Uwe Pacharzina
8. Januar 2018 0
Collaboration

Digitale Transformation auf Snickers-Basis

Bei mir kommt der kleine Hunger zwischendurch am späten Nachmittag, wenn ich im Büro sitze. Oder er befällt mich, wenn ich unterwegs bin – und das Mittagessen ist mal wieder ausgefallen. Dann steuere ich den nächstgelegenen Snack-Automaten an und es gibt ein Snickers oder ein paar Erdnüsse. Ich würde das als „Established Technology“ bezeichnen.

Ich weiß, dass das ernährungsphysiologisch nicht gerade die ideale Lösung ist, aber man kann ihr in punkto Funktionalität kaum was absprechen: Münzen rein, Snickers raus, Hunger weg. Naja, meistens lege ich dann noch nach – wenn ich genügend Kleingeld habe. Aber momentan kann ich mir das mit meinem überschaubaren Hüftgold noch leisten.

Vom Snack zum PC

Stellen wir uns mal vor, dieses „Convenience-Prinzip“ ließe sich auch auf den Digital Workplace übertragen … das wäre digitale Transformation par excellence. Mit einer unglaublichen User Experience. Neulich leerte zum Beispiel mein Kollege seinen Kaffee über meine Tastatur. Kommt in den besten Häusern vor. Aber die Tastatur war nicht mehr benutzbar. Blöd. Um das in Business-Deutsch zusammenzufassen: Reduktion der Produktivität. Nach 1-stündigem Rumfragen und Rummailen fand sich dann ein anderer Kollege, der noch eine Tastatur im Schrank gebunkert hatte.

Digitale Transformation und der frische Arbeitsplatz

SnickersboxDas Konzept des Workplace-Ersatzteil-Automaten hätte mich da schneller ins Ziel gebracht: An zentraler Stelle würde mein Desktop-Dienstleister ein Ersatzteillager bereitstellen. Schließfächer, hinter denen die häufigsten Ausfallteile vorgehalten werden: von Mäusen, über Tastaturen, bis hin zu ganzen Laptops oder Mobiltelefonen. Mithilfe meines Unternehmensausweises oder einer Smartcard kann ich ein (grün beleuchtetes) Schließfach öffnen, den frischen Laptop entnehmen, mein altes, funktionsschwaches Gerät hineinlegen und wieder abschließen. Ein rotes Licht zeigt an, dass nun ein Rückgabe-Teil im Schließfach liegt. Die Kosten für das  Neugerät werden direkt der Kostenstelle belastet (der Kostenstellenverantwortliche gibt das neue Gerät per App-Zustimmung frei). Ich schließe den Laptop ans Netzwerk an, lege meine Smartcard ein und das Gerät wird automatisch im Netzwerk angemeldet. Die nötigen Applikationen und Daten werden aus einem Cloud-Backend bereitgestellt (wo sie auch schon vorher lagen). Das wäre schnell, einfach und im Hintergrund komplett prozessual eingebunden. Hinten komplex, aber vorne einfach, Self Service mit hoher Customer Experience – genauso wie die digitale Transformation das von uns verlangt.
Einmal pro Woche kommt ein Vertreter des Dienstleisters (oder ein beauftragter Logistiker) vorbei, sammelt die Altgeräte ein und füllt die Snackbox, … Verzeihung, die PC-Schließfächer mit frischen Ersatzgeräten nach.  Natürlich auf Basis der unternehmensinternen Standards.

Kostensenkung und bessere User Experience

Damit ließen sich nicht nur Servicekosten senken, sondern vor allem die User Experience dramatisch erhöhen. Im Notfall kann der Nutzer zur Soforthilfe greifen und ist schnell wieder arbeitsfähig. Die Komplexität der Bereitstellung und des Managements bleibt für ihn als Nutzer komplett „hinter der Bühne“. Er muss sich als Nutzer nur um Dinge kümmern, die man ihm tatsächlich zutrauen kann. Gerät wegbringen, holen, Netzkabel einstöpseln, Karte einlegen. Das ist keine Raketentechnologie.

Apropos Zukunftsvision: Solche Abläufe der digitalen Transformation des Arbeitsplatzes lassen sich auch mit einem Dynamic Workplace heute schon mühelos abbilden. Das Konzept haben wir erst kürzlich für einen Kunden auf die Beine gestellt. Damit der kleine Hunger auf ein neues Gerät schnell gestillt werden kann.

Dass wir demnächst für die Rückgabe und das Holen der Geräte ein kleines Roboterheer einsetzen, ist aber ein Gerücht, das ich (bislang) aufs Entschiedenste dementieren muss.

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