Heike Riedinger
10. August 2017 0
Collaboration

Kaffee, WLAN und der Digitale Workplace

Knapp hinter frischem Kaffee rangiert das WLAN als Anspruch an einen Arbeitsplatz auf Platz zwei – zumindest, wenn ich meine Kollegen frage. Der „Digital Workplace“, das ist ein Schlagwort, mit dem die meisten nichts anfangen können – und das als Wortmarke so erstrebenswert wirkt wie „Digitalisierung“, „Multi-Cloud Providing“ oder „Real-time Analytics Platform“. Dann schon lieber Erdbeereis mit Sahne. Da weiß man, was man hat.

Palette der Wünsche an den Arbeitsplatz

Redet man aber weiter mit Menschen über ihre Ansprüche an den Arbeitsplatz, dann fallen Aussagen wie „Ich möchte aktuelle Technologien wie Artificial Intelligence einsetzen“, „Ich will einen schnellen Intranet/Internet-Zugang“ (nicht totzukriegen, dieses Thema), „Ich will überall arbeiten können“ oder „Ich will Gerät XY (hier setzen Sie bitte ihr bevorzugtes Smartphone-Modell ein) benutzen“. Dazu kommt dann noch – egal ob digitaler Eingeborener oder Immigrant – der Wunsch zumindest kleinere Probleme selber in den Griff zu bekommen (Self Service). Der Nutzer denkt zuerst an sich – und das ist vollkommen verständlich.

Und die Sicht der IT-Abteilung

Die IT-Abteilung hingegen denkt – nur an sich. Auch das ist legitim. Denn es angesichts dieser Fülle unterschiedlicher Erwartungen allen recht zu machen, grenzt an eine Sisyphos-Arbeit. Standards und Effizienz stehen hier ganz oben auf der Agenda. Die Maschinerie muss weiterlaufen.
Will man beide Standpunkte zusammenbringen, wird der Digital Workplace zum kleinsten gemeinsamen Nenner. Oder vielleicht besser zum Hot Spot der beiderseitigen Erwartungen. Zumindest für den größten Teil der beiden Fronten.

Digital Workplace

Human Transformation statt Digital Workplace Transformation

Unter dem Strich will jeder einen „Digital Workplace“ – er/sie weiß es nur nicht. Ein wohlklingender Name sorgt aber nur moderat für eine stärkere Akzeptanz auf beiden Seiten. Die Vorteile wollen benannt und geklärt werden. Das heißt: ein Digital-Workplace-Projekt ist immer auch ein Kommunikationsprojekt.
Oder ein Human-Change-Management-Projekt.

Die technische Transformation – so sehr sie unseren Kollegen Spaß macht – ist nicht das Ziel, sie ist der Weg. Es bleibt aber nicht bei der Transformation der Technik. Es muss auch immer um die „Transformation“ von Menschen gehen. Um das Umdenken. Nur wenn die Nutzer die Veränderungen mittragen, werden sie unter dem Strich erfolgreich sein. Ein „gutes“ Digital-Workplace-Projekt hat also zurecht den Nutzer mit seinen Ansprüchen und Erwartungen im Fokus – es zeigt aber auch auf, was der Nutzer für seine Arbeit gewinnt. Dann wird er/sie die Veränderungen mitgehen und vielleicht sogar begrüßen.

Der schönste digitale Arbeitsplatz ist nichts wert, wenn die Menschen, die ihn nutzen sollen, nicht wissen, was sie mit ihm anfangen sollen. Also: Schauen Sie auf Ihre Nutzer, dann wird Ihr Projekt erfolgreich.

Am 18. und 19. September werden unser Kollege Thomas Gierich dieses Thema im Gepäck haben, wenn er bei der führenden Veranstaltung für Enterprise Collaboration in Europa, der Enterprise Business Collaboration in Berlin auftritt.

Er freut sich jetzt schon auf die Diskussionen mit Ihnen.

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