Hermann Hänle
8. Mai 2019 0
Automotive

Agilität als automobile Maxime

Emil Jellinek gilt als der Prototyp des unbequemen Kunden, für den ein Auto niemals ausreichend ist: Schneller muss es sein, mehr PS muss es haben. Die Erwartungen der Automobilnutzer heute sind nicht weniger fordernd – nur sind diese inspiriert von der schnellen App-Ära. Ohne agile Methoden werden Autobauer in dieser Zeit nicht erfolgreich sein.

Im April 1900 trafen Jellinek und die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) die Entscheidung, einen neuen Motor zu entwickeln. Gut acht Monate später lieferte der Autobauer den ersten 35 PS-Rennwagen (was bedeutete, dass noch ein wenig mehr zu tun war als „nur“ einen neuen Motor zu entwickeln). Das ist jetzt weit über 100 Jahre her. Von Agilität sprach damals noch niemand. Vermutlich hat die Mannschaft von Wilhelm Maybach rund um die Uhr gearbeitet, um das komplett neue Auto bereitzustellen. Das übrigens durch die Innovation ein Riesenerfolg wurde.

Vielfältige Anforderungen schaffen ein anspruchsvolles Marktumfeld

Innovation ist auch heute noch eines der zentralen Leitmotive der Automobilbranche. Ein geändertes Nutzerverhalten, ein Wunsch nach Leichtigkeit und Komfort, sprich hohe Customer Experience, legen heute die Messlatte für Erfolg. Dazu kommen Regularien, die zu einem Umbruch für die Automobilbranche führen. Die ersten europäischen Länder haben bereits erklärt, Autos mit Verbrennungsmotor ab 2030 von ihren Straßen zu verbannen. Ansprüche von allen Seiten. Plus ein verschärfter Wettbewerb, bei dem Nutzer aus etwa 80 Marken mit mehr oder minder großer Produktpalette auswählen können. Über 60 neue Modelle werden 2019 allein auf dem deutschen Markt erwartet.

Agilität als Erfolgskomponente bedeutet tiefgreifende Veränderungen

Agilität bedeutet nicht nur, digitale Tools oder Methoden wie Cloud oder DevOps einzusetzen – auch wenn diese das Fundament für ein agiles Arbeiten schaffen. Agilität bedeutet vor allem, dass „out of the box“ gedacht wird und dass verschiedene Bereiche integriert zusammenarbeiten. IT und IT-Verantwortliche werden dabei Bestandteil aller Unternehmensprozesse, aber nicht als Dienstleister, sondern als „team member“. Prozesse und Kultur, die eine agile DNS erzeugen, werden nur miteinander gedeihen, wenn Silos oder Domänen aufgelöst werden. Erst im agilen Teamplay entsteht auch eine Chance, eine Ende-zu-Ende-Verantwortung für Verantwortungsbereiche zu übernehmen. Flexibilität entsteht durch das parallele Arbeiten an vielen Baustellen durch autarke Teams. Die einzelnen Produkte werden – wie von der modernen IT vorgedacht – wie Microservices zu einem Gesamtkonstrukt/-produkt zusammengesetzt.

Agilität endet natürlich nicht an den (virtuellen) Unternehmensgrenzen: In einer Ära, in der vermehrt interdisziplinär über Unternehmensgrenzen zusammengearbeitet wird, gilt es auch, Voraussetzungen (aka Plattformen) zu schaffen, dass auch Partner ihre Beiträge für die agile Entwicklung einsteuern können. Organisierbar ist das beispielsweise über ein Product Lifecycle Management, das verschiedene Funktionen und Komponenten (wie CAE und CAD) zusammenhält. Im Idealfall kommt dies aus der Cloud: Partner greifen direkt auf einen gemeinsamen aktuellen Datenbestand zu und nutzen dieselben Dienste. Ein klarer Effizienz- und Organisationsvorteil.

IT-Anbieter müssen den agilen Weg mitgehen

Automobilbauer haben diese digitale Reise nicht exklusiv gebucht. Vielmehr ist die Digitalisierung eine Pauschalreise, die alle Branchen heute buchen müssen. Die dabei gewonnene Agilität ist das Pfund, mit dem Unternehmen im nächsten Jahrzehnt punkten werden. Die IT-Branche selbst macht dabei keine Ausnahme. Alle großen IT-Dienstleister müssen umdenken und Agilität entdecken, abbilden, verinnerlichen, um ihren Kunden ein Partner auf Augenhöhe zu sein.
Auf dem Daimler EDM CAE Forum werden wir unsere Lösungsansätze zeigen, mit denen wir die agile Zusammenarbeit fördern. Kommen Sie doch einfach vorbei.

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