Uwe Pacharzina
6. November 2017 0
Collaboration

IRON MAN Live

Freitag Abend – Iron-Man-Time. Immer wieder unterhaltsam anzuschauen, wie aus Tony Stark ein Superheld wird. Und quasi auch ein Lehrfilm für die IT-Treibenden der Gegenwart. Big-Data-Analysen, künstliche Intelligenz, Konnektivität – könnte einem T-Systems-Sales-Pitch entnommen sein.

Worüber ich aber an diesem Freitag Abend am meisten staunte, das war Tonys Arbeitsplatz, an dem er den Iron Man Suit zusammenbaut: Gesten- und Sprachsteuerung sowie Augmented Reality. Tony schlüpft virtuell in den Arm seiner Rüstung, verwirft Notizen mit einer Handbewegung und plaudert angeregt mit Jarvis und Robotern (die ihn bisweilen auch ohne Worte verstehen): „Du brauchst nicht auf mich warten“.

Augmented Reality – keine Science Fiction mehr

2008 noch erschien Augmented Reality wie Science Fiction. Und heute? Heute stoße ich auf Youtube auf eine Sammlung kleiner Videos von Bertrandt Systems (hier) – in denen schon einige Einsatzszenarien für die vielleicht noch futuristisch anmutende Technik live illustriert werden. Virtuelle Bremsentests für Entwicklungszwecke, Platzierung digitaler Karosserieteile auf realen Autos – heute schon möglich.

Veränderung von Arbeitsplätzen, neue Devices

Wenn wir also heute über Arbeitsplätze reden, dann müssen wir auch beginnen über das Bild vom stationären oder mobilen PCs, das Smartphone oder das Tablet hinaus zu denken. In Entwicklungsabteilungen oder Produktionsstraßen, in Leitständen und auf Baustellen – da braucht es bisweilen Ein- und Ausgabegräte, die näher an und in der Realität sind und die damit verbundenen einfacheren, natürlicheren Informationsaufnahme und –weitergabemethoden: Schuhe, Handschuhe, Helme, VR/AR-Equipment – die Bandbreite an real nutzbaren Geräten erweitert sich kontinuierlich. Eine Studie der Uni Konstanz kam zum Ergebnis, dass Mitarbeiter in Leitständen durchschnittlich 18 (!) Devices (sechs für die Eingabe, neun für die Ausgabe, drei für Kommunikation) bedienen müssen. Nachvollziehbar, dass man sich da manchmal ein wenig verloren fühlt; und dass Fehler passieren.

Effizienter arbeiten durch Digitalisierung – reality-based interaction

Augumented realityDie Hinwendung zu einer einfacheren Human-Computer-Interaction ist also kein Spaß á la Google Glass oder iWatch, sondern bisweilen eine betriebliche Notwendigkeit. Zumindest wenn wir von unserem Büroarbeitsplatz wegschauen. Wir leben in einer Zeit, in der die Formfaktoren bereitstehen, die Menschen brauchen, um effizient in einer Post-WIMP*-Welt (Window, Icon, Menu, Pointing Device) zu arbeiten.
Als Desktop Provider, insbesondere als ein Managed Workplace Provider werden vielleicht eines Tages solch experimentelle Devices auch durch unsere Händen laufen – anfangs belächelt, später dann „device as usual“. Mit diesen Devices wird die Arbeit zusehends individueller werden. Wir werden nicht mehr diskutieren, wer welche Software, sondern wer welche Device nutzen darf. Die Zeiten ändern sich. Aber das wussten Sie schon … Ich brauche ja so einen kugelsicheren Fluganzug. Muss ich meine Chefin mal fragen.

[* Der Begriff Post-WIMP stammt aus dem Jahr 2008 (welche Koinzidenz ;)). Robert J.K. Jacob prägte ihn und formulierte ein Rahmenwerk für „reality-based interaction“ für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.]

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