Hermann Hänle
5. Juni 2018 0
Automotive

SAP und die Cloud – nicht nur, aber auch

„… und deswegen ist es unmöglich, SAP-Systeme in der Cloud zu betreiben“. Sagt der Experte. Zustimmendes Kopfnicken der Zuhörer. Und im nächsten Meeting zwei Stunden später: „Über kurz oder lang werden SAP-Systeme nur noch in der Cloud betrieben …“ – sagt der nächste Experte. Und erntet ebenfalls zustimmendes Kopfnicken.

Unsere Welt ist ein kompliziertes Ding. Und mit ihr auch das Geschäftsleben. Je nach Position oder Rahmenbedingungen, in denen wir uns befinden, gelten andere Glaubensgrundsätze oder Optionen. Das gilt natürlich auch für SAP. Unbestritten ist, dass SAP für viele Unternehmen überlebenswichtig ist. Winken die SAP-Systeme ab, legen sich zentrale Prozesse aufs Krankenbett – und das ganze Unternehmen leidet mit. Das gilt in der Automobilbranche genauso wie in Logistik, Gesundheitsbranche und Banken.

Historische Lasten auf SAP
SAP ist ein Klassiker. Was bedeutet: Wer heute SAP-Systeme betreibt, der trägt auch historische Lasten mit sich herum – interessante Schnittstellen, schweißtreibende Updatezyklen, gewöhnungsbedürftige Oberflächen, Investitionen, Hardware, die für die Ewigkeit konzipiert war, aber von der Realität eingeholt wurde und nun am Limit arbeitet. Und dabei den Performanz-Eindruck eines überforderten Lastesels im Mittelmeerraum erweckt.
Ein solide laufendes SAP-System braucht mannigfaltige Aufgaben im Hintergrund. Es erfüllt seinen Job zuverlässig, aber ist es auch der Dynamik gewachsen, die Unternehmen heute brauchen? Eine typische Anforderung sind Echtzeit-Analysen. Stehen die Daten – mehr oder besser noch: deren aussagekräftige Auswertung – kurzfristig bereit, um die richtigen unternehmerischen Entscheidungen zu fällen? Oder gibt es kurzfristig verfügbare Systeme für Test, Erprobungen, Schulungen?
Unternehmen erzielen in der etablierten SAP-Welt diese Dynamik, in dem sie eine ausgefeilte Hardware-Vorratshaltung nutzen, Hardware-Umverteilungsprozesse nutzen oder indem der Fachbereich eben eine Weile auf die neue Hardware (Invest!) wartet. Niedrige Betriebskosten, hohe Effizienz, schnelle Bereitstellung, Skalierbarkeit, Hochverfügbarkeit – all das kann man in der klassischen SAP-Welt haben. Aber eben nicht alles auf einmal.

Cloud als Ergänzung
Zum Glück gibt es die Cloud – nicht als Ablösung der klassischen SAP-Systeme auf Legacy-Hardware, sondern als Ergänzung. SAP schafft mit S/4HANA die Voraussetzungen, um die Vorteile der Cloud zu nutzen. Ein runderneuertes Cloud-SAP. Doch diese Runderneuerung ist in mehrerlei Hinsicht ein Umbruch (ohne jetzt das überstrapazierte Wort des Paradigmenwechselns fallen zu lassen). Applikation und Plattform ändern sich, was allerdings den Einsatz neuer Infrastrukturen für höhere Agilität ermöglicht.

SAP-Landschaften – vielfältig wie das Geschäftsleben
SAP-Dienstleister müssen diese neue Fülle der Betriebsmodelle bedienen können. Sie benötigen die Fähigkeit, SAP im Multisourcing oder in hybriden Konstellationen aufzubauen und zu betreiben. Denn jedes System bewegt sich in anderen Rahmenbedingungen: Langläufer, die kontinuierlich solide verfügbar sein müssen, Entwicklungs-, Test, Schulungs- und Erprobungssysteme, die nur eine temporäre Laufzeit haben, Analysesysteme, die bedarfsgerecht entweder im Dauerbetrieb oder punktuell genutzt werden. Die Anforderungen an SAP-Systeme sind so dynamisch wie das Geschäftsleben selbst. Die Cloud – private oder public – ist in dieser dynamischen Welt eine neue wesentliche Komponente, die ihre Präsenz ausbauen wird. Wenn sie die passenden Mehrwerte beweisen kann. Beispielsweise, wenn moderne HANA-Systeme in Minutenschnelle bereitgestellt werden können – und nach der Nutzung wieder gelöscht werden.
Bei der SAPPHIRE in Orlando (5. – 7.6.) und auf dem 16. SAP AUTOMOTIVE FORUM in Wiesbaden (4. – 5. 7.) können sie das live aussehen – und mit uns diskutieren, wie die Transformation in eine neue (hybride?) SAP-Welt gelingen kann. Wir freuen uns auf Sie.

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