Oliver Nuhn
25. Juni 2018 1
Collaboration

Von Begeisterung bis No-Go in 10 Minuten

Neulich beim Kunden: „Ich bin begeistert von ihrer Telefonanlage aus der Cloud. Eine super Alternative zu unserer bestehenden Lösung. Das ist genau das, was wir schon lange suchen: Eine einfache Lösung, alle Funktionen, die wir brauchen, sogar ein wenig Collaboration, viele Möglichkeiten, um die Lösung selber zu managen, keine Hardware, keine Anpassungen, keine Investitionen. Da muss doch ein Haken sein? Lassen Sie uns über den Preis reden“, sagt der Interessent aus dem mittelständischen Unternehmen. Worauf wir mit dem Hinweis auf den Pay-as-you-use-Ansatz einen Preis nennen, der sich sehen lassen kann. „Wo ist der Vertrag?“

Der Wunsch nach Stabilität

Und wenn sie nicht gestorben sind, … das perfekte Vertriebsmärchen, die Realität ist leider ein wenig verzwickter als die Welt der Collaboration-Märchen. In diesem Fall bekam das tapfere Schneiderlein die Prinzessin doch nicht. Denn nach dem Preis kam nochmal ein gewichtiges Thema auf den Tisch: „Wenn Sie mir jetzt noch versichern, dass sich an der Lösung in den nächsten zehn Jahren nichts mehr ändert, dann unterschreibe ich sofort.“ „Äh, unsere Telefonanlage wird aus der Cloud bereitgestellt. In sechs Monaten kommt das neue Release, die Clients erfahren eine kontinuierliche Weiterentwicklung und regelmäßige Updates. Und danach …“

Wir alle – und da nehme ich mich nicht aus – haben Sehnsucht danach, dass Dinge bleiben, wie sie sind. So wie wir sie kennen. Wir brauchen unverrückbare Fundamente für unser Leben. Gedächtnistrainer empfehlen uns, Standardaufgaben immer gleich zu vollziehen, damit der präfrontale Cortex, der für das Denken verantwortlich ist, entlastet wird. Also je vertrauter wir mit Prozeduren sind, desto einfacher fallen sie uns und diese Routinen entlasten uns für unsere Gehirn“kerntätigkeiten“. Warum sollten wir dieses Prinzip nicht auch auf Collaboration-Systemen anwenden (oder allgemein auf alle Arten von ICT-Unterstützung)? Eine Lösung, die prima funktioniert und einen tollen Preis hat – für immer. Nie mehr Release-Notes lesen, nie mehr neue Funktionalitäten schulen, Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit in einem Status, mit dem alle vertraut sind.

Digitalisierung bedeutet: Das Ausruhen ist vorbei

Klingt geradezu utopisch schön. Wenn die Digitalisierung uns aber eines lehrt, dann dass wir niemals bei dauerhaften Lösungen ankommen. Das Rad dreht sich immer weiter. „ICT semper est reformanda“ möchte man fast das Schlagwort der Reformation aufnehmen. Häufig bedeutet das, dass die Funktionsfülle erweitert wird, manchmal bedeutet das aber auch, dass Funktionsumfänge reduziert werden, denn weniger kann tatsächlich mehr sein (mal ehrlich: Wie viele Ihrer Telefoniefunktionen nutzen Sie denn so?). Tatsache ist aber: Alles ist in Bewegung – und wer sich nicht bewegt, geht irgendwann unter.

So sehr wir also Konstanz und Beständigkeit herbeisehnen, so wenig werden wir sie in dieser agilen Welt bekommen. Gerade, wenn Lösungen aus der Cloud angeboten werden. Denn auch bei den Anbietern herrscht natürlich Wettbewerb und viele Anwenderfirmen sind hungrig nach neuen Möglichkeiten. Und neue Möglichkeiten  bzw. Wettbewerbsdifferenzierung innerhalb der Collaboration-Anbieterschaft geschieht nun einmal auch durch spezifische Vorteile, die andere Anbieter (noch) nicht bieten. Also dreht sich auch im Collaboration-Umfeld das Karussell der Innovation ständig weiter. Und die Cloud erweist sich dabei keineswegs als Bremsschuh. Ganz im Gegenteil. Zentrale Rollouts, wichtige Patches, neue Funktionen – all das lässt sich in einem Cloud-Ansatz in nie gekannter Geschwindigkeit einführen und unternehmensweit umsetzen.

Schwimmen statt sitzen

Stabilität entsteht in der Cloud nicht dadurch, dass alles bleibt, wie es ist, sondern dass etablierte und angenommene Endnutzer-Funktionalitäten erhalten bleiben – auch wenn die Rahmenbedingungen von Business, IT, Markt etc. sich ändern. Oder um es in ein Bild zu fassen: Wir wollen in aller Ruhe auf der Parkbank sitzen, müssen aber schwimmen lernen, denn der Untergrund ist nicht fest, sondern wolkig. Die Dynamik in unserer Zusammenarbeit wächst stetig– und wenn wir ehrlich sind: Sie war schon immer Teil unseres (Geschäfts)Lebens.

1 Kommentar

Ausschlussklausel für Haftung: Diese Kommentare zu unseren Beiträgen spiegeln allein die Meinung einzelner Leser wider. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt T-Systems keinerlei Gewähr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Pflichtfeld

 
 

Twitter

tsystemsde @tsystemsde
T-Systems DE  @tsystemsde
Ohne Pferd, dafür mit Monowalker besuchte #TSystems Mitarbeiter Stefan Spangenberg die historische Stadt Troja. Er… https://t.co/M7yoFxPvrI 
T-Systems DE  @tsystemsde
Apple-Mitgründer @stevewoz, Boxweltmeister Wladimir @Klitschko & die Black Eyed Peas (@bep) – das sind nur einige d… https://t.co/osRn3EWAzJ 
T-Systems DE  @tsystemsde
Satellite data for everyone – The #Copernicus-DIAS-Program makes #Data from Space accessible for all free of charge… https://t.co/pCK2GTSx24 
T-Systems DE  @tsystemsde
Satellitendaten für jeden – das #Copernicus-DIAS-Programm stellt #Daten aus dem All für jeden kostenlos zur Verfügu… https://t.co/2nSWn7jyVS 
T-Systems DE  @tsystemsde
#KünstlicheIntelligenz hat laut einer aktuellen @McKinsey Studie größeres Potenzial für das Wirtschaftswachstum als… https://t.co/jlWZ4Ki7eS 
T-Systems DE  @tsystemsde
Sicherheit und #Cloud lassen sich vereinbaren: Christian Mehrtens @SAPdach über Cloud #Security für den Mittelstand… https://t.co/RAOmEpSl3B