Hermann Hänle
27. April 2018 0
Automotive

Digitalisierung zum Anfassen

Tasten, Bildschirme, blinkende Lämpchen und überall Roboter – wenn jetzt auch noch Lieutenant Commander Data irgendwo um die Ecke böge, wäre das Ambiente des Science-Fiction-Abenteuerparks perfekt. Und dabei bin ich nur auf der Hannover Messe (HM).
Während die Abgesänge auf die CeBIT die letzten Jahre immer lauter werden, raunen Insider trotz der Renaissance der CeBIT im Juni hinter vorgehaltener Hand, die HM sei die neue CeBIT. Das mag vielleicht daran liegen, dass der Veranstaltungsort der gleiche ist und das Wetter im Frühling besser ist als zu Ausgang des Winters.

Vor allem aber verdeutlicht das eines: ICT ist kein Thema, das sich selbst genügt, sondern ein Thema, das zu einem integrierten Bestandteil jeglicher Industrie wird. 1948 war die Hannover Messe stolz darauf, eine eigene Telefonleitung nach New York zu unterhalten – 2018 schwirren die Ausstellungshallen nur so vor Bits und Bytes. Und als Automobil-Marketer erkenne ich die Themen, die die Automobilindustrie bewegen, auch auf der HM wieder: Kaum ein Aussteller kommt um ICT herum, sei als künstliche Intelligenz für Roboter, seien es Wearables, mit denen die Mensch/Maschine-Interaktion gesteuert wird, seien es Edge-Rechner, die Datenauswertungen direkt an der Maschine erlauben.
 
 Spielerisch effizientere Produktion
 
Maschinen sollen menschlicher werden, Menschen sollen einfacher mit Maschinen kommunizieren (über den Umweg von ICT-Komponenten). Tatsächlich wirken viele Ausstellungsstücke spielerisch, z. B. wenn Roboterarme über Gestensteuerung bewegt werden. Doch diese spielerische Leichtigkeit adressiert ein ernstes Thema: Auch der Maschinenbau muss aktueller Kundenbedürfnisse reflektieren, wie die User Experience. Höhere Sicherheit, aber auch Effizienz im Umgang mit Maschinen und in der Produktionsleistung, höhere Qualität, Entlastung von Mitarbeitern – all das sind Argumente, mit denen Maschinenbauer heute bei ihren Kunden punkten können und müssen. Und moderne ICT öffnet die Tür zu diesen Add-ons.
 
 Stippvisite beim Automobilbau
 
Während Maschinenbauer ihren Kunden Produkte mit neuen effizienzsteigernden Funktionalitäten anbieten, müssen Automobilbauer einen Schritt weiter denken: In der Automobilbranche geht es nicht nur um Produkte, die schneller und sicherer werden oder neue Funktionalitäten bieten, sondern es geht um neue Geschäftsmodelle wie autonome Taxis als Teil von Mobilitätsdienstleistungen. Die Entwicklungen im Automobilsegment zu mehr Intelligenz bedeuten auch, neue Anforderungen an das Qualitätsmanagement. Dies greift Frank Moser, Leiter Unternehmens-Qualität, Porsche bei seiner Keynote auf dem automotiveIT Forum auf der Hannover Messe auf: Nutzer, die mit der Qualität unzufrieden sind, öffnen heute nicht mehr nur die Motorhaube und werfen einen konsternierten Blick auf das Innenleben des Autos. Sie können auch mit der Qualität der neuen Online-Services im Auto unzufrieden sein. Ist das ein Fall für die nächste (zertifizierte) Automobilwerkstätte? Oder für eine Service-Einheit beim Hersteller direkt? Oder für einen IT-Support-Partner? Die neue Ära braucht also auch neue Serviceprozesse mit allem Drum und Dran.

Abgesang auf den menschlichen Mitarbeiter?
Übrigens gibt es am Rande der Hannover Messe auch Aussagen zu der schwelenden Frage, ob die Roboter und smarten Fabriken Menschen in der Produktion unnötig machen. Diesen Eindruck kann man bei der Betrachtung der Produktion der Zukunft im Projekt „Cubetec“ bei DAIMLER bekommen, in der laut Dr. Claus-Dieter Reiniger, Projektleiter in der Mercedes-Benz Cars TECFABRIK die Teilebereitstellung zukünftig mit einem Supermarkt-System vonstatten geht, auf dessen Basis autonome Transportfahrzeuge Bauteilsätze autonom zum Montagelinie bringen. Wissenschaftler des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim kommen zu dem Schluss, dass Digitalisierung unter dem Strich eher etwas mehr Arbeitsplätze schafft als vernichtet. Routinetätigkeiten werden verschwinden, analytische und interaktive Berufe werden dagegen prosperieren.  
 
Apropos Roboter als Arbeitskräfte – jetzt mache ich mich doch nochmal auf die Suche nach Data. Der muss hier doch irgendwo sein. Vielleicht steht er ja als KI-Robot an einer Maschine. Vielleicht ist aber unsere Fantasie der Realität immer noch einen Schritt voraus 😉.

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