Hermann Hänle
11. Juli 2019 0
Automotive

Connected Car – Darf’s ein bisschen mehr sein?

Es muss wohl so 15 Jahre her sein, da saß ich am Flughafen New York JFK und stierte ziemlich verloren für mich hin. Trotz Ticket kein Platz im Flieger nach Hause. Und dann ein Magic Moment: Mein Ticket wurde von der wohlmeinenden Flugbegleiterin zerrissen und ich erhielt ein Business Class Upgrade. Mein erstes – und bislang auch mein letztes …

Die Welt der Upgrades

Es war das erste Mal, dass ich eine aktive Berührung mit „dem Upgrade“ hatte. Die darauf folgenden Jahre sollten sich als die goldenen Jahre der Upgrades erweisen. Ob im Schwimmbad (plus Sauna), am Büffet (plus erlesene Fleischspezialitäten), (oder klassisch) beim Metzger („ist ein bisschen mehr als 200 Gramm …“), bei Software – überall können wir „upgraden“. Upgrades kommen nun auch im Auto in Mode. Und zwar nicht nur beim Kauf. Mercedes bietet den Fahrern der A-Klasse nachbestellbare Zusatzdienste wie Digitalradio oder Handyschlüssel . Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Fahrer hat die Freiheit – zumindest in gewissen Grenzen – seine Zusatzdienste frei zu wählen. Und er entscheidet darüber, wann er sie braucht. Für Daimler bedeutet das auf der anderen Seite eine Intensivierung der Kundenbeziehung und ein neues Geschäftsmodell – das eine entsprechende Infrastruktur wie einen App Store benötigt.

Chancen für neue digitale Services

In Zeiten digitaler (und womöglich demnächst autonomer) Autos dürfen wir träumen über die Dienste, die uns da zukünftig noch erwarten: Vielleicht eine autonome Diebstahlsicherung (599 €). Wenn der Besitzer merkt, dass sein Auto gestohlen wurde, startet er seine App und aktiviert den Diebstahlmodus. Das autonome Auto übernimmt die Kontrolle über das Gefährt, informiert die Polizei und fährt den Autodieb direkt bei der Wache vor; oder ein aufblasbarer KI-Beifahrer für angeregte Gespräche auf einsamen Fahrten (399 €); oder für Einsteiger: das On-Demand-Duftbäumchen (0,99 €). Oder eben fahrnahe Funktionen wie zusätzliche Verarbeitung von Sensoreninformationen mit externen Daten. Die Realität werden Entertainment-Dienste sein: Musik und Hörbücher oder Videos aus Bibliotheken.

Connected Car für intensivere Kundenbeziehung und Flexibilität

Das Connected Car ist längst keine Utopie mehr. Die Vernetzung verlässt zusehends die Ebene eines Basisdienstes für das Fahren und schickt sich an, die höheren (Business-)Ebenen zu erobern. Leistungsfähigere Netze wie 5G erlauben dann immer fortschrittlichere Dienste im Auto. Over-the-Air Updates werden vielleicht zu dem neuen Geschäftsmodell – und Millenials, die ihr Smartphone vergessen/verloren haben, nutzen WLAN  für 1,99 € pro 100 MB.

Mit neuen Autos, die komfortable Vernetzungsfunktionen ab Werk mitbringen, ist das kein Thema. Eine relativ aktuelle, aber sehr optimistische, Studie prognostiziert, dass zwischen 2018 und 2022 125 Millionen Connected Cars in die Märkte der Welt ausgeliefert werden. In Europa soll die Abdeckung 2020 (also nächstes Jahr!) bei nahezu 100 Prozent liegen. Wie das gehen soll angesichts der Vielzahl der der Autos, nicht nur auf deutschen Straßen, die schon ein paar Einsatzjahre auf dem Buckel haben – keine Ahnung. Schauen Sie nur mal bei Ihren Sonntagstouren auf die H-Kennzeichen, denen sie begegnen. eCall hin oder her. Nicht jeder Fahrer hat Lust und Budget, um sich wegen zusätzlicher Vernetzung gleich ein neues Autos zu kaufen. Das Smartphone tut es ja auch. Nachrüst-Hardware wie die berühmten On-Board-Units für die LKWs sind für Konnektivität eine pragmatische Alternative. Für alle diejenigen, die die Vorteile der Vernetzung genießen wollen, ohne direkt den disruptiven Neuwagen-Anfang zu wagen. Ich bin gespannt, wie viele vernetzte Autos mir Ende 2020 begegnen. Und bei wie vielen das Autoradio als Vernetzung gekennzeichnet wird 😉. Auf dem Daimler EDM CAE Forum werden wir zeigen, wie Autos mit Konnektivität ausgestattet werden – egal ob sie direkt von der Produktionsstraße kommen oder nachgerüstet werden. Kommen Sie doch einfach vorbei.

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