Frank Strecker
6. November 2018 1
Cloud

Welche Cloud für welche Daten?

80 Prozent der Organisationen in Europa sind laut einer Studie von IDC bereits auf dem Weg in die Cloud. Doch noch sind sich viele Unternehmen unsicher, wie sie am besten vorgehen. Ein wesentlicher Aspekt im Rahmen der Strategieentwicklung ist die Überlegung, welche Cloud sich am besten für welche Daten eignet.

Kritische Daten in der Nähe behalten

Geschäftskritische und personenbezogene Daten brauchen – insbesondere in Anbetracht der EU-DSGVO – besonderen Schutz und höchste Sicherheitsstandards. Die betreffenden Anwendungen wie ERP, CRM und Supply Chain Management sind daher in einer Private Cloud oder on premise gut aufgehoben. Auch produktionsrelevante Daten in Industrie-4.0-Umgebungen sollten Unternehmen für eine geringe Latenz möglichst in der Nähe speichern – entweder im eigenen Data Center oder über Edge Computing nahe der Produktionsstätte. Diese Variante erlaubt zudem nahtlose Echtzeitkommunikation und -kollaboration, die für effizientere und schnellere Workflows sorgt.

Deutsche Anbieter für Flexibilität und Datenschutz

Software-as-a-Service-Anwendungen für Marketing Automation und Datensicherung sowie Backup-Zielmedien erfordern einen flexiblen Zugang sowie gesicherte Performance und lenken den Blick daher in Richtung Public Cloud. Da es jedoch teilweise auch um sensible Daten geht, sollten sich auf Anbieter aus Deutschland konzentrieren. Denn US-Anbieter müssen personenbezogene Daten auf Basis des CLOUD-Acts an amerikanische Behörden herausgeben – auch wenn sie deutsche Standorte haben – und das oft ohne die Nutzer darüber zu informieren. Bis die Europäische Union und die USA ein Abkommen ausgehandelt haben, das der EU-DSGVO gerecht wird, sind Unternehmen nur mit einem deutschen Cloud-Anbieter auf der sicheren Seite.

Public Cloud für Performance und Skalierbarkeit

Die Bereiche Collaboration, Projektmanagement, IT Service Management, Development/Testing und Security müssen häufig hochskalierbar sein und benötigen darüber hinaus einen schnellen Zugriff; sensible Daten sind hier nicht unbedingt involviert. Darum eignet sich dafür am besten eine Public-Cloud-Variante. Das kann die Open Telekom Cloud sein, das eigene Public-Cloud-Angebot der Telekom, aber auch Plattformen von sogenannten Hyperscalern. Darunter versteht man große Cloud-Anbieter wie Amazon oder Microsoft, deren Plattformen AWS oder Microsoft Azure T-Systems für Kunden auch managen kann.

Rund-um-Service dank Managed Cloud

Neben dem Speicherort der Daten ist auch der damit verbundene Verwaltungsaufwand für eine passende Strategie relevant. Wer noch Beratungsbedarf oder schlicht zu wenig IT-Ressourcen zur Verfügung hat, um sich selbst um Patches, Updates oder Monitoring zu kümmern, sollte eine Managed Cloud erwägen. Dafür gibt es Varianten aus den Bereichen Private, Public und Hybrid Cloud.

Wer sich jetzt noch unsicher ist, welche Variante oder Kombination das eigene Business optimal unterstützt, sollte jetzt einen Termin mit einem IT-Berater seines Vertrauens vereinbaren und das Projekt Multi-Cloud strategisch angehen.

Ihr

Frank Strecker

1 Kommentar

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    Martin Reti 15. November 2018 11:49

    Woher kommt denn die Aussage, dass 80% der europäischen Unternehmen auf dem Weg in die Cloud sind? In der verlinkten Studie habe ich diese Zahl auf Anhieb nicht finden können. Diese Studie deckt vielmehr Aussagen zum Multi-Cloud-Angang europäischer Unternehmen ab. Das ist durchaus interessant und hat auch einen direkten Themenbezug zum Post, aber es belegt nicht die 80%. Wurde hier eine andere Studie herangezogen? Wäre super, wenn Sie das klären könnten?

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