Hermann Hänle
9. Juli 2015 4
Automotive

T-Systems beim Daimler EDM CAE Forum

Von der Lust des virtuellen Crashs
Wie bedeutend IT für die Entwicklung neuer Automobile ist, zeigt das Daimler EDM CAE Forum am 22. und 23. Juli auf der Stuttgarter Messe. T-Systems ist mit acht Ständen und drei Vorträgen am Start. Weitere Details gibt es hier.

Daimler

Es war einmal…

…im August 1888 verschworen sich Bertha Benz und ihre Söhne gegen den Vater: Zu Beginn der Sommerferien stahlen sie kurzerhand dessen Erfindung, den Patent Motorwagen No.3, und unterzogen die Benzinkutsche einem Livetest. Sie fuhren über 100 Kilometer von Mannheim nach Pforzheim, Reparaturen mit Hutnadel und Strumpfband inklusive.

Automotive ohne IT – unvorstellbar

Unvorstellbar wären nicht nur die McGyver-artigen Reparaturen heute. Während Gottlieb Daimler und Carl Benz ausschließlich auf Handwerk und „Live-Testing“ setzten, geht heute ohne IT-Unterstützung gar nichts mehr. Kein Wunder, Automobil-Hersteller sind ja auch schon längst keine Garagenfirmen mehr mit überschaubarem Personalbestand, sondern multinationale Konzerne, in denen Tausende von Menschen mit Detailbeiträgen an der Entwicklung der jeweils neuen Automobil-Generation mitwirken.

Rundumblick auf neueste IT-Trends für Automotive

Welche Rolle in der Automobilbranche die Zusammenarbeit im Netzwerk von Lieferanten und OEM spielt, werden wir aktuell wieder einmal aus der ersten Reihe beobachten: Das Daimler EDM CAE Forum in der Messe Stuttgart lockt – fast auf den Tag genau 127 Jahre nach Bertha Benz‘ legendärer Fahrt – ca. 4000 Teilnehmer an. Es verschafft den Besuchern einen imposanten Rundum-Blick über Automotive-Lösungen – von etabliert über state of the art bis hin zu zukünftigen Standards. Eine Messe allein um das Thema CAE (computer aided engineering) – das zeigt doch recht deutlich, welche Bedeutung die IT mittlerweile für die Entwicklung eines Autos gewonnen hat. Ganz zu schweigen von ihren Impulsen für Betrieb und Service.

100-mal splitterfrei gegen die Wand: Computer Aided Engineering

Auch heute noch werden Autos in Windkanäle gestellt oder gegen Wände gefahren, um valide Aussagen zur Sicherheit oder Wirtschaftlichkeit zu erhalten, aber die Dummies sitzen immer häufiger in der Kaffeeküche beisammen und witzeln über vergangene Zeiten, als ein Dummy noch ein echter Mann war ;). Die virtuelle Alternative hat sich bei allen Herstellern längst etabliert – nicht nur weil es immer wieder wehtut, ein Auto zu verlieren, sondern auch wegen der damit verbundenen Kosten. Immer ausgefeilter werden die Methoden, um verschiedenste „Was wäre, wenn“-Szenarien durchzuspielen in puncto passiver und aktiver Sicherheit, Betriebsfestigkeit der Karosserie, Klimatisierung, elektromagnetischer Verträglichkeit, Motorenprozesse und, und, und …

Cloud macht auch vor CAE nicht Halt

Bislang wurden solche IT-Lösungen für Simulation und Entwicklung im klassischen Software-Lizenzmodus angeboten. Hohe Kosten in der Anschaffung, dauerhafte Kosten für den Betrieb –unabhängig davon, ob und wie stark die Software genutzt wird. Kleineren Ingenieurbüros, die an Großprojekten mitarbeiten wollten (und auch die entsprechende Kompetenz mitbrachten), blieb angesichts der Kosten dann bisweilen nur das Zuschauen. Mit knirschenden Zähnen.
Cloud-Verrechnungs- und Bezugsmodelle ändern das jetzt. Genauso wie Systeme für Product Lifecycle Management nach Bedarf und ohne eigene Investitionen verfügbar werden, kommen nun auch CAE-Nutzer in den Genuss der bedarfsgerechten Nutzung entsprechender Systeme.

Mit T-Systems live in den virtuellen Windkanal

Karl-Heinz Hierholz und Christer Neimöck werden auf dem Forum mit einem Fachvortrag erläutern, was derartige Angebote heute schon leisten können. Einen Live-Einsatz für CAE im Zusammenspiel mit Augmented-Reality-Funktionen zeigen wir an unserem Stand: einen virtuellen Windkanal. Auf einem Triathlon-Rad machen Sie eine Tour durch den Schwarzwald – und die Zuschauer sehen live, wie Sie sich im Gegenwind schlagen.
Was wohl Carl Benz – angesichts seiner klammen Finanzsituation – zu den Lösungen aus der Cloud gesagt hätte? Immerhin hätte der Computer ihm von Vornherein einiges an Stress und Ärger ersparen können – gerade auch weil jedes Teil noch mühevoll in Handarbeit zu fertigen war. Womöglich wäre das Auto noch schneller erwachsen geworden? Fantasterei – an Konrad Zuse (geb. 1910) war noch lange nicht zu denken 😉 2015 aber sind Automotive und IT längst mehr als eine Liaison eingegangen.

4 Kommentare

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  •  
    www.dachbox365.de 31. Juli 2015 9:55

    Mich würden in Zusammenhang mit Mercedes Benz Tests zu deren eigenen Dachboxen interessieren? Wird so etwas auch im Rahmen von CAE getestet bzw. untersucht?

    Viele Grüße

    Damian

    • Hermann Hänle
      Hermann Hänle 31. Juli 2015 13:51

      Vielen Dank für Ihre Nachricht. Auf dem EDM CAE FORUM haben wir in unseren vielen spannenden Gesprächen zum Thema CAEaaS das Thema Dachbox nicht gestreift – nichts desto trotz ist es möglich über das Auto hinaus auch Zubehörteile zu rechnen und zu simulieren – auch Dachboxen und wie diese in der Strömung liegen. Falls ich mehr darüber erfahre, lasse ich Ihnen die Info zukommen. VG, Hermann HÄNLE

  •  
    Erik Schnabel 24. Januar 2016 16:34

    Wow interessanter beeindruckender Artikel!
    Weiter so, lg Erik

  •  
    Erik Schnabel 24. Januar 2016 16:53

    Klasse weiter so!

    LG Erik

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