Aus Unsicherheiten beim Datenschutz entstehen keine digitalen Champions

Die Consultants der IDC Deutschland haben dieser Tage den Status quo zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in hiesigen Organisationen und Unternehmen abgefragt. Mit wenig überraschenden Fakten: Das Thema gibt, vor allem im Mittelstand, noch viel zu viel her. Es existieren allerorts Unsicherheiten, Unternehmen sind oftmals schlecht auf das Thema vorbereitet. So weit, so bekannt.

Doch dass 23 Prozent der Befragten nicht wissen, wo ihre Daten gespeichert werden, 27 Prozent nicht genau sagen können, wer Zugriff auf personenbezogene Daten hat, 34 Prozent Löschfristen nicht bekannt sind und 37 Prozent der Befragten angeben, dass Dokumente unkontrolliert auf den Fileservern unter der Obhut der Mitarbeiter liegen, nennen die IDC-Fachleute „erschreckend“. Dieser Einschätzung ist leider nichts hinzuzufügen.

Das ist auch deshalb so, weil diese Organisationen mit diesem Ansatz nicht nur auf eine nahende Rechtsverordnung schlecht vorbereitet sind. Sie versagen damit auch mit Blick auf ihre grundsätzliche digitale Fitness und letztendlich Wettbewerbsfähigkeit. Denn in der bereits begonnenen Plattformökonomie gibt es nun einmal eindeutige Schlüsselfaktoren für den Erfolg. Ganz gleich, ob ein Unternehmen datenzentriert oder transaktionszentriert auftritt. Es kann nur gewinnen, wenn Datenaufbereitung und -auswertung einwandfrei funktionieren. Und das sowohl aus rechtlicher als auch aus technologischer Sicht. Um in einem bekannten Bild zu bleiben: Wenn Daten das neue Gold sind, kann man es sich nicht erlauben, diese wie Abfall zu behandeln. Doch auch hier zeichnet die Studie ein anderes Bild.

So setzen erst 51 Prozent der Organisationen auf Datenbankverschlüsselung, 39 Prozent pseudonymisieren oder anonymisieren ihre Daten und bei erst 43 Prozent existiert ein Identity and Access Management. Es herrscht also massiver Nachholbedarf. Denn in der Digitalisierung ändern sich Geschäftsprozesse, interne Abläufe sowie die Anbindung von Kunden und Partnern. Alles ist datenbasiert, deshalb muss auch ausnahmslos jeder Prozess rechtssicher und technologisch sattelfest sein.

Welche Dimensionen dieses Thema hat, zeigt der Blick in die USA. Nunmehr muss der altehrwürdige Supreme Court entscheiden, ob die US-Regierung auf im Ausland gespeicherte Daten von Ausländern zugreifen darf, sofern sie Anbieter aus den Vereinigten Staaten nutzen. Wenn 33 Bundesstaaten eben nicht der Meinung sind, dass cloudbasierte Daten denselben Schutz genießen dürfen wie der Brief in der Schreibtisch-Schublade, dann sollten gerade bei international agierenden Unternehmen die Alarmglocken läuten. Hier stehen Privatsphäre, Datenschutz und Datensicherheit aber auch die Wettbewerbsfähigkeit auf der Kippe. Unser Konzept der Datentreuhänderschaft bekommt damit eine erneute Bestätigung, völlig gleichgültig, wie die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten auch ausfallen wird.

Fazit für mich: Datenschutz und Datensicherheit sind „Full Awareness -Themen“, hier darf es keinen Spielraum, keine Unwägbarkeiten geben. Denn damit steht die digitale Zukunft eines Unternehmens auf dem Spiel.

Weitere Informationen zum Thema „Datenschutz-Grundverordnung“ finden Sie hier.

Mein nächster Beitrag wird ein „Plädoyer für kompetenten Datenschutz-Nachwuchs in Unternehmen“ sein.

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