Epileptischer Anfall auf WhatsApp?

Wenn Kinder nachts Krampfanfälle bekommen, dann sind die Eltern zunächst einmal schockiert und malen direkt das Menetekel der Epilepsie an die Wand des Kinderzimmers. Doch meist sind solche Krämpfe harmlos. Jedoch nicht immer. Und als Laien sehnen sich die Eltern nach Klarheit. Aber aus den Schilderungen der Eltern allein können auch erfahrenen Mediziner nicht immer die richtigen Schlüsse ziehen. Am besten ist es, den Krampfzustand direkt zu beobachten.

Schnell ein Video

Das ist heute einfacher denn je – mit einem Smartphone lässt sich ein solcher Krampfanfall einfach und schnell auf Video festhalten. Doch – wie kommt das Video dann zum Arzt? Per WhatsApp? So genannte Consumer-grade Produkte wie WhatsApp bergen große Risiken. Sie eignen sich nicht, um solch sensible Daten weiterzugeben. Datenpannen kosten die Branche jährlich über fünf Milliarden Euro. Auch in anderen Sektoren ist der Schutz von Daten unerlässlich. Neben dem Gesundheitswesen sind vor allem auch Banken und Versicherungen stark gefährdet. Und müssen entsprechende regulatorische Vorgaben erfüllen. Im konkreten Fall müssen die Eltern das Video auf USB oder DVD speichern und dann persönlich beim Arzt vorbeifahren, um eine Diagnose zu bekommen.

Datenschutz im Krankenhaus

Die Gesundheitsbranche ist stark reguliert, was den Umgang mit personenbezogenen Daten angeht. Zu Recht. Auf der anderen Seite – und das zeigt unser Beispiel recht gut – könnten die Errungenschaften der Digitalisierung hier durchaus Vorteile bringen. Die europäische Datenschutzgrundverordnung, die vor einigen Wochen endgültig in Kraft trat, ist ein Fanal, das Unternehmen einmal mehr  für den Schutz der ihnen anvertrauten personenbezogenen Daten sensibilisiert.

Unternehmensverantwortliche (oder auch Krankenhausverantwortliche), die zwischen den Möglichkeiten der Digitalisierung, internen und externen Compliance-Anforderungen stehen, kennen die Situation ganz genau: Sie wissen, dass die überwiegende Menge an Sicherheitsvorfällen auf Fehler der Mitarbeiter zurückzuführen sind.

Analysten bestätigen diese Sicht: 50 bis 70 Prozent der Mitarbeiter in europäischen Unternehmen, so behaupten sie, nutzen unsichere Kommunikationslösungen. Ganz einfach, weil sie etabliert und funktional sind. Der Facebook Messenger und WhatsApp sind die bekanntesten Beispiele. Auch weil der Freundeskreis üblicherweise nicht auf Threema ist – es sei denn, er besteht aus lauter Datensicherheitsexperten und Datenschützern. Das ist eher selten.  Diese Situation ist auch im Krankenhausbetrieb nicht anders. Die meisten Krankenhäusern stellen ihren Mitarbeitern keine spezifischen Lösungen zur Verfügung, deswegen gehen diese den Weg der „Consumerization“ und nutzen halt WhatsApp. Der Messaging Service (und damit das meistgenutzte Feature von Smartphones) hat weltweit immerhin 1,3 Mrd. Nutzer. Das heißt jeder sechste Mensch auf der Erde ist ein WhatsApper.

Mehrwerte von Mobile Messaging erschließen

Den Mehrwert von Mobile Messaging stellt niemand in Frage, genauso wenig auch die potenzielle Unsicherheit der Dienste. Wie nun kann man den Nutzen von Mobile Messaging mit den gesetzlichen Anforderungen verknüpfen?

Indem man dem Messaging-Dienst eine zusätzliche Sicherheitsschicht spendiert. Der Messaging-Dienst selbst ist heutzutage keine „Rocket Science“ mehr.  Er lässt sich leicht reproduzieren. Wichtig ist, dass zusätzliche Sicherheitsfunktionalitäten on top kommen. Dann hat eine mobile Messenger App durchaus das Potenzial, diese revolutionären Potenziale für den Gesundheitsbetrieb zu erschließen. Natürlich gilt es nicht nur, technische Features zur Sicherheit einzuführen, sondern eben auch das ganze Außenherum im Sinne des Datenschutzes zu gestalten. Beispielsweise durch eine Datenablage und ein App-Backend in einem europäischen Rechenzentrum, das von europäischen Personal gemanagt wird.

Neben der höheren Sicherheit profitieren Unternehmen, die solche Messaging-Dienste einsetzen, aber auch von verbesserter Collaboration. Gruppen-Chats und Gästezugänge, Videotelefonate, ja sogar Chatbots lassen sich an solche Lösungen anbinden – und hieven damit die Zusammenarbeit auf ein neues Niveau.

Ein solches Beispiel für einen Messenger, der Dynamik und Sicherheit/Datenschutz verbindet, ist NetSfere. Mit NetSfere lässt sich das obige Szenario leicht modifizieren. Ärzte können die Eltern in einen geschützten Chatroom einladen. Die Eltern können das Video sicher teilen und dann mit dem Arzt direkt chatten oder telefonieren – auf einer Plattform. Damit wird Telemedizin möglich.

Die Entscheiderfabrik, ein deutscher Verband von Entscheidungsträgern aus über 800 Krankenhäusern, die digitale Lösungen für Herausforderungen in Geschäftsprozessen im Gesundheitswesen entwickeln, hat die Chatlösung vor Kurzem aus 12 Vorschlägen zum Digitalisierungsthema des Jahres gekürt. NetSfere wird nun an mehreren deutschen Krankenhäusern erprobt. Na also. Geht doch.

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