Die Utopie wird Wirklichkeit

Dynamic Workplace Blog / 5. Januar 2012

Der Jahresbeginn verleitet ja dazu, über die Zukunft zu sinnieren. Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus? Gehen wir etwas weiter in die Zukunft als im Artikel von Carolin Else hier im Blog.

Science-Fiction deutet hier bereits Vieles an, was immer mehr Wirklichkeit werden wird. Natürlich ist eine Fiktion immer ein Spiegel der Gegenwart. Man erinnere sich an den Stummfilm „Die Reise zum Mond“ mit den Astronauten im Frack und Zylinderhut.

Andere Science-Fiction hat schon mehr Aktualität. Star Trek bietet eine Fülle von visionären Einfällen. Sie kennen vielleicht auch „Das nächste Jahrhundert“ mit Captain Picard, die Serie von ’87 bis ’94.

Der “Enterprise Workplace”

Lassen wir auch die meist genannten Erfindungen wie überlichtschnelle Reisen und das Beamen außen vor. Haben sie schon einmal beachtet, wie die Computer dort funktionieren? Es gibt einen großen Zentralcomputer. Und ich meine: wirklich groß, mehrere Stockwerke.

Alle Crewmitglieder greifen auf diesen Computer zu: Über Terminals, über den kleinen Communicator oder direkt per Sprache. Diese Vision ist bemerkenswert, zumal sie in der Blütezeit der PCs entworfen wurde.

Kein Mitarbeiter hat einen festen Arbeitsplatz, lediglich Stationen. Und der Computer kennt den Mitarbeiter, seine Privilegien und Vorlieben. Wenn der Captain einen Tee bestellt, so bekommt er seine Lieblingssorte Earl Grey. Mobilität war bereits ein großes Thema: Egal, wo sich die Anwender befinden, sie können mit dem Computer kommunizieren. Auf der Brücke, im Privatraum oder auf Außenmission. Kommt Ihnen das schon bekannt vor?

Dies ist die Zukunft des Arbeitsplatzes: Es gibt keinen mehr.

Zumindest keinen im heutigen Sinne als „Personal Computer“. Vielmehr gibt es eine Arbeitsumgebung, die sich im Netz abspielt. Alles, was man in der Hand hat, sind Endgeräte, Terminals, Gadgets. Oder man hat sie noch nicht einmal mehr in der Hand. Joachim Philippi hat im CIO Jahrbuch 2012 eine Wette platziert:

„Ich wette, dass in zehn Jahren ständig 1.000 Computer für Sie arbeiten. Die Rechner sind zwar omnipräsent, werden aber zunehmend unsichtbar.“

Ich möchte nicht dagegen wetten. Das Ubiquitous Computing, das „allgegenwärtige“ Netzwerk, bringt den Arbeitsplatz zum Anwender.

Philippi wettet auch, dass „Die Steuerung […] künftig über Sprache, Gesten, Mimik und Bewegungen [erfolgt].“ Intuitiv, einfach, und das Steuergerät ist immer dabei. Hier ist die Realität schon viel weiter als die Science-Fiction z.B. in Minority Report: Tom Cruise hatte noch einen Gesten-Handschuh für seine berühmte Computer-Recherche. Microsoft hat hier mit Kinect schon eine Variante in Serie, die ganz ohne funktioniert. Kontext-sensitive Spracherkennung ist mit Apples Siri nun auch einen Schritt voran gegangen, wenn auch noch weit weg von den Gesprächen zwischen Mensch und Maschine in Star Trek.

Lahme Daumen und Sprachgewirr

Jedoch glaube ich nicht, dass in Zukunft alles rein über diese neuen Eingabemethoden gesteuert wird. Man stelle sich nur viele Mitarbeiter im gleichen Raum vor, die alle „sprachsteuern“. Und Viele kennen den lahmen Daumen vom Wischen auf dem Smartphone. Tasten sind hier unübertroffen, aber in Zukunft eher virtuell und adaptiv.

Obwohl ich mit Star Trek argumentiere, das im 24. Jahrhundert spielt, so stellen Sie sicher fest, dass wir schon mitten drin sind in der Zukunft. Smartphones, Cloud Computing, Connected Car. Die Visionen werden im gerade im Moment real. Und dies schneller, als dass sich der Mensch und die Gesellschaft darauf einstellen könnten.

Computer allgegenwärtig, aber nicht erdrückend. 

Dies wird dann auch die große Herausforderung der Zukunft sein: Computer allgegenwärtig, aber nicht erdrückend. Telekommunikation zu jeder Zeit, aber mit Respekt für die Menschen.

Und auch hier ist Star Trek visionär gewesen: Zwar ist Kommunikation mit dem kleinen Communicator im Format einer Brosche von überall möglich. Aber hatten Sie schon bemerkt, dass William Riker stets bei einem Anruf seine realen Gesprächpartner um Verzeihung bittet und dann in der Ecke des Raumes weiter telefoniert.  Dies sind die gesellschaftlichen Konventionen, die sich leider erst entwickeln und durchsetzen müssen. Work-Life-Balance, Selbstbestimmung, Kontrolle über private Daten sind sehr aktuelle Schlagworte, die nun immer mehr diskutiert werden. Piratenpartei und Wikileaks sind Beweis, dass es hier Diskussionsbedarf gibt.

Eine Alternative zum Internet der Dinge gibt es meiner Meinung nach nicht. Aber bis die Diskussionen beendet sind, bedarf es Fingerspitzengefühl. Damit nicht eine weiterer Science-Fiction Realität wird: In Battlestar Galactica überfallen intelligente Computer die Menschen. Das Namen gebende Raumschiff übersteht dies nur, weil es so alt ist, dass die Systeme darauf noch nicht vollständig miteinander vernetzt sind und die Computer keine Kontrolle übernehmen konnten.

Aber bis dahin schreibe ich noch ein paar Blogs auf meinem PC – und beende sie auf meinem iPad.

Ihr Ulrich Giegerich

 

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