Sven Löffler
13. November 2015 0
Digitalisierung

Die deutsche Datenburg macht‘s vor

Erst Edward Snowden, dann die österreichische Klage gegen das „Safe Harbor“-Abkommen und zu guter Letzt der Urteilsspruch des Europäischen Gerichtshofs. Persönliche Daten europäischer Internet-Nutzer sind in den USA laut EU-Kommission nicht ausreichend geschützt. In Biere, im größten „Cloud“-Rechenzentrumvon der Deutschen Telekom sind die Daten jedoch sicher.

Eine spannende Diskussion um die unterschiedliche Handhabung und Verarbeitung von Nutzerdaten in den USA und Europa entfachte der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden. Er machte das Ausmaß der Überwachungsaktivitäten von US-Sicherheitsbehörden publik und gab damit einen kräftigen Anstoß, die amerikanischen Datenschutzbestimmungen sowie das „Safe Harbor“-Abkommen, welches den Datenaustausch zwischen der EU und den USA regelt, zu überdenken.

Als nun auch noch die Klage des Anwalts Max Schrem aus Österreich erfolgte, der die Speicherung der Nutzerdaten von Facebook in den USA als zu unsicher einstufte, stand das Aus von „Safe Harbor“ bevor. Die europäischen Richter stimmten der Anklage zu, die amerikanische Datenzentren seien nicht ausreichend vor US-Behörden geschützt. Seit dem Jahr 2000 konnten bis zu diesem Zeitpunkt Daten von EU-Bürgern legal in die USA übermittelt werden, obwohl die amerikanischen Datenschutzrichtlinien nicht dem EU-Datenschutz entsprechen. Die Aufgabe für die Zukunft wird das Neugestalten des Abkommens zwischen der USA und Europa sein, um ein angemessenes Datenschutzniveau auf beiden Seiten zu sichern.

Doch wer denkt, die amerikanischen Unternehmen geben ihre Daten freiwillig oder ohne Widerstand den US-Behörden preis, der irrt. Oft verpflichten die Behörden die Unternehmen jedoch zur Freigabe ihrer Daten. Durch Gerichtsbeschlüsse könnten Sanktionen, wie Bußgelder oder sogar Haft, drohen, wenn sie ihre Daten nicht zur Verfügung stellen. So weigerte sich kürzlich Microsoft, Kundendaten eines Unternehmens heraus zu geben und steht nun vor Gericht. Microsoft allerdings erfährt Unterstützung von Apple, Cisco, Verizon und AT&T, die eine direkte Herausgabe der Daten auch als ein Verstoß gegen europäisches Recht sehen. Verliert Microsoft den Prozess, stehen sie vor der Frage, wie sie ihren Kunden weiterhin Datensicherheit garantieren können.

Microsoft, Apple, Amazon und Co.

Den Unternehmen geht es also vor allem darum, sich dem direkten Zugriff von US-Behörden zu entziehen. Dazu erbauen Unternehmen wie Google, Microsoft (Pressemitteilung vom 12.12.2015) , Apple und Amazon immer mehr Rechenzentren auf europäischem Boden. Das Rechenzentrum in Biere gilt seit dem Urteilsspruch gegen „Safe Harbor“ als Vorbild für sichere Datenspeicherung. Die Gründe dafür sind plausibel. Zum einen ist das Rechenzentrum vor äußeren Eindringlingen durch eine Vielzahl von Abwehrmaßnahmen, wie mehrfach gesicherten Zufahrten, Zäunen, Handflächen-Scanner, Sicherheitsglas, Kameras usw. geschützt. Und zum anderen ist der Zugang in das Gebäude nur über eine Hochbrücke möglich – man könnte tatsächlich von einer Datenburg sprechen. Desweiteren hat Deutschland in Sachen Datenschutz einen klaren Standortvorteil, da hier das Bundesdatenschutzgesetz, eines der strengsten Gesetze zur informationellen Selbstbestimmung, herrscht. Die Deutsche Telekom hat beispielsweise für ihre Big Data Lösungen Prinzipien aufgestellt, die zeigen, dass der Datenschutz in allen Bereichen respektiert wird. Eines der Prinzipien lautet, wer personenbezogene Daten nutzen will, benötigt die gesetzliche Erlaubnis des Betroffenen. In den USA ist dies nicht der Fall.

Made in Germany

Das Rechenzentrum der Deutschen Telekom bietet US-Konzernen die Möglichkeit, ihre Daten unter deutsche Gesetzesbestimmungen – „made in Germany“ – zu stellen. Unternehmen wie Cisco, VMware,Salesforce und auch der chinesische Hightech-Konzern Huawei haben dieses Angebot bereits angenommen. Mit dem Ziel, die Macht von amerikanischen Sicherheitsbehörden einzuschränken, bauen die Unternehmen in Biere ihre Computerserver auf. Den Betrieb, die Wartung und die Administration übernimmt dabei jedoch die Telekom. Dadurch haben die Unternehmen keine Chance, auf die dort gespeicherten Daten zuzugreifen und die Daten ihrer Kunden sind sicher.

Gleichzeitig können die Unternehmen ihre Effizienz steigern und Kosten sparen, da die T-Systems das Datenhosting übernimmt. Somit müssen weder eigene Ressourcen für die Aufrechterhaltung einer On-Premise-Infrastruktur aufgebracht werden, noch müssen große Investitionen getätigt werden. Die Unternehmen können sich stattdessen auf ihre eigentlichen Hauptkompetenzen konzentrieren. Dieser Ansatz ermöglicht außerdem die Migration in die T-Systems Dynamic Cloud Plattform, auf welcher die Partnerlösung von Cloudera zum Einsatz kommt. Dies bietet Unternehmen die maximale Flexibilität in der Verwendung von Hadoop, da je nach Anforderung hoch und runter skaliert werden kann. Desweiteren wird das Ausfallrisiko durch das Zero Outage Programm minimiert und ein stabiler und hoch verfügbarer IT-Betrieb des Rechenzentrums gewährleistet. Mit Hilfe von Backup-Servern und Replikation, können Unternehmen eine dauerhafte Verringerung der Häufigkeit und Dauer der Zwischenfälle erwarten.

Mehr zum Thema Sicherheit im Internet finden Sie hier. Wie Sie selbst sicher mit Ihren Daten umgehen, verrät Ihnen dieser Ratgeber.

Big Data Grüße,
Sven Löffler

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