Dr. Michael Pauly
13. Juni 2014 2
Cloud

Artenvielfalt

Logisches Denken und klare, rationale Strukturen beherrschen die IT. Weit gefehlt! Bei genauer Betrachtung ist manches Biotop mit seiner Artenvielfalt organisierter als die ein oder andere Unternehmens-IT. Und Cloud Computing ist nicht ganz unschuldig daran.

Nicht bei mir werden Sie sagen. Bei uns im Unternehmen herrschen klar definierte Standards und Prozesse. Stimmt! Aber weiß das der Nutzer auch? Und was noch wichtiger ist. Hält er sich auch daran? Ist wirklich niemand im Unternehmen, der sich etwas eigene IT gönnt, so nach dem Motto: „Do-IT-yourself“. Self-Service gehört doch heute fast schon zum guten Ton.

Do-IT-yourself

Mhmm, eigentlich ist das, wenn es hin und wieder mal ausprobiert wird nicht sehr schlimm, oder? Ärgerlich und meist auch „gefährlich“ wird es für die IT-Abteilung, wenn sich solche Strukturen etablieren und verselbständigen. Wenn die aus der Cloud genutzte Infrastruktur zum Normalfall und nicht zur Ausnahme wird. Doch was ist dann zu tun?

Da fallen mir auf Anhieb drei Dinge ein: verbieten, überführen oder weiternutzen. Die erste Variante ist diejenige, die am wenigsten Erfolg verspricht. Denn irgendeinen „gewichtigen“ Grund gibt es ja für ein solches Verhalten. Sei es, dass der Service so im Unternehmen nicht zur Verfügung steht, er zu schwierig zu bedienen oder zu langsam ist, oder …

Auch die Option die Nutzung zu „legitimieren“ ist nicht wirklich immer die Beste. Denn meist kommen bei dieser Variante manch mühsam aufgestellte Compliance- oder Sicherheitsvorschrift zu kurz. Mal ganz abgesehen davon, dass sich so mancher Cloud-Service nicht automatisch in bestehende Prozesse und IT lässt.

Also bleibt, wie so häufig im Leben, nur die „goldene“ Mitte. D.h. es bleibt mir nur bereits genutzte Cloud-Services – wenn notwendig und sinnvoll – zu überführen und den Vorgaben entsprechend weiterzunutzen. Und damit sind wir auch dem von einigen Analysten beäugten und in der Realität bereits im IaaS-Bereich eingesetzten und angebotenen Cloud Broker.

Lets broke IaaS

Damit ist es möglich virtuelle Maschinen von einer Cloud in die andere zu verpflanzen. Sei es wie die neue Wolke günstiger, schneller oder sicherer ist. Die Wahl liegt hier beim Anwender. Das hört sich nicht nur einfach an. Es ist es auch. In den meisten Fällen, wenn man den einen oder anderen Punkt berücksichtigt.

Wie immer ist das von Unternehmen zu Unternehmen, von Einsatz zu Einsatz, unterschiedlich. Angefangen bei der Datenmenge, die dabei bewegt werden soll, bis hin zu den Lizenzen von z.B. Betriebssystemen, die der (alte) Cloud-Provider mir zur Verfügung gestellt hat und der neue nun auch noch mal verkaufen möchte.

Mein Fazit: Um die (manchmal wuchernde) (Cloud-)Artenvielfalt in Unternehmen etwas einzudämmen, macht es wirklich Sinn, sich IaaS-Cloud-Broker näher anzusehen. Aber auch hierbei sind einige Dinge zu beachten, damit nachher alles wieder in klaren und rationalen Strukturen läuft. Denn, „Artenvielfalt“ gehört, so meine Meinung, in die Natur und nicht in die IT. In diesem Sinne.

Ihr Michael Pauly

2 Kommentare

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  • Sehr guter Beitrag, ich kenne dieses Problem der Cloud-Artenvielfalt in Unternehmen aus meinem eigenen Arbeitsumfeld gut. Dies stellt aber gerade deshalb ein Problem dar, da die Nutzung von Cloud Computing in den vergangenen Jahren doch stark gestiegen ist (und weiterhin steigt, trotz NSA-Skandal). Klar, kann ja auch sehr praktisch für die Arbeit im Unternehmen sein, erübrigt sich allerdings wieder, wenn in einem Unternehmen unterschiedliche Clouds eingesetzt werden!

  • Dr. Michael Pauly
    Dr. Michael Pauly 23. Juni 2014 8:54

    Vielen Dank für den guten Kommentar. Cloud Computing bietet unumstritten sehr viele Vorteile, die sich jedoch bei einer Multi-Cloud-Nutzung sehr leicht in Nachteile umwandeln können. Deshalb sollte meiner Meinung nach bereits heute in IT-Abteilungen der Unternehmen nicht nur über BYOD, sondern auch über das Modell „Choose Your Own Cloud“ (CYOC) diskutiert werden. Vielleicht haben wir dann noch die Möglichkeit die Cloud-(Schatten-)Nutzung in „klare“ Bahnen zu lenken.

    Ihr Michael Pauly

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