Jutta Rahenbrock
28. März 2019 0
Collaboration

Mobile Prozesse – perfekter Sidekick für Predictive Maintenance

Die Produktionsanlage steht. „Woran liegt es denn jetzt?“, fragt der Produktionsleiter etwas verschnupft, „können sie nicht mal in die Maschine reinschauen und durchmessen? Das ist doch keine Rocket Science!“ Der Servicemitarbeiter der Wartungsfirma zuckt entschuldigend mit den Schultern: „Ich habe keine Messgeräte dabei und muss auch nicht reinschauen. Topaktuelle Echtzeit-Daten ihrer Maschine liegen in unserem Cloud-Backend“. „Und was sagt ihr Cloud-Backend?“ „Ja, da muss ich erstmal bei der Customer Support Line anrufen. Die können für mich darauf zugreifen“.

Der Servicemitarbeiter zückt sein Handy, verbringt ein paar Minuten in der Warteschleife (langsam zeigen sich erste Schweißtröpfchen angesichts des umwölkter werdenden Gesichts seines Gegenüber …). Diese Situation ist natürlich frei erfunden und wurde von zwei Schauspielern nachgestellt. Jegliche Übereinstimmungen mit echten Wartungssituationen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Oder doch?

Predictive Maintenance als Service-Feature

Industrie 4.0 ist in diesen Tagen mehr als nur ein Schlagwort. Analysten beschwören den Mehrwert einer vernetzten Produktion und die herausragende Bedeutung für den Industrie- und Ingenieurstandort Deutschland. Auf der Hannover Messe wird mit Sicherheit in diesen Tagen viel dazu zu sehen sein. Wir werden Rolltreppen, Aufzüge, Raumtrockner, Kompressoren, Großanlagen usw. sehen, die mit Predictive Maintenance, vorausschauender, effizienter Wartung daherkommen. Predictive Maintenance hat sich als ein Geschäftsmodell bzw. ein Service-Feature längst durchgesetzt. Zu offensichtlich sind die Vorteile wie geringere Ausfallzeiten, bessere Maschinenauslastung und neue, nutzungsgerechte Abrechnungsmodelle.

Mobile Collaboration ergänzt Industrie 4.0

Mobile Collaboration ist die perfekte Ergänzung für Predictive Maintenance. Mit Betonung auf „Collaboration“ (immerhin ist dies ja ein Collaboration Blog 😉). Natürlich ist es eine gute Sache, wenn der Servicetechniker kurzerhand und unkompliziert mit jemanden reden kann, der ihn unterstützt, aber die Krone der mobilen Collaboration ist das nicht – auch wenn ich den Wert der zwischenmenschlichen Kommunikation nicht herabwürdigen möchte.

Mobile Prozessintegration

Wäre es nicht viel besser, wenn der Servicetechniker – egal ob er direkt von der Maschinenbaufirma stammt oder als Subauftragnehmer von einem Drittunternehmen stammt – alle notwendigen Werkzeuge und Informationen direkt in seiner eigenen Hand hat…. und möglicherweise sogar seine eigenen Erkenntnisse dem gesammelten Wissen hinzufügen könnte? Wenn sein mobiles Endgerät in die Serviceabläufe integriert ist, statt nur ein autarkes Kommunikationsmittel zu sein, wird das Arbeiten deutlich effizienter. Im oben beschriebenen Fall griffe der Servicetechniker also direkt via App(s) (oder gar progressive Web App) auf die Datenbank zu, die die Originaldaten „seines“ Patienten enthält sowie auf das Cockpit der Analysesoftware. Möglicherweise könnte er sogar einen Software-Patch auslösen, der die Maschine wieder ans Laufen bringt. Nach erfolgter Reparatur/Wartung dokumentiert er die „Changes“, die er vorgenommen hat im zentralen Maschinenverwaltungssystem und teilt diese Daten mit den entsprechenden Systemen seines Kunden.

Mobile Optionen ausschöpfen

Das mobile Endgerät, Handy, Tablet oder was auch immer, wird damit von einem Service-Sidekick zu einem gleichberechtigten Teammitglied in der Servicelandschaft – zu einem Arbeitsgerät wie ein Schraubenschlüssel. Und Mobilität entfesselt ihr wahres Potenzial, indem sie Ressourcen und Funktionen vor Ort verfügbar macht, die Cloud-Ansätze in zentralen Backends gebündelt haben (oder über verschiedene Orte verteilt haben).

Dazu gilt es aber, die Serviceprozesse direkt auch mobil und skalierbar zu konzipieren. Und es gilt noch viel mehr, die mobilen Endgeräte und Zugriffe angemessen abzusichern. Das braucht Intelligenz, die beispielsweise ein System für Unified Endpoint Management oder Enterprise Mobility Management liefern kann. Derart eingesetzt kann Mobilität einzigartige Produktivitätsvorteile erzielen, die sich in höherer Kundenzufriedenheit und Effizienz niederschlagen.

Ob wir jemals eine Schraubenschlüssel-App sehen werden, die den Servicetechniker vom Tragen seines Werkzeugkastens entlastet – das scheint mir eher ins Daniel-Düsentrieb-Universum zu gehören …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Pflichtfeld

 
 

Twitter

tsystemsde @tsystemsde
T-Systems DE  @tsystemsde
#DABEI sein: Für David Rodríguez, DevOps Lead Architect & Agile evangelist bei T-Systems Iberia bedeutet agiles Arb… https://t.co/EyYEZ7kO7m 
T-Systems DE  @tsystemsde
Von der #Lagerverwaltung bis zum #autonomen Lieferfahrzeug: Was #Echtzeit in der #Logistik bringt, erklärt Dr. Nico… https://t.co/6jVpikQQm0 
T-Systems DE  @tsystemsde
Wie profitieren #Produktionsbetriebe von #Echtzeit – jetzt und in Zukunft? Das erklärt Lehrstuhlinhaber und Gründer… https://t.co/EYYnZ7HqXr 
T-Systems DE  @tsystemsde
#CyberSecurity läuft #Datenschutz den Rang ab. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die #DSGVO auch knapp ein Jahr nach… https://t.co/6N4AphazmT 
T-Systems DE  @tsystemsde
Knapp ein Drittel der #CIO's sehen digitale Initiativen als ihre oberste Priorität, doch fehlende Ressourcen stoppe… https://t.co/d4Qy4MHxis 
T-Systems DE  @tsystemsde
#CyberSecurity-Schwachstelle Mensch: Wie können Sie Ihr Unternehmen schützen? Antworten liefert Thomas Masicek (… https://t.co/8MxZdg2WVI 
T-Systems DE  @tsystemsde
Alles spricht über #EdgeComputing – doch zu Recht? @dcinsiderde hat bei Professor Dr. Alexander Benlian von der… https://t.co/iLMHbLTGbd 
T-Systems DE  @tsystemsde
Kata Container vereinen die besten Eigenschaften von virtuellen Maschinen und Docker Containers. #TSystems #Cloud A… https://t.co/Pi2xWTaFEm