“Präsenzfunktion” ist das Schlagwort, das bei kritischen Gesprächspartnern die Alarmglocken schrillen lässt und Orwell’sche Horrorvisionen hervorruft. Es ist schon richtig, dass nicht nur der Chef, sondern auch die Personalabteilung sowie alle anderen missgünstigen Kollegen sehen können, ob ich anwesend bin. Oder ob ich einen Termin habe und wann dieser zu Ende ist. Bei Freigabe des Kalenders sogar wo und mit wem. Ein Bärendienst also, der uns Angestellten von Unified Communication mit dieser Funktion geleistet wird?
Früher brauchte mein Chef nur den Kopf durch die Tür zu strecken, um meine Anwesenheit zu erkennen. Heute arbeite ich in einem über die Republik verteilten Team und genieße die Vorteile der Präsenzanzeige, gleichgültig, ob der Chef da ständig drauf schaut. Wir erreichen uns besser im Team, sprechen uns weniger auf die Mailbox und der Informationsaustausch erfolgt mit den verbundenen Conferencingfunktionen deutlich besser.
Da ich nicht für meine Anwesenheit im Büro bezahlt werde, sondern für erreichte Ziele, fällt mir die Akzeptanz von Präsenz recht einfach. Flexible Arbeitszeiten und eine Kultur des Vertrauens sind weitere wichtige Voraussetzungen. Weitreichende Steuerungsmöglichkeiten geben mir auch die Möglichkeit, die Anzeige meiner Präsenz manuell einzustellen. Mir nützt es allerdings am meisten, wenn alle offen damit umgehen, deshalb halte ich es auch so. Präsenz als Mittel der Solidarität im Team sozusagen.
Die Präsenzfunktion ist ein Werkzeug, um die Effizienz des Einzelnen, des Teams und damit auch des Unternehmens zu erhöhen. Akzeptanz findet sie bei Mitarbeitern vor allem dann, wenn der Mitarbeiter von seiner eigenen Effizienz profitiert. Egal ob qualitativ oder quantitiv. Das reicht vom früheren Feierabend bis zur besseren Zielerreichung.
Für mich überwiegen die Vorteile. Aber wie stehen Sie zur Präsenzanzeige – Effizienzgewinn oder Leistungsdruck?
Gespannt auf Ihre Meinung ist
Philipp Merlitz













Birgit Mensing
2. November 2011 09:40
In meinem Team nutzen wir dieses Medium seit 1.4.11 und und empfinden es mittlerweile als sehr gute Arbeitshilfe und wúrden es ungerne wieder hergeben. Wie Sie es beschreiben, wächst die Akzeptanz mit dem gegenseitigen Vertrauen. Sogar die anfänglichen Bedenken gegenüber der WebCam sind verflogen. Fazit: Die Kommunikation innerhalb des Teams ist deutlich besser, schneller und unformeller geworden.