Uwe Pacharzina
16. August 2017 1
Collaboration

Moderner IT-Arbeitsplatz – Slow down

Alle reden von der Zukunft der Arbeit – und wir reden davon, dass man dafür eben auch einen zukunftsfähigen Arbeitsplatz benötigt. Aber wie schnell kommt man da hin?

Vor kurzem schrieb ich (hier) , dass Mitarbeiter mit ihrer IT-Arbeitsplatz-Ausstattung unzufrieden sind und konkrete Ansprüche an die Technik haben. Aber die Realität und insbesondere Begegnungen mit Kunden lehren uns, dass die Wünsche in puncto IT-Arbeitsplatz hie und da auch ein wenig anders aussehen.

Moderner IT-Arbeitsplatz – ja, aber bitte nicht zu schnell

„Bitte nicht zu viel Veränderung auf einmal. Dynamic Workplace überzeugt uns, aber bitte nicht zu schnell. Das gibt unsere Unternehmenskultur nicht her“. Das ist meistens der Punkt, an dem man als Consultant für Dynamic Workplace in ein Loch fällt. Eine starke Vision, konkrete Mehrwerte, überzeugendes Konzept – und der Aufprall an der Realität. Von wegen: das Projekt mit dem „großen Wurf“.

Unterschiedliche Unternehmenskulturen brauchen unterschiedliche Dynamik

Verschiedene Unternehmen haben unterschiedliche Unternehmenskulturen. Wo manche den großen Wurf bevorzugen und direkt von ihrem aktuellen Betriebsmodell aus alte Zöpfe lieber heute als morgen abschneiden, da zaudern andere und wollen eine sanften Übergang von der aktuellen Situation in die IT-Arbeitsplatz-Zukunft. Wir nennen diese beiden Modelle „Jump“ und „Walk“.
Ein Sieger-Geher bei den olympischen Spielen erreicht nach etwa 3:40 Stunden sein 50 km-Ziel, ein Weitspringer braucht nur wenige Sekunden, innerhalb derer er auf das Podest hüpft. Und doch sind beiden letzten Endes Goldmedaillengewinner und am Ziel ihrer Träume. Der erfolgreiche Geher hat andere physische Voraussetzungen (Ausdauer) als der Springer (explosiver Krafteinsatz). Genauso wie Unternehmen eine unterschiedliche Unternehmens-DNS haben.

Dynamic Workplaces und die Bestands-IT

Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Branche, die Altersstruktur, die Entscheider können dieses Klima beeinflussen, aber auch der Status der IT. Als Faustformel: 20 Prozent aller Business-Applikationen sind im Schnitt selbst gemacht. Im Auftrag oder selbst programmiert, proprietär, über Jahre oder gar Jahrzehnte gepflegt. Funktionstüchtig – häufig übrigens für Kernprozesse eines Unternehmens (wieso sollte man sonst individuelle Apps entwickeln?), aber eben nicht so einfach in eine dynamische Arbeitsplatzwelt migrierbar. Und damit sinken natürlich auch die Mehrwerte eines dynamischen IT-Arbeitsplatz-Konzepts drastisch. Oder andersherum: Damit steigen die Aufwände für einen Umstieg dramatisch. Und die will nicht jedes Unternehmen trotz erkannten Nutzens in einem Stück auf sich nehmen.

Der langsame Pfad zum modernen IT-Arbeitsplatz

Für den Anbieter bedeutet das, dass er seinen Kunden sowohl den langsam, evolutionären Pfad zum Digital Workplace ermöglichen muss als auch den dynamischen, revolutionären. So gibt es auf dem langsamen Pfad zum Digital-Workplace-Gipfel mindestens zwei Zwischenetappen: CMO+ (Current Mode of Operations optimiert), in dem der aktuelle Status zunächst belassen und punktuell optimiert wird (z.B. Applikationskonsolidierung, Prozessautomatisierungen). Von diesem Plateau aus können dann gemischte Szenarien in Angriff genommen werden. Hier werden beispielsweise Standard-Prozesse und –Tools eingeführt. Der letzte Schritt zum digitalen Gesamtkunstwerk ist dann nicht mehr der große Sprung. Damit verteilen sich nicht nur die Projektkosten, sondern auch die Mitarbeiter können kontinuierlich mitgenommen werden.

Und auch Unternehmen mit eher statischen Kulturen erreichen die digitale Zukunft.

Mehr zum Thema Zukunft des Arbeitsplatzes finden Sie in unserem White Paper (hier).

1 Kommentar

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    Hagen Grafe 16. August 2017 13:11

    Hallo Uwe, hast Du treffend wiedergegeben. Wir haben zum Glück die Zeichen der Zeit erkannt und unsere DWP-Lösung entsprechend angepasst ;-).

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