Hermann Hänle
5. Dezember 2018 0
Automotive

Smarter Staub für smarten Verkehr

Smart ist eines der Schlagworte, mit dem der Sprung in die Digitalisierung gerne gekennzeichnet wird. Auch in der Automobilindustrie (Autonomobilindustrie?) sind wir mit dem „Smart“ gut vertraut. Smart Cars (Sonderfall: Smart Smarts?), Smart Factories, Smart Cities, Smart Parking – wir könnten eine branchenspezifische Enzyklopädie der Smartheit befüllen.

Autos mit verteilter Intelligenz

Autos haben in den letzten Jahren deutlich an Intelligenz gewonnen. Ein Ende ist aber – schon allein wegen des Trends zum autonomen Fahren – nicht abzusehen. Gegenwärtig kommt ein Teil der Intelligenz von innen, ein Teil von außen – aus Cloud-Infrastrukturen im Backend. Welche Rolle Edge Computing und leistungsfähige Netze für eine angemessene Intelligenz spielen, hatte ich ja schon beschrieben.
In der Digitalisierung ist man aber gut beraten, über das eigene Universum hinauszudenken. Der Blick über den Karosserierand wird zum entscheidenden Kriterium für zukünftige Services und die Mobilität der Zukunft: Intermodalität, aber auch smarter Verkehr bzw. – noch eine Ebene höher – smarte Städte sind Ideen, die nur im Zusammenspiel vieler Komponenten gelingen können. Neue Services für zukünftige Businessmodelle müssen den Bezugsrahmen Auto sprengen und Mehrwerte durch Integration in andere Lebenssituationen schaffen.

Mobilität ist mehr als intelligente Autos

Es wird klar – das intelligente oder smarte Auto alleine kann die Vision der mobilen Zukunft nicht realisieren. Car2X ist einer der Ansätze, um das Auto als integralen Bestandteil smarter Städte zu verstehen. Pilotprojekte mit intelligenten Verkehrsschildern, Leitsystemen und Ampelanlagen zeigen den Weg dorthin. Noch mehr Technologie, noch mehr Installationen.
Dabei könnten die Infrastrukturen, die bereits für den Autoverkehr vorgesehen sind, durchaus auch eine Rolle für den smarten Verkehr spielen. Warum nicht mal über smarte Straßen nachdenken?

Ideen für smarte Straßen

Die britische National Infrastructure Commission lud zum Ideenwettbewerb und dabei kamen Dinge wie dynamische Straßenränder (je nach Tageszeit mal Radweg, mal Ladefläche etc.), energiegewinnende Bürgersteige (Fußgänger erzeugen mit ihren Schritten elektrische Energie) oder Sensoren in der Straße ans Tageslicht.
Sensoren in der Straße? Das erinnert mich an Smart Dust: Vollständige Minicomputer mit einer Größe von einem Kubikmillimeter (!), so groß wie ein Zuckerkriställchen. Diese Minicomputer haben aktuell immerhin die Fähigkeiten eines alten 386er-Computers. Theoretisch könnte man mit ihnen die erste Version von Doom spielen – was die Verkehrssicherheit vermutlich nicht erhöht. Tatsächlich enthält dieser smarte Partikel alles, was man für eine intelligente Straße braucht: Speicher, ausreichend Rechenkapazität, Sensorik (sogar Kameras (!)) und eine Funkanbindung an ein Backend. Energieversorgung? Entweder über integrierte Solarzelle oder eben über die oben erwähnte Technik der Umwandlung von kinetischer Energie bspw. wenn Autos über die Straße fahren.
Smart Asphalt für Smart Streets – das wäre die nächste Stufe des IoT. Und eine interessante Komponente der smarten Stadt. Wir leben in smarten, äh wunderlichen, Zeiten.

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