Dr. Thomas Keil
16. Dezember 2014 0
Digitalisierung

Big Data Analytics ist mehr Kulturwandel als Use Case

Wenn es DEN überzeugenden Big-Data-Use-Case für eine Branche oder ein Unternehmen gäbe und SAS diesen hätte, würden wir diesen verkaufen. Gelegentlich passiert so etwas, wenn wir mit einem Kunden irgendwo auf der Welt in einem gemeinsamen Projekt etwas solches gemacht haben. In den seltensten Fällen aber lässt sich das aber übertragen: jedes Land, jede Branche und jedes Unternehmen ist anders.

Big Data Analytics bezeichnet vielmehr eine andere Art von Denken: Daten werden in den Mittelpunkt gestellt und in einem eher explorativen Suchen und Ausprobieren können neue Zusammenhänge entdeckt und schließlich produktiv genutzt werden. Es geht also nicht um inkrementelle Verbesserungen bestehender Prozesse, sondern um neue Geschäftsmodell, die mit neuen Technologien und den großen Datenmengen möglich werden.

Ein Big Data Beispiel

Telekommunikationsanbieter betreiben teure und aufwändig ausgestattete Netze. In relativ engmaschigen Gittern müssen UMTS-Masten aufgebaut, betrieben und gewartet werden. Dafür gibt es natürlich Routinen und Vorgehensweisen, die das jeweils optimieren. Das kann auch schon analytisch sein und wird auch gemacht.

Nun weiß ein solcher Mast aber auch, welche Handys sich jeweils konnektieren. Damit ließe sich etwa auswerten, ob besonders viele hochwertig ausgestattete Smartphones in diesem Umkreis verwendet werden – woraus man auf einen besonders hohe Nachfrage nach einem performanten Datennetz schließen könnte. Damit lassen sich Investitionsentscheidungen zum Netzausbau feiner steuern und optimieren.
Ein nächster Schritt wäre die Beobachtung nicht nur der eigenen, sondern auch der Verbindungsqualität der jeweiligen Wettbewerber. Denkbar ist das Erfassen dieser Daten durch eine systematische Befahrung des relevanten Gebiets mit baugleichen Handys, die jeweils mit einem Netz verbunden sind. Hier kommt es insbesondere auf eine schnelle Auswertbarkeit der Daten an. Es nützt nichts, wenn eine Detailanalyse über eine schwache Netzqualität Wochen oder gar Monate alt. Dann kann sich die Situation schon längst wieder geändert haben. Visuelle Datenerkundung mit SAS Visual Analytics kann hier Abhilfe schaffen und auch den Fachbereich in die Lage versetzen, relevante Erkenntnisse sehr schnell zu gewinnen.

Clou an Big Data

Der Clou an Big Data ist aber das kreative Moment, die überraschenden neuen Zusammenhänge. Bleiben wir bei den Sendemasten. Je nach Wetterlage benötigen diese eine andere Sendeleistung. Wenn es gelingt, diese minimalen Schwankungen zu erfassen (was heute bereits getan wird, aber nicht genutzt), entsteht auf einmal ein sehr gutes Netz von Wetterstationen – das man zum Beispiel als ergänzende Datenquelle bei Hochwasserprognosen oder Sturmwarnungen nutzen könnte. Handymasten als Wetterstationen. Dafür gibt es keinen bestehenden Prozess, niemand ist dafür zuständig, es gibt noch keine Vermarktungsmaschine. Es gibt nur die Idee und das Bauchgefühl, das einem sagt: Das könnte sich lohnen.

Big Data Analytics ist mehr ein Kulturwandel als ein konkreter Use Case.

Dr. Thomas Keil

Big – Digital – New
Ihr digitaler “place to go” in Sachen Big Data Analytics.
Die neue SAS Online-Welt www.sas.de

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