Hermann Hänle
2. März 2018 1
Automotive

Built for Speed

Erinnern Sie sich an früher – ihr erstes Auto-Quartett? „280 Kilometer pro Stunde – sticht!“ Wir bewunderten die „schnellsten Autos der Welt“ mit klangvollen Namen wie Ferrari, Bugatti und Lamborghini, die wir in Wirklichkeit niemals zu sehen bekommen würden.
Mittlerweile begegne ich der Diskussion über „Na, wie schnell läuft denn der?“ eher selten. Kann aber auch an mir liegen, dass mir in den letzten Jahren kein einziger Automobilhändler einen Wagen mit dem Argument der Höchstgeschwindigkeit verkaufen wollte – wenn wir als 4-köpfige Familie inklusive zweier Grundschulkinder im Autohaus auftauchten. Intelligenz des Autos, Autonomie, Komfort, alternative Antriebe und allenfalls noch Sicherheit beherrschen Gespräche unter Automobilisten.

Aktuell steigt das Thema Geschwindigkeit wie ein Phönix aus der Asche. Aber eben nicht in puncto schnellstes Serienfahrzeug der Welt (nebenbei bemerkt: der Koenigsegg Agera mit 447 km/h – sticht! ;)), sondern in puncto Latenz. Die Qualität des Auto als vernetztes, smartes Objekt lebt auch von der Geschwindigkeit, mit der Daten zwischen Auto und einem Cloud-Backend ausgetauscht werden können. In manchen Fällen kann das sogar überlebensnotwendig sein: Eine Webseite, die ein bis zwei Sekunden braucht, um sich aufzubauen, nehmen wir hin. Ein Auto, das in einer Gefahrensituation ein bis zwei Sekunden zum Bremsen braucht – da fahren wir doch lieber selber.

Das autonome Auto, das am Cloud-Backend hängt, braucht Lösungen für Geschwindigkeit. Low Latency lautet das Zauberwort. Latenz kennzeichnet die Zeit, die benötigt wird, um auf (notwendige) Daten zuzugreifen. Hersteller setzen dabei auf ein Gemisch aus Edge Computing (verteilte Rechenpower ganz in der Nähe des Autos), On-Board/Embedded Intelligence und schnellen Netzanbindungen wie 5G.

Diese Geschwindigkeit kommt nicht nur autonomen Autos zugute, sondern lässt sich auch in Entwicklung und Produktion nutzbringend einsetzen. Überall dort, wo die Realisierung von Services bislang an der Geschwindigkeit scheiterte, macht Low Latency auf Basis von schnellen Netzen und Edge Computing den Services Beine. Damit schlägt Low Latency ein neues Kapitel für die Möglichkeiten mobiler Dienste auf.
Wie Low Latency live aussieht, zeigen unsere Partner-Start-ups auf dem AutomotiveIT-Kongress. Low-Latency-Lösungen lassen sich im Produktionsprozess und beim Fahren des Autos nutzbringend einsetzen. INMACH/Adlatus Robotics und Holo-Light unterstützen mit Servicerobotern und Mixed Reality. Yado-VR gibt dem Auto Sinne und verarbeitet dazu LIDAR-Daten in Echtzeit, VisionLabs, zeigen eine Lösung, die die Müdigkeit des Fahrers überwacht und die Smart Mobile Labs sorgen dafür, dass sich Autos miteinander unterhalten und sogar Videodaten austauschen können.

Wenn Sie sich noch nicht entschieden haben: Am 22. März in Berlin. Noch sind Plätze frei…

1 Kommentar

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