen Daten?

Große Daten, große Herausforderungen

Die Speicherung der Rohdaten ist in der Regel kein allzu großes Problem: Spätestens seit der Cloud sind Unternehmen in der Lage, die gesammelten Massendaten skalierbar in den Griff zu bekommen und in geeigneten Systemen vorzuhalten. Speziell Technologien wie das Opensource-Framework Hadoop bieten sich dazu prädestiniert an. Verbunden mit den deutlich sinkenden Preisen im Storage-Markt ist die Speicherung daher nicht das eigentliche Sorgenkind. Dies ist jedoch nur der erste Schritt auf einer längeren Reise. Der Kern von Big Data – und auch der eigentliche Mehrwert – erschließt sich erst durch die Korrelation multipler Datenquellen sowie mit der zielorientierten Auswertung relevanter Datensätze. Laut Gartner sieht mehr als die Hälfte der befragten Organisationen genau darin die größte Herausforderung. So ist es nicht verwunderlich, dass derzeit lediglich 12 Prozent der großen Konzerne im Stande sind, ihre eigenen Daten systematisch zu analysieren, wie das Marktforschungsunternehmen Forrester feststellte.

Big Data ist ein Business-Thema

Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Komplexität von Big Data häufig dramatisch unterschätzt wird. Big Data ist keine reine IT-Aufgabe, sondern vielmehr ein Business-Thema. Denn die Technologie dient letztlich dem übergeordneten Zweck, Wettbewerbsvorteile zu generieren und schnellere Entscheidungen treffen zu können als andere. Wer Trends früher erkennt, Kundenbedürfnisse besser versteht und schneller in der Lage ist zu reagieren als andere, wird daraus einen klaren Mehrwert generieren und sich behaupten. Doch das gelingt nur, wenn Unternehmen genau wissen, welche Daten sie benötigen und wie sie diese verknüpfen müssen, um daraus gewinnbringende Informationen zu filtern.

Neben einer umfassenden Big-Data-Strategie, die sich an den übergeordneten Unternehmenszielen orientiert und in der ebendiese Fragen geklärt werden, fehlt aber häufig das Know-how in diesem Bereich. Einige Unternehmen haben bereits begonnen, ihre Aktivitäten in einem internen Center of Excellence zu bündeln, andere müssen diesem Beispiel noch folgen. Denn die Mammutaufgabe Big Data ist ohne ein entsprechendes Kompetenzteam kaum realisierbar. Aus diesem Grund wird die Rolle des Chief Data Officers (CDO) immer wichtiger. Die neue Funktion wurde schon zunehmend in Großunternehmen geschaffen, im internationalen Vergleich hinkt die deutsche Wirtschaft jedoch noch erheblich hinterher.

Von Big Data zum Big Business – mit dem richtigen Partner

IT-Provider und Beratungshäuser, die sich mit den Bereichen Datenmodellierung und -analyse auskennen, unterstützen schon bei der Planung und bringen das nötige Know-how mit. Anhand strukturierter Vorgehensmodelle („Playbook“) und einer eingehenden Analyse der bestehenden Prozesse und Systeme identifizieren sie erfolgreiche Anwendungsbereiche und helfen bei der Implementierung einer Big-Data-Technologie, die den individuellen Anforderungen entspricht. Dabei sollten Unternehmen darauf achten, dass auch der Aspekt IT-Sicherheit elementarer Bestandteil der Strategie ist, bereits von Anbeginn im Design der Lösung verankert ist und sich ganzheitlich durch den IT-Stack zieht, d.h. vom Netzt bis hin zur Applikation.

Deutsche Unternehmen müssen erkennen, dass Big Data über die Implementierung eines einfachen IT-Systems hinaus geht. Stattdessen ist umfassendes Know-how gefragt, um aus der stetig wachsenden Datenmasse über intelligente Algorithmen eben jene Informationen zu filtern, die das eigene Business auch wirklich voran bringen und den entscheidenden Vorsprung vor der Konkurrenz sichern. Nur wer die Chancen, die innovative Technologien wie Big Data bieten, ergreift, wird im Zeitalter des „digitalen Darwinismus“ überleben und langfristig Erfolg haben.

Marc Wilczek

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