“Oh, how I wish you would hear….” – Ich glaub, ich hör’ nicht richtig!

UC & Collaboration Blog / 13. Januar 2012

“Wish you WERE HERE” lautet doch der Titel des Pink Floyd-Klassikers. Doch bei schlechter Tonqualität kann man sich da auch schon mal verhören. Und das ist kein Einzelfall: weitere lustige Beispiele für Verhörer finden sich hier auf Youtube.

Durch den Kauf neuer Hi-Fi-Boxen fiel mir erst auf, wie immens doch die Qualitätsunterschiede beim Sound sein können. Bislang im Glauben, meine alten Sony-Boxen seien gut, konnte ich meinen Ohren kaum trauen. Mit den neuen Lautsprechern von B&W war es, als ob plötzlich David Gilmour persönlich vor mir im Wohnzimmer sitzt und Gitarre spielt. Die Musik perlte nur so voller Brillianz und Wärme aus den Boxen. Machen Sie doch mal einen Selbsttest, der in etwa meinem eigenen Aha-Erlebnis entspricht: legen Sie ein Handtuch über ihre Lautsprecher und hören ein Stück Musik Ihrer Wahl. Dann ziehen Sie das Handtuch einfach runter. Sie müssten einen Unterschied im Klang bemerken. Wenn Sie keine Veränderung hören, dann sollten Sie hier mal stöbern: www.hoergeraete24.com

Mich hat das sehr stark an das Nutzererlebnis beim mobilen Telefonieren erinnert. Während wir im Festnetz klare und störungsfreie Übertragung gewohnt sind, so ist die Qualität mit dem Handy doch bestenfalls mittelmäßig. Das liegt zwar mit an der bauartbedingt bescheidenen Qualität von Mikrophonen und Lautsprechern in mobilen Endgeräten. Einen großen Teil der Klangqualität macht aber der Übertragungsweg aus. Hier wird das Signal kräftig komprimiert und in den Frequenzen beschnitten, um Bandbreite im Netz zu sparen. Hinzu kommen Störungen und Verluste durch schlechte Funkabdeckung oder überlastete Zellen. Schon haben wir unseren Handtucheffekt.

Ohren gespitzt!

Ohren gespitzt!

Aber warum geben wir uns mit diesem minderwertigen Klang zufrieden? Leider wird in unserer sehr visuell geprägten Welt nur noch wenig auf die Klangqualität geachtet. Zudem sind wir es schlicht und einfach nicht anders gewohnt und empfinden es deshalb als normal. Dabei lässt sich aus dem Klang der Stimme doch viel heraushören: Emotionen, Stimmung, Überzeugung oder auch Unsicherheiten und vieles mehr. Soll das alles verloren gehen? In der Diskussion über Videokonferenzqualität haben wir in den letzten Jahren viel die Vorteile der HD-Auflösung von Bildschirmen gepriesen. Nun ist es an der Zeit, auch im Audiobereich eine “High-Defionition” einzuführen. Die Deutsche Telekom bietet einen solchen HD-Voice-Service jetzt in Ihrem Netz an, und stellt auch gleich Soundbeispiele zum Vergleich im Netz zur Verfügung.

Achten Sie bei Ihrer nächsten Anschaffung doch mal bewußt auf den Klang, egal ob Handy oder Hifi-Anlage. Ihre Ohren könnten ihr blaues Wunder erleben.

Bis bald – wir hören uns!

Philipp Merlitz

 

Kommentare


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  • Martin Reti

    Klasse Artikel! Habe ich mit einem großen Schmunzeln gelesen. Ich habe nach dem Handtuch-Versuch keinen Unterschied gemerkt und bin gleich zur angegebenen Webadresse abgewandert ;-))
    Quatsch beiseite: Die schlechte Qualität ist aus meiner Sicht ein Zeichen gesunkener Ansprüche, mit denen wir zufrieden sind. Ein Resultat standardisierter, kostengünstiger und “machbarer” Angebote, mit denen man gut Margen erzielen kann – gemischt mit einer Haltung des “warum sollen wir mehr bieten, wenn doch alle damit zufrieden sind”. Im Übrigen beobachtet man dasselbe Symptom auch bei Musik. Ein Diskussionsteilnehmer berichtete mir mal davon, dass sein Sohn zum ersten Mal im Leben eine LP hörte: “Was, so klingt Musik von diesem schwarzen Ding? Das ist ja viel besser!” ;-)

    Beste Grüße
    Martin Reti

  • Philipp Merlitz

    Die Frage nach den “machbaren” Angeboten ist natürlich sehr präsent im Geschäftsalltag. Da landen wir auch schnell bei der Diskussion um die Netzneutralität, also ob für alle Services im Netz die gleiche Übertragungsqualität gelten muss. Meiner Meinung nach werden wir uns bald von diesem “Best Effort”-Prinzip im öffentlichen Netz lösen müssen, damit höherwertige – und bezahlte – Services ermöglicht werden und gleichzeitig die Grundversorgung nicht in Gefahr gerät, nur weil HD-Videokonferenzen plötzlich den Großteil der Bandbreite okkupieren.

    Übrigens wurde mein Flehen nach besserer Klangqualität schon teilweise erhört, denn die Analysten von Wainhouse prophezeien einen Bedeutungsgewinn für Soundverbesserungen

  • Stefanie Weyrauch

    Dankeschön für die Empfehlungen der lustigen Verhörer auf YouTube – super zum Lächeln zwischendurch!
    Mich selbst stören vor allem die schlechte Funkabdeckung oder überlastete Zellen, weshalb ich auch schon den Anbieter gewechselt habe.
    Ich würde mich sehr über bessere Klanqualität beim Mobilen Telefonieren freuen…

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