Sven Löffler
19. Oktober 2015 0
Digitalisierung

Big Data im Motor- und Radrennsport

Die Tour de France und die Formel 1 sind im Jahre 2015 keineswegs mehr Einzeldisziplinen. Hochkomplexe Big Data Technologien kommen zum Einsatz, welche von mehreren IT-Spezialisten bedient werden müssen. Erstmalig wurden in diesem Jahr den Zuschauern der Tour de France Daten über Position und Geschwindigkeit live im Netz zur Verfügung gestellt.

Formel IT

Die Informationstechnologie hat in der Königsklasse des Motorsports einen ganz besonderen Stellenwert erreicht. Die Autos, ausgestattet mit mehr als 200 Sensoren, senden permanent Daten. Diese unverarbeiteten Daten müssen erst einmal von den Datenspezialisten mit entsprechenden Big Data Tools aufbereitet werden. Datenaggregation und Analyse sind hier gefragt. Anschließend können die Datenspezialisten aus den Informationen Prognosen erstellen und somit die Taktik des Fahrers optimieren. Ein solches Vorhaben erfordert natürlich eine entsprechende Ausstattung: Notstromkreis, Cloud-Backup und Supercomputer stehen daher an erster Stelle.

Tour de Big Data

Doch auch im Radsport kommen mittlerweile hochinnovative Technologien zum Einsatz. Bei der diesjährigen Tour de France wurde erstmals eine Big Data Analyse live im Netz durchgeführt. Jedes Rad wurde dafür unter dem Sattel mit Live-Trackern ausgestattet. Diese Tracker generieren Daten, welche auf eine zentrale Plattform geladen und anschließend analysiert werden. Auf einer Live-Tracking-Webseite wurden die Daten dann für Zuschauer visualisiert und in Echtzeit zur Verfügung gestellt. Somit konnten die Fans eigenständig auf die Geschehnisse außerhalb des Fernsehens zugreifen und Informationen über ihren Favoriten, die verschiedenen Teams, Positionen und Geschwindigkeiten sowie die Entfernung zwischen den einzelnen Fahrern erlangen. Ebenso konnten Kommentatoren, Sendeanstalten und Medien jeden einzelnen der 198 Radfahrer verfolgen. Aber auch für die Sportwissenschaft ermöglichen die erfassten Daten ganz neue Erkenntnisse. Sie erfahren beispielsweise, wie der Wind die Geschwindigkeit beeinflusst, oder auch wie sich Fahrer auf ein Sprint-Finish vorbereiten.

E-Bike: BULLS Sturmvogel E Evo

Auch für Hobbysportler sind intelligente Fahrräder bereits verfügbar. Schon auf der Eurobike 2014 gab die Telekom die erste Kooperation im Bereich „vernetztes Fahrrad“ mit dem Radhersteller Canyon Bicycles bekannt.
E-Bike: Bulls Sturmvogel E Evo
Auf der diesjährigen Eurobike präsentierte die Telekom zudem zusammen mit dem Fahrradhersteller BULLS und dem E-Bike-Systemhersteller Brose das vernetzte Elektrofahrrad „BULLS Sturmvogel E Evo“. Das Fahrrad verfügt über eine On-Board-Unit (OBU), welche mit einer SIM-Karte, einem Miniatur-Prozessor (Mikrocontroller), einer Bluetooth-Schnittstelle, einem Bewegungssensor und einem GPS-Modul ausgestattet ist.
Diese Komponenten können Informationen zu Akkulaufzeit und Standort über das Mobilfunknetz in ein hochsicheres Rechenzentrum von T-Systems und anschließend an eine Smartphone-App übermitteln. Verschiedene Sensoren erfassen außerdem den Verschleiß von Bremse, Antrieb und zukünftig noch weiterer Komponenten. Zusätzlich registriert der integrierte Bewegungssensor ungewöhnlich schnelles Abbremsen und extreme Schräglagen des Rades. In einem solchen Fall erkundigt sich das Rad durch das angebundene Display, ob es dem Nutzer gut geht. Reagiert der Fahrer nicht und fährt er nicht weiter, wird eine SMS mit Ortungsdaten an eine im Vorfeld bestimmte Person verschickt.

Vorgestellt wurde das Fahrrad auf der Eurobike in Friedrichshafen vom 26.-29. August. Mehr Informationen gibt es unter connectedbike.bulls.de

Big Data Grüße,
Sven Löffler

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