Eine Lanze brechen für Bring your own Device

Dynamic Workplace Blog / 13. Oktober 2011

BYOD ist in aller Munde, wird aber von den IT-Abteilungen nicht immer als schmackhaft empfunden.

Das kann ich gar nicht verstehen. In Zeiten, in denen man befürchten muss, dass gleich mehrere EU-Länder gleichzeitig pleite gehen, finde ich ein Thema wie BYOD sehr spannend, könnte es doch den Unternehmern die finanzielle Entlastung schlechthin bringen. Jeder Digital Native bringt sein eigenes Notebook und Handy mit. Ist doch super. Das Unternehmen spart jede Menge Investition und Management. Oder etwa nicht? :)

Beispiel: Ich habe jetzt seit vier Jahren diesen Arbeitsplatz und bekomme plötzlich eine Mail, das mein Rechner, mit dem ich endlich mal keine Probleme mehr habe, abgeholt wird und ich mir einen neuen bestellen soll.  Da läuft es mir eiskalt den Rücken runter und ich beginne jetzt schon mir den Arbeitsausfall auszurechnen, der dadurch zustande kommt. Ganz zu schweigen von den Nerven, die ich dabei lasse.

Denn hätte ich meinen privaten Rechner am Arbeitsplatz, hätte ich erstens weniger graue Haare und zweitens noch deutlich mehr Nerven. Und vor allem: Ich müsste ihn nicht strikt nach vier Jahren wieder abliefern. Hach, was wäre das für ein angenehmes, sorgloses und vertrautes Arbeiten! Und sollte MEIN DEVICE – wider allen Erwartens – mal doch seinen Geist aufgeben, dann muss ich sowieso in den sauren Apfel beissen und mir einen neuen anschaffen, denn ohne Internet möchte ich nicht mehr leben. Und ohne Handy erst recht nicht.

Damit der Apfel dann schließlich nicht gar so sauer schmeckt, könnte das Unternehmen ja für jeden Mitarbeiter eine Art Mitarbeiterkonto für die Bezuschussung der Hard- und Software anlegen, dann käme man auch um das lästige Versteuerungsproblem herum, vor dem der Mitarbeiter stehen würde, wenn er direkt einen pauschalen Zuschuss für seine Geräte bekommen würde.

Die klassische Befürchtung bei BYOD, die Digital Natives machen lediglich ihr eigenes Ding auf dem eigenen Rechner, anstatt zu arbeiten, habe ich für meinen Teil gar nicht. Wenn ich hier die Studis in meinem Umfeld anschaue: Die müssen das heute sowieso schon machen, weil ihr Unikram zum großen Teil darüber läuft. Ihre Leistungen leiden nicht darunter. Im Gegenteil, denn gerade weil sie alles an einem Gerät erledigen können, schaffen sie den Spagat zwischen Studium und Fulltimejob. Und aus meiner Sicht wollen die Digital Natives auch gar nicht mehr nach abgesessener Zeit bewertet werden, sondern nach ihren Leistungen.

Bei den Bewerbungen schließlich könnte BYOD einen ganz neuen Aspekt mitbringen: Wie wäre es mit einem ganzheitlichen Hard-, Soft- und Brainware-Test beim Bewerbungsgespräch? Es bewirbt sich ja schließlich nicht mehr nur der Mitarbeiter, sondern auch sein mitgebrachter Rechner, sein mitgebrachtes Handy. Passt sein Smartphone auch stylisch zum Unternehmen? Hat das Notebook einen politisch korrekten Hintergrund? Wieviele Krümel und vor allem welche kleben in der Tastatur? Daraus könnte sich ein ganz neues psychologisches Bewerberprofil erstellen lassen. Die Personalabteilung würde vorher schon wissen, dass sie einen notorischen ‚Am-Arbeitsplatz-Schokomuffins-Esser vor sich hat. Und gegen die Zweifel bezüglich der Arbeitsmoral könnte ein Die-richtigen-Prioritäten-Setzen-Test’ helfen. Spätestens dann wüßte man eindeutig, was Vorrang hat, der Muffin oder die Unternehmensziele. :)

Und die Sorgen um die Unternehmenssicherheit? Das Thema ist bei uns quasi schon systemimmanent. Und mit unserer Lösung Managed Workplace Services aus der Cloud schon längst gelöst.

 

 

 

 

Kommentare


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  • Sebastian Haas

    Die Idee ist zwar recht interessant, aber da treten mehr Probleme auf, als man sich das nun so denken würde.
    Zum einen darf der Konzern die Geräte die man private benutzt nicht bezuschussen soweit ich weiß und dann wäre da noch das Problem mit den Bewerbern.

    1. Wieso sollte der Style eines Handys über die Aufnahme in den Konzern entscheiden? Zum einen hat jeder seinen eigenen Geschmack und zum anderen können zum Beispiel die Bewerber nicht nach Pro und Wider iPhone aussortiert werden. So etwas ließe sich gar nicht vertreten.
    2. Wenn der Zustand eines Notebooks etwas über den Benutzer verraten soll, müsste man sich doch als Personalvertreter an das Notebook setzen dürfen um mal “kurz” zu schauen ob nicht doch irgendwo politisch unangemessene Inhalte auf dem PC sind. Ich denke nicht, dass irgendwer der eine radikalere Einstellung hat unbedingt gleich einen Hintergrund auf dem Rechner hat, der dies wider spiegelt.

    Stattdessen könnte man die neuen Notebooks mit den i5 Prozessoren der zweiten Generation auch komplett mit XenDesktop zum Beispiel virtualisieren und privates Profil vom geschäftlichen trennen.
    Ich sehe sehr häufig Leute die auf ihren Arbeitsrechnern private Bilder als Hintergrund haben, was aber bei Präsentationen überhaupt nicht professionell rüber kommt.

    Noch kurz zur Datensicherheit. Klar viele Sachen kann man in der Cloud speichern, aber für Datenbestände von mehreren Gigabyte hat kein Unternehmen eine passende Netzinfrastruktur. Das laden eines Dokuments aus dem Netz würde Minuten dauern.

    Es gibt sehr viele Aspekte, die einem erst beim genaueren Planen auffallen würden, deswegen denke ich nicht, dass das so umgesetzt werden kann, wie es hier gewünscht wird.

  • Anja Schönwald

    Hallo Herr Haas,
    vielen Dank für Ihren fundierten Kommentar, natürlich ist auch mir bewußt, dass man dabei noch weitaus mehr beachten muss, allerdings vertrete ich ja hier absichtlich eine überzogene humorige Ansicht der Situation, die zur Diskussion anregen sollte, mit Erfolg wie man sieht :)

  • Ulrich Giegerich

    Getrennte Umgebungen für “privat” und “dienstlich” sind ein interessanter Aspekt und durchaus als Ausweg aus der BYOD-Diskussion denkbar. Dies ist inzwischen ja nicht nur für Notebooks, sondern auch für Smartphones verfügbar.

    Dennoch kann ich mich nicht damit anfreunden, da dies – zumindest bei den mir bekannten Produkten – eine Einschränkung des Anwenders bedeuten würde. Ich verfechte hier die Position des Anwenders als Kunden der IT und wichtigstes Gut der Unternehmen.
    Und aus einem anderen Grund: Einschränkungen werden nicht akzeptiert und als Folge umgangen.

    Es muss eine Lösung zum Einsatz kommen, die die Anwender unterstützt und nur da einschränkt, wo es wirklich sein muss.

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