Oliver Nuhn
18. Mai 2018 1
Collaboration

Collaboration – To Cloud or not to Cloud?

Mitarbeiterproduktivität. Fragt man Unternehmensvertreter, warum sie Collaboration einführen, dann heißt das Top-Argument meist: Mitarbeiterproduktivität. Eine ziemlich alte Studie amerikanischer Psychologen (aus dem Jahr 2006) behauptet, dass Mitarbeiter jeden Tag acht verschiedene Applikationen verwenden. Die Psychologen folgern, dass durch dieses gedankliche „Umschalten“ zwischen den Applikationen 40 Prozent der Arbeitskraft auf der Strecke bleiben. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das im Jahr 2018 weniger Applikationen (und Apps) sein sollten. Wenn wir das linear extrapolieren, müssten wir wahrscheinlich bei etwa 100 Prozent Arbeitskraft-Verlust rauskommen. Sie können das ja mal im Selbstversuch analysieren.

Die lieben Prozesse …

Integrierte Collaboration soll Mitarbeitern helfen, ihre Arbeit effizienter zu tun – beispielsweise Informationen zu bekommen, ohne lang suchen zu müssen. Zudem verlangen gerade jüngere Mitarbeiter auch Tools für ihre Arbeit, die up to date sind. Thema User Experience. Sie haben keine Lust, langatmige Prozesse zu durchleben (und ich eigentlich auch nicht 😉 ) um ihre Arbeit zu tun, sondern sie wollen schnell relevante Informationen finden. Und solange die künstlichen Intelligenzen noch nicht da sind, wo wir sie uns wünschen, geht das natürlich am einfachsten mit einem schnellen Austausch unter Kollegen.

Die Cloud ermöglicht moderne Collaboration

Traditionelle „Collaboration“-Tools mit traditionellem Sourcing können diese Ansprüche nur bedingt bedienen. Denn Innovation und Bereitstellung von Collaboration Services sind systembedingt ausgebremst, weit entfernt von agilen Methoden. Kein Wunder erwägen Unternehmen die Cloud als Quelle für Collaboration Tools. Laut Forrester sehen 71 Prozent der Verantwortlichen die Zukunft der Collaboration in der Cloud. IDC bekräftigt, wie nicht anders zu erwarten, diese Aussage: 65 Prozent aller UCC-Implementierungen in Unternehmen werden dieses Jahr (2018) bereits Cloud-based sein. Ob das in dem Umfang stimmt, wage ich mal zu bezweifeln, aber … in Kundengesprächen merken wir ganz deutlich, dass die Anwender umdenken. Waren die Kommentare zu Cloud-Bereitstellungsmodellen in der Vergangenheit mehrheitlich kritisch, so werdem sie zunehmend wohlwollend kritisch. Die Cloud als Bereitstellungsmodell ist im „Gesichtsfeld“ der Anwenderunternehmen angekommen.

Collaboration als Service

Der Collaboration-Markt geht in die Cloud. Und dafür gibt es vielfältige Gründe – nicht nur, dass Services schneller und überall (auch mobil) einfach bereitgestellt werden können, sondern auch Cloud-Preismodelle, die im Sinne eines „pay as you use“ gerade in dynamischen Szenarien große Kostenvorteile bringen können. Zudem kaufen Nutzer (und interne IT-Einheiten) mit dem Collaboration Service aus der Cloud das komplette Infrastrukturmanagement ein, inklusive Patching, Upgrades und Sicherheit. Das nötige Know-how für die Installation solch komplexer Systeme, die Migration in bestehende Infrastrukturen und den sicheren Betrieb fällt durch die Cloud aus der Gleichung der Collaboration-Nutzung – und damit auch aus den Verantwortlichkeiten hinter den Kulissen – heraus. Mit der Cloud stellen sich Unternehmen agiler und zukunftssicher auf (beispielsweise für Kommunikationsinfrastrukturen ausschließlich auf IP-Basis).

Und das nicht nur intern, sondern auch in den Partner-Ökosystemen, über die gemeinsam Kunden betreut werden. Denn für eine gute Customer Experience sind kurze Wege hinter den Kulissen entscheidend. Ich als Kunde möchte nicht stundenlang vertröstet werden, wenn ich Hilfe brauche. Oder an eine andere Adresse verwiesen werden, weil der entsprechende Teilprozess in fremden Händen liegt („Im Prinzip sind wir zuständig, aber für ihr konkretes Problem müssen Sie sich an unseren Servicepartner wenden …“). Sie vermutlich auch nicht.

Collaboration Services, die die Zusammenarbeit auch über Unternehmensgrenzen hinweg orchestrieren, sind dazu ein wichtiges Hilfsmittel. Digitale Transformation mit Collaboration – ein klares Ja. Die Cloud ist dafür eine wichtige Komponente.

1 Kommentar

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    Martin Reti 18. Mai 2018 17:50

    Sehr refelektiert – wohltuend nicht nur dieses „Alles gut macht die Cloud“ zu lesen

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