Hermann Hänle
2. November 2017 0
Automotive

Neue Träume vom Fliegen

Neulich tauchte ich – ganz Erzieher – mit meinen Jungs in ein „Wieso, Weshalb, Warum“-Buch ein und dort stießen wir auf eine ziemlich verrückte Idee: den (oder das?) Clip-Air. Meine Jungs nahmen das sofort für bare Münze und mühsam musste ich ihnen erklären, dass es so etwas überhaupt noch nicht gibt. Das ist Zukunftsmusik. Ein Flugzeug, das sich flexibel zusammenbauen lässt. Pah. Ich googelte – und entdeckte (neben einem Nasenspreizer gleichen Namens), dass der Clip-Air bereits auf das Jahr 2009 zurückgeht und dass es letztes Jahr bereits einen Jungfernflug (allerdings im Kleinformat) gab.


Bild: École Polytechnique Fédérale
Die Idee stammt von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne in der Schweiz. Bis zu drei zigarrenförmige, rollende Container werden quasi unter einem riesigen Flügel angedockt. Das Flugzeug hebt ab, liefert die wahlweise mit Passagieren oder Frachtgut beladenen Container und sucht sich die nächsten (Container-)Transportstücke für den nächsten Flug. Solche Ideen könnten die Bodenzeiten und die damit verbundenen Umsatzeinbußen drastisch reduzieren. Mehr Flugstunden pro Jahr bedeutet höhere Effizienz des Betriebskapitals. Clever.

Den Traum vom Fliegen weiterträumen
Natürlich ist auch die Flugbranche im Umbruch. Natürlich auch beschleunigt durch den digitalen Wandel. Und ebenso natürlich darf dabei auch disruptiv gedacht werden. Oder wie wir früher gesagt hätten: In Kategorien von Science Fiction. Wieso sollte Fliegen eigentlich nur ein Vorrecht einiger weniger Fluglinien sein? Zwischen den Flughäfen von Metropolen? Airbus beispielsweise sieht die Urbanisierung, die Entwicklung von Megastädten, als einen großen Trend und sieht Businesspotenzial im Luftraum. Gemeinsam mit Italdesign demonstrierte der Flugzeugbauer dieses Jahr auf dem Genfer Auto(!)salon eine Studie: Pop.up fährt auf der Straße und hebt gegebenenfalls ab, um den lästigen Staus in Metropolen zu entgehen. In sieben bis zehn Jahren soll das „Fliewatüüt“ serienreif sein. Am Einsatz von Himbeersaft als Treibstoff (wie beim Original-Fliewatüüt) wird – so wurde mir glaubhaft versichert – derzeit aber nicht gearbeitet.
Noch einen Schritt weiter ist Volocopter. Die Bruchsaler Ideenschmiede hat im September erfolgreich einen unbemannten Jungfernflug über – oder eher zwischen – den Dächern von Dubai absolviert. Autonom. Ab nächstem Jahr sollen die Drohnen als Lufttaxis zwischen Flughafen und Innenstadt verkehren. Jules Verne hätte seine Freude dran. Die Volocopter fliegen – selbstverständlich – elektrisch.

Aviation Forum mit IoT
Mit weniger visionären, aber nichtsdestoweniger interessanten Lösungen für die digitale Gegenwart werden wir am 7. Und 8. November in Hamburg auf dem Aviation Forum sein. Und ich bin sehr gespannt, ob wir dort auch mit solchen „Miniflugprojekten“ konfrontiert werden. Unser Fokus liegt auf IoT. Wir zeigen gemeinsam mit Rieber eine digitale Lösung für die „Food chain“. Caterer müssen dafür sorgen, dass das Essen auf dem Weg bestimmte Temperaturen nicht unter- oder überschreitet. Vernetzte Transportcontainer halten den Caterer temperaturmäßig jederzeit auf dem aktuellen Stand. IoT ermöglicht aber auch Smart Production (Use Case Digital Twin), Smart Logistics und Smart Aftersales bzw. Maintenance. All das gibt es an unserem Stand. Jetzt muss ich aber schnell noch eine Flasche Himbeersaft besorgen kann. Für alle Fälle. Wir sehen uns in Hamburg.

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