Hermann Hänle
9. Februar 2018 0
Automotive

Automobile Zukunftswetten

„Zum ersten Mal haben wir die technischen Möglichkeiten, nicht das Bestehende nur weiterzuentwickeln und zu optimieren, sondern alles umzukrempeln“ – diese Aussage ist nichts anderes als eine alternative Formulierung für „digitale Disruption“. Das klingt danach, als ob dort kein Stein auf dem anderen bleibt, wo Cloud & Co. hinlangen.
Doch ist das wahr? Und wenn ja – wie schnell kommt diese Revolution?

Wie lange dauert es, bis sie greifbar wird? Bis tatsächlich, sagen wir, jedes dritte Auto ein autonomes Auto ist oder ein Elektroauto? Oder beides? Die Meinungen darüber, wie die Automobilbranche der Zukunft aussehen wird, gehen natürlich auch bei den Experten weit auseinander. Und es ist wie immer beim Blick in die Zukunft: Viele werden falsch liegen und wenige Auguren werden richtig liegen mit ihren Ankündigungen. Doch welche?
Tatsache ist: Wir verfügen heute über Werkzeuge ungeheurer Kraft, die gewaltige Potenziale haben. Als Unternehmen muss man diese Realität akzeptieren und sich bestmöglich aufstellen. Und das heißt heute: für multiple Zukunftsszenarien. Eine sorgfältige Zukunftsvorsorge bedeutet, alle Trends ernst zu nehmen und als Unternehmen zumindest eine kleine Wette auf diese alternative Zukunft zu platzieren. Um dann das Engagement zu skalieren, wenn die Wette aufgeht.

Start-up-Denke
In der Realität heißt das: Denke wie ein Start-up und lass Dich nicht von den internen Prozessen in einem Dino-Unternehmen ausbremsen. Nicht nur Automobilbauer etablieren Start-up-Netzwerke und digitale Labore, um sich für die Zukunft aufzustellen. Die Start-up-Mentalität scheint eine Komponente zu sein, ohne die die Zukunft nicht zu haben scheint. Dazu gehört auch das „Fail often, fail fast“ – und try again. Das Ausprobieren (auch ohne den passenden Business Case), um im richtigen Moment die richtigen Karten in der Hand zu haben. Zu diesem Ansatz gehört auch, die technischen Möglichkeiten einer Cloud-Ära zu nutzen, die Investitionen und damit Risiken reduzieren. Nur so wird „fail often“ auch finanzierbar. Und das Bereitsein für die Zukunft. Wie auch immer sie aussieht.

Autonome Autos
Eine Zukunftswette, auf die die Automobilbranche heute ständig höhere Einsätze platziert, ist das autonome Auto. Das fahrerlose Auto ist der Türöffner in eine Welt voller neuer Möglichkeiten – mit einem erheblichen Potenzial bestehende Geschäftsmodelle auszulöschen. Automobilbauer werden damit zu Grundsteinlegern einer neuen mobilen Welt. Trotz der immensen Fortschritte weltweit gibt es hier noch mehr zu lösen als die rechtlichen Grundlagen. Latenzen beispielsweise sind immer noch eine konkrete technische Herausforderung.

Smart Mobility
Eine andere Zukunftswette sind Mobilitäts-Ökosysteme oder Smart Mobility. Smart Mobility ist der Ansatz Plattformen für diese neue mobile Welt zu bauen, um sich als Unternehmen langfristig einen Platz in der (auto)mobilen Zukunft zu sichern. Denn eines darf als sicher erscheinen: Menschen werden immer mobiler werden, ihr Bedürfnis nach „Beweglichkeit“ wird eher größer werden als weniger. Es ist ein Abbild dynamischer Zeiten und ubiquitärer Möglichkeiten. Plattformen markieren das neue Denken des Automobilbauers, die Begrenzungen der eigenen Branche zu sprengen. Mobilität ganzheitlich zu sehen und zu managen. Zusammenzubringen, was aus Sicht des Reisenden zusammengehört: Individualverkehr, Massentransport, Städte, Bezahlsysteme etc. – Mobilität ist mehr als das eigene Auto.

AutomotiveIT-Kongress
Autonome Autos und Smart Mobility werden zwei der Innovationsthemen sein, denen der AutomotiveIT-Kongress Aufmerksamkeit widmet. Daneben wird es aber auch um konkrete technische Herausforderungen und Lösungen gehen. Wir von T-Systems werden dazu beispielsweise die Themen Low Latency, 5G und Edge Computing im Gepäck haben. Wir werden aber auch Start-ups vorstellen, die kreative Lösungen für ein neues mobiles Zeitalter erdenken. Weitere Informationen zum AutomotiveIT-Kongress am 22. März in Berlin finden Sie hier. Wir sehen uns.

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