Uwe Pacharzina
17. April 2018 2
Collaboration

Arbeiten im Autopilot-Modus

Autopilot – das kannte ich bislang nur aus den Filmen, in denen der Kapitän des Flugzeugs eine Lebensmittelvergiftung hat und nun einer der Passagiere ran muss, um eine Katastrophe zu verhindern. „Landen kann der Autopilot nicht, aber wir können Ihnen vom Tower aus helfen …“ Und die Zuschauer beginnen zu bangen.

„Paket für Sie …“

Der eilige Postbote lässt mich an meiner Haustüre schnell auf seinem Display unterschreiben und drückt mir einen Karton in die Hand. Darin ist mein neues Windows 10-Notebook. Jungfräulich bis auf ein “Crapware“ freies Image von Windows 10.

Der AutoPilot übernimmt

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Auf der Azure Cloud „existiert“ mein Notebook bereits – als virtuelle Idee. Dort ist eine Geräte-ID für genau dieses mein Notebook hinterlegt. Ich schalte mein neues Gerät ein, melde es in meinem Heim-Netzwerk an und es verbindet sich über das Internet mit der Azure Cloud. Ich gebe meine E-Mail-Adresse und mein Passwort ein und los geht’s. Alle Services, die mein Unternehmen für mich vorgesehen hat, werden automatisch installiert: Firewalleinstellungen, Virenschutz, Office-Paket, etc. Im Zero‑Touch-Modus. Auf gut Deutsch: für Technikverneiner.

Willkommen in der Zukunft

User Experienxe Das wirkt jetzt ein wenig wie das Kaninchen, das der Zauberer aus dem leeren Hut zieht, trifft aber die „Microsoft 365“-Verheißung ganz gut. Nach kurzer Zeit (Willkommen in der Zukunft) kann ich arbeiten. Zumindest mit den Basisdiensten – ich habe ein komplettes Office, einen Virenschutz (Windows Defender) und ein gemanagtes Gerät (Mobile Device Management). Aber das ist ja schon was. Weitere Dienste kann ich aus dem „Store for Business“ beziehen. Intune als Management macht es möglich. Brillant.

Allerdings – was ist mit meinem SAP oder VPN-Client? Oder den Spezial-Applikationen meines Fachbereichs? Microsoft lebt in der cloud-nativen Webwelt und die obere Kante der Möglichkeiten ist erreicht. Und das cloud-native Denken prallt hart an meiner Legacy-Realität auf. Entweder finde ich einen Weg, die Dienste als Web Services direkt über den Browser zu nutzen (Verbesserungsvorschlag an meinen Arbeitgeber zur weiteren Digitalisierung) oder mein Unternehmen muss sich darum kümmern, dass sie lokal installiert werden. Dafür brauche ich entweder ein Softwareverteilungssystem (z.B. System Center Configuration Manager [SCCM]) oder eben einen unabhängigen Dritten, der für mich alle Legacy-Applikationen über dieses Co-Management installiert.

Gleichzeitig muss ich mir als Mitarbeiter eines sicherheitsbewussten Unternehmens auch Gedanken über die Datenablage machen. In diesem Fall ist OneDrive vielleicht nicht mein ganzes Universum der Datenspeicherung. Ein hybrides Datenablagekonzept gibt meinen vertraulichen oder personenbezogenen Daten eine Heimat.

Public Cloud Services als Basis

Klar ist, dass ein solches radikales Bereitstellungs- und Managementkonzept sich nur an Unternehmen richtet, die eine hohe Cloud-Affinität haben. Sie erhalten Arbeitsplätze im „Blindflug“ oder besser: auf die einfachste denkbare Weise. Doppelt clever von Microsoft: Sie bieten den Firmen und Nutzern ein Erlebnis des Prädikats supersimple. Auf der anderen Seite festigen die Redmonder damit aber auch ihre Plattform als die maßgebliche Arbeits- und Collaboration-Plattform im Enterprise-Umfeld. Sie transferieren ganz elegant ihre starke Marktposition in die Digitalisierungsära. Vielleicht bauen sie sie sogar aus. Sagt man nicht: Wer die Plattform besitzt, der hat die Macht im 21. Jahrhundert? Die Bewertung überlasse ich den Analysten. Auf jeden Fall macht diese Konzept kürzere Bereitstellungslaufzeiten möglich.

Mir hat der virtuelle Rollout (wäre er tatsächlich so erfolgt) Spaß gemacht. Wahlweise funktioniert das übrigens auch auf anderen Endgeräten – ich hätte also auch ein Smartphone oder ein Tablet bekommen können. Vielleicht versuche ich das mal nächste Woche – dann aber echt 😉

2 Kommentare

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  • Ich denke ein Kunde der Public Cloud Services nutzt hat keine generellen Bedenken bzgl. der Sicherheit seiner Daten. Ausnahmen sind sicherlich zu sehen bei Daten die strictly confidential sind und in denen Daten seines IPR enthalten sind, gibt es dafür einen additiven Bedarf?

    •  
      Uwe Pacharzina 17. April 2018 11:13

      Das sehe ich genau so. Für vertrauliche und schützenswerte Daten sind passenden Hybrid-Lösungen vorhanden. Die Public Cloud wird aber immer stärker nachgefragt; auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und der Flexibilität.

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