Sven Löffler
31. März 2017 0
Digitalisierung

Telekom und ZEISS kooperieren für Augmented Reality Datenbrille

Die bereits 2012 vorgestellte Datenbrille von Google, die Google Glass, endete 2015 mit einem Verkaufsstopp und als großer Flop. Nun nehmen die Deutsche Telekom und die ZEISS die Zügel für eine neue smarte Brille wieder auf und tauchen damit in die Augmented Reality ein. Die Fertigung der Brille hat der Optik-Spezialist aus Oberkochen übernommen, die Netzinfrastruktur steuert die Telekom bei.

Augmented Reality – Was war das noch gleich?

Zu Deutsch bedeutet Augmented Reality nichts weiter als erweiterte Realität, worunter die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung zu verstehen ist. Hierbei ist die Ansprache aller menschlichen Sinnesmodalitäten denkbar, jedoch wird oft nur an die visuelle Datendarstellung gedacht. Bei der visuellen Darstellung von Informationen werden Bilder oder Videos mit computergenerierten Zusatzinformationen oder virtuellen Objekten mittels Einblendung bzw. Überlagerung, ergänzt.
Zugegebener maßen hört sich dies zunächst nicht wirklich spektakulär an – ist es aber. Wieso? Dies stellten die Deutsche Telekom und die ZEISS auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona unter Beweis.

Erster Auftritt für die smarte Brille auf der MWC 2017

Das Smartphone oder der PC mit dem Sie gerade diesen Artikel lesen könnte bald der Geschichte angehören. Abgelöst durch Geräte wie eine „einfache“ Brille. Telekom-Chef Tim Höttges versicherte dies schon in Barcelona bei der Vorstellung der gemeinsam entwickelten Datenbrille mit der ZEISS.
Ist dies für Sie noch unvorstellbar? Dann denken Sie vielleicht am Ende dieses Blogs schon etwas anders darüber.

In den Gläsern sollen zusätzliche Informationen oder Grafiken wie für die Navigation eingeblendet werden können. Anders als etwa die Datenbrille von Google bezieht das Gerät die Rechenpower direkt aus dem Netz, erklärte Telekom-Chef Höttges. Und dieses Netz soll künftig noch schneller werden: 5G steht vor der Tür! In nur drei Jahren soll das 5G Netz der Standard und Europa maßgeblich an der Entwicklung beteiligt sein. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten und so ist der Ausbau teuer und die Telekom braucht Investitionssicherheit.

Wie Höttges die neuartige Brille auf der MWC vorstellte und wie die Brille nun eigentlich aussieht sowie einiges mehr, können Sie sich in unserem Video von der MWC17 auf der Facebook-Seite der Deutschen Telekom ansehen.

Aber wozu ist so eine Datenbrille denn nun gut?

„Ziel ist es, das Anwendungspotenzial und die Zukunft von Datenbrillen auszuloten und voranzutreiben“, erklärten die beiden Unternehmen. Dahingehend können Entwickler denkbare Anwendungsmöglichkeiten für die smarte Brille entwerfen.
Aber nicht nur das Tüftlerherz dürfte einen Hüpfer machen – auch ist die Datenbrille sowohl für Verbraucher als auch verschiedene Wirtschaftszweige von Nutzen. Denn sie bietet einen nahezu grenzenlosen Pool an Vorteilen und Einsatzfeldern.
Die Datenbrille kann den Wissenstransfer über Segmente hinweg unterstützen. So werden beispielsweise wertvolle Erkenntnisse in elektronischen Logbüchern festgehalten und global geteilt, um so wiederkehrende Herausforderungen zu bewältigen. Desweiteren ermöglichen zielgerichtete Informationen in Echtzeit dem Mitarbeiter, Muster und Zusammenhänge unterstützt durch Big Data Analytics Anwendungen zu erkennen und auf unvorhergesehene Ereignisse schnell und adäquat zu reagieren.

Realisierbare Anwendungsfälle im Kontext IoT

Auf dem Fußballfeld gibt es bereits einige Spieler, die mit Sensoren ausgestattete Schuhe und Trikots tragen. Jede Bewegung erzeugt Daten, die ganz im Sinne von Big Data Analytics zu Mustern oder Korrelationen zusammengeschlossen werden können und so das Spiel verbessern. Was jedoch eher neu ist, ist das auch der Trainer mit Hightech ausgestattet wird in Form einer Datenbrille. Sie befähigt ihn ad hoc auf Bewegungsabläufe zu reagieren, zum Beispiel wann ein Spieler an seine Leistungsgrenze kommt. Die Erfassung der Datenflut der Sensoren von der Kleidung der Spieler und dem Widerspiegeln auf der Datenbrille bringt neuen Pfeffer in die Trainingsmethodik. Hierdurch werden nur noch mehr Korrelationen und Muster erkenn- und nutzbar.
In der BMW-Fabrik haben die Mitarbeiter die Hände frei bei der Arbeit und müssen nicht lästig die Augen vom Auto hin zum PC oder Tabelt bewegen, sondern können ihr Werk voll konzentriert ausführen. Außerdem vernetzt die Datenbrille die Fabriken untereinander. Dies bewirkt zum Beispiel in der Fernwartung einen großen Nutzen, wo früher noch ein Experte extra in ein anderes Land reisen musste, kann er heute einem Kollegen in Echtzeit mit einer Datenbrille anweisen und dann in einer 3D-Simulation die Anpassung machen.
Beim Fensterputzen – ja sogar bei der Gebäudereinigung ist die Datenbrille ein wahrer Helfer. Beispielsweise werden die zur fachgerechten Reinigung erforderlichen Materialien, Arbeitsschritte und zusätzliche, hilfreiche Informationen in das Sichtfeld projiziert. Die Datenbrille kommuniziert außerdem mit Reinigungsgeräten wie Staubsauger oder Wischmopp sowie Handschuhen, die, ebenfalls, mit Sensoren ausgestattet sind. Bei der Reinigung registrieren die Sensoren nicht nur, ob das Reinigungsgerät die Oberfläche berührt, sondern sie weisen auch darauf hin, wenn der erforderliche Anpressdruck für eine effektive Reinigung zu gering ist.

Bedeutung für das Datenwachstum

Die Next Generation Networks (NGN) der 5. Generation sollen eine Übertragungsrate von 1 Gigabit pro Sekunde und mehr garantieren. Dies spielt eine große Rolle für viele datenintensive Anwendungen, wie beispielsweise für Big Data Analytics. Zu den bisher genutzten mobilen Endgeräten, die Big Data Analytics Technologien verwenden, wird Schritt für Schritt die Datenbrille hinzukommen. Cisco (2015) erwartet zwischen 2014 und 2019 einen jährlichen Anstieg des über Mobilfunknetze übertragenen Datenvolumens um 49 Prozent. Der Anteil des Mobilen am gesamten Internetverkehr wird im selben Zeitraum voraussichtlich von 3 auf 9 Prozent ansteigen.
Betrachtet man dazu noch die vielfältigen potentiellen Einsatzfelder der Datenbrille und den damit verbundenen Datenaustausch zwischen den einzelnen IoT-Devices, bleibt kaum die Frage offen, ob die Datenbrille ein weiterer Garant für das explodierende Datenwachstum ist.

Bleibt zu verfolgen welche Use Cases die neue Datenbrille der Telekom und der ZEISS in Zukunft aufwerfen!

Und was halten Sie von unserem neuen Schmuckstück? Teilen Sie es uns mit via twitter @DeutscheTelekom. Oder suchen Sie nach mehr Informationen unter den Hashtags: #MWC17 #AugmentedReality #Cloud #Telekom

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mit dem Absenden des Kommentars akzeptieren Sie unsere Kommentar-Policy.

a) Leser sind herzlich zum Kommentieren eingeladen.

b) Kommentare sollten den Wert des Weblogs erhöhen.

c) Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Kommentare erst nach Prüfung frei schalten.

d) Kommentare, die nichts mit dem Thema des Beitrags zu tun haben, offensichtlich Urheberrechte verletzen, beleidigenden Inhalt oder persönliche Angriffe enthalten, werden gelöscht.

e) Links können gerne eingebunden werden, sollten aber zum Thema des jeweiligen Blog-Postings gehören. Links zu anderen Webseiten oder Blogs, die nichts mit dem jeweiligen Blog-Posting zu tun haben, werden als Spam angesehen und gelöscht.

 
 

Twitter

tsystemsde @tsystemsde
T-Systems DE  @tsystemsde
All colleagues of the Innovation Center have arrived in Hannover with their equipment and look forward to interesti… https://t.co/oHrNwEELKL 
T-Systems DE  @tsystemsde
Alle Kollegen/innen des Innovation Centers sind mit ihrem Equipment in Hannover angekommen und freuen sich auf inte… https://t.co/ehaSDWI8js 
T-Systems DE  @tsystemsde
Wir begrüßen SALT auf unserem Stand der @hannover_messe - er wird uns bei den Präsentationen kommende Woche unterst… https://t.co/trsHderyYO 
T-Systems DE  @tsystemsde
Die „Biene“ @roam_bee hat geliefert - der Aufbau des #TSystems Innovation Center auf der @hannover_messe ist fast f… https://t.co/oEehmjPRx8 
T-Systems DE  @tsystemsde
So sieht die fleißige "Biene" @roam_be im Einsatz aus - Transport des eBikes nach Hannover #HM17 https://t.co/yq1BS5wvT4 
T-Systems DE  @tsystemsde
Wieder unterwegs - die Transportüberwachungslösung @roam_be begleitet zwei #TSystems Kollegen, die ein eBike nach H… https://t.co/kVAHCzIYXs 
T-Systems DE  @tsystemsde
VWE 17: Informelles Experten-#Networking-Hub zum virtuellen #IT-#Workplace am 27./28.4. #Berlin. Jetzt anmelden:… https://t.co/keSefh23v1 
T-Systems DE  @tsystemsde
Noch 2 Tage bis zum Start in Hannover: Aufbau des #HM17 Messestand von @deutschetelekom & #TSystems geht voran:… https://t.co/kNTwMifUwc