Auch digitales Wachstum benötigt Datenschutz

Warum Unternehmen auf kompetenten Nachwuchs Wert legen sollten

Der Big Data-Einsatz im Unternehmen ist nach Meinung des Fraunhofer-Instituts das beste Beispiel für die Dringlichkeit von Datenschutz. Einerseits benötigt das Unternehmen die daraus generierten Informationen mehr denn je. Nur so ist die Produktion der Zukunft möglich oder lässt sich der Service optimieren. Und nur damit können Marketers individuell auf einzelne Zielgruppen-Segmente zugeschnittene Werbung aussteuern. Daten sind der unverzichtbare Treibstoff dafür. Andererseits sind die Unternehmen dadurch plötzlich mit einer Vielzahl von Kunden- und Transaktionsdaten konfrontiert, die sie alle strukturiert verarbeiten und speichern müssen. Und nicht erst mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stehen sie damit vor der immensen Herausforderung, dies alles datenschutzkonform zu nutzen, zu speichern und zu löschen.

Jetzt gibt es zwar mittlerweile eine Vielzahl ausgereifter technischer Lösungen und Konzepte, wie etwa Anonymisierungs- und Löschverfahren, Zugriffsrechteorganisation, Integritätsschutz und Angriffssicherheit. Doch die Fraunhofer-Experten argumentieren zurecht, dass deren Entwicklung und Anwendung allerdings an digitale Kompetenzen gekoppelt sind, die derzeit noch ungenügend ausgebildet seien – es mangele also an Datenschutz-Spezialisten in den Unternehmen.

Ein interessanter Aspekt. Denn dass landauf landab Datensicherheit ein Topthema ist, ist längst keine News mehr. Der Fraunhofer-Forscher Prof. Dr. Rüdiger Grimm weist aber zurecht darauf hin, dass dem Thema Datenschutz ein mindestens ebenso hoher Stellenwert eingeräumt werden sollte. Zugleich deckt er diejenigen Felder auf, in denen offenbar deutlicher Handlungsbedarf besteht. Derart müssten Unternehmen ihre IT-Entwickler und -Techniker speziell dafür ausbilden und qualifizieren, um geeignete Anonymisierungsverfahren, Verschlüsselungsmechanismen und Analyseinstrumente zu entwickeln. Sie benötigten darüber hinaus Kenntnisse über Netzwerk- und Speicher-Technologien sowie über ganz neue technische Ansätze wie Blockchain. Diese Skills, so der Fachmann, müssten darüber hinaus als Inhalte der entsprechenden Ausbildungs- und Studiengänge an Hochschulen und Universitäten gelehrt werden. Letztlich sollten die Datenschutz-Verantwortlichen und -Analysten in den Unternehmen in Form einer betrieblichen Weiterbildung geschult werden, um die Daten rechtskonform zu erheben, zu speichern, zu anonymisieren, zu löschen und die Zugriffsrechte entsprechend zu managen.

Dabei sind solche Ausbildungs-Offensiven nicht allein der Tatsache geschuldet, dass Unternehmen damit gesetzlichen Regelungen wie der DSGVO entsprechen. Sondern es ist schlicht eine ökonomische Notwendigkeit. So zeigen bereits verschiedene Bitkom-Umfragen, wie schwer es deutschen Unternehmen fällt, mit der Digitalisierung Schritt zu halten. Die schwierige Fachkräftesituation „gefährdet die digitale Transformation“, sagte zuvor in diesem Jahr der ehemalige Bitkom-Präsident Thorsten Dirks. Um der Problematik entgegenzuwirken, fordert der jetzige Präsident Achim Berg ebenfalls eine digitale Bildungsoffensive: „Alle Bildungseinrichtungen von der Grundschule über Hochschulen bis hin zu Weiterbildungseinrichtungen sollten ihre Curricula und Lehrpläne auf digitale Bildung ausrichten, um die immer wichtiger werdenden Digitalkompetenzen zu stärken“, so Berg.

Und zu solchen Digitalkompetenzen gehören eben auch diejenigen des Datenschutzes. Erst mit Datensicherheit und Datenschutz lassen sich solche vielversprechenden Werkzeuge wie Big Data-Analytics wirkungsvoll einsetzen – alles andere wäre rechtlich grob fahrlässig und gefährdet darüber hinaus das digitale Wachstum.

Weitere Informationen zum Thema „Datenschutz-Grundverordnung“ finden Sie hier.

Um das Thema Datenschutz wird sich auch mein nächster Blog-Beitrag drehen, in dem ich die Gefahren von Cybercrime unter die Lupe nehmen werde.

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