Kampf der Collaboration Clients

King Kong gegen Godzilla –bislang wusste ich noch nicht, welch bedeutsame Grundwahrheiten des IT-Lebens dieser Klassiker der B-Movies transportiert. Zum Beispiel in meinem Kampf mit den Clients im Collaboration-Berufsleiden und -leben.

Dass die Business-Welt mobil und agil ist – das wissen wir alle. Zumindest haben wir das mal gehört. Aber was bedeutet das ganz konkret? Nehmen Sie mich: Ich fahre beruflich reichlich mit dem Auto über Deutschlands Autobahnen und beteilige mich während dieser Zeit mehr oder weniger aktiv an verschiedenen Telefonkonferenzen. Neulich aber passierte Folgendes: „Was, wieso bist Du nicht in der Webkonferenz?“ „Ich bin im Auto unterwegs – Verkehrssicherheit und so was …“ „Ja, aber dann können wir ja gleich aufhören. Wie sollen wir denn die Vorlage diskutieren, wenn Du die nicht sehen kannst? …“ Also Webkonferenz. Rechts raus auf den nächsten Parkplatz, schnell noch den Skype-for-Business-Client auf dem Pad installiert, Teilnahme an der Webkonferenz. Entspanntes Aufatmen allenthalten. Kein neuer Termin nötig, keine Nacharbeiten. Haken dran.

Agiles Arbeiten – und wieder ein Client mehr

Agiles Arbeiten, keine Frage. Aber im Zuge dieses agilen Arbeitens habe ich mir kurzerhand den fünften Collaboration Client auf meinem Pad/Smartphone zugelegt. Fünf Stück! Es mag sein, dass ich zu den Privilegierten gehöre – als einer derjenigen, der sich von Berufs wegen mit Telekommunikations- und Collaboration-Lösungen beschäftigt. Je nachdem, mit wem ich gerade in welcher Weise zusammenarbeite, brauche ich einen anderen Client: Jabber, Teams (Cisco), Circuit (Unify), Skype for Business (Microsoft), nfon …

Aus meiner Erfahrung betrachten nur die allerwenigsten Anwender es als Vorrecht, ein und dieselbe Funktion aus mehreren Applikationen zu nutzen – und ich gehöre auch nicht dazu. Geschätzte 98,3 Prozent meiner Kollegen und Bekannten hingegen lieben diese Situation mindestens so sehr wie ungewollt festgestellte SHIFT-Tasten oder allergieauslösenden Pollenflug im Frühling. Soviel zur User Experience …

Best of Breed = Hybrid

Abgeschlossene Suiten sind natürlich eine großartige Lösung für integrierte Systeme. Aber … unsere Business-Collaboration-Welt ist differenziert. Wir nutzen Best-of-Breed-Lösungen und wir arbeiten über Unternehmensgrenzen hinweg. Und der Standard, der in meinem Unternehmen gilt, muss noch lange nicht für meine Partner außerhalb gelten. Frei nach dem Motto: Wenn schon ein Standard, dann meiner – sagt King Kong (Cisco?) zu Godzilla (Microsoft?) 😉. Die Realität ist hybrid. In vielerlei Hinsicht.

Hybrid bedeutet nicht nur, dass wir verschiedene Sourcing-Modelle wie On-Premise-Lösungen mit der Cloud verbinden, sondern hybrid bedeutet eben auch, dass wir verschiedene Datenformate zusammen nutzen und aus einer umfangreichen Angebotspalette von Collaboration-Applikationen verschiedener Hersteller unsere Best-of-Breed-Welt zusammenstellen (vielleicht ist das aber auch nur eine „Multi-Collaboration-Welt“, die nebeneinander her existieren – in Anlehnung an die Multi-Cloud).

APIs als Lösung?

Willkommen in der wunderbaren Welt der Digitalisierung … Der Weg aus dem Tal der Desillusionierung führt durch die Straße der APIs. Nur über standardisierte Schnittstellen, die dauerhaft von den Herstellern unterstützt werden, lassen sich die verschiedenen jeweils bevorzugten Clients unaufwändig integrieren. Der Nutzer bekommt, was er braucht, die Collaboration funktioniert weitgehend reibungslos – auf gut Deutsch: eine gute User Experience. Was das aber für die Pflege der Collaboration-Applikationen hinter den Kulissen bedeutet, schauen wir uns ein andermal an.

Ihr Michael Pauly

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