Heike Riedinger
13. April 2017 1
Collaboration

Ohne Human Change Management geht’s nicht

Change Management – das ist die Antwort auf das reflexhafte „Nein, den neuen Arbeitsplatz will ich nicht“ des Mitarbeiters, der vor den Veränderungen des digitalen Arbeitens zurückschreckt.

In einer Welt, in der die Wortmarke Digitalisierung allgegenwärtig ist, werden sich natürlich auch Arbeitsplätze grundlegend verändern. Das hatten wir ja schon in einigen Posts aufgezeigt. Und dass diese Veränderung am Arbeitsplatz mehrere Komponenten hat, ebenfalls. Die technologische Komponente ist dabei, Stand heute, nicht mehr das vordringliche Problem bei der Einführung digitaler Arbeitsplätze oder besser: von IT-Arbeitsplätzen für das digitale Zeitalter.

Digital Workplace braucht den Mensch

Wenn uns die Digitalisierung umtreibt, dann kreisen wir uns um Technologie, um Maschinen, um Prozesse etc. Wichtig ist, dass wir vor lauter technischem Fokus(pokus) und einer immensen Palette von Möglichkeiten nicht die relevanten Aspekte einer IT-Transformation aus den Augen verlieren: den Menschen.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Eine Grundregel, die viele Jahrhunderte Bestand hatte. Dies wird sich aber meines Erachtens durch die Digitalisierung und die neue Generation, die mit ständigen Wandel aufwächst, im Erwerbsleben verändern. Nichtsdestoweniger lässt sich angesichts der aktuellen Arbeitnehmer-Struktur immer noch festhalten: Nur die wenigsten Mitarbeiter sind Befürworter von Veränderung. Der größte Teil sind Zauderer und Bremser, die aus persönlichen oder sachlichen Gründen den Wandel ablehnen. Auf 15 Prozent wurden früher die puren Widerständler geschätzt – das wird vermutlich auch heute noch eine valide Zahl sein. Insgesamt stehen so 80 bis 90 Prozent der Mitarbeiter dem Wandel ablehnend gegenüber.

Doch wie sollen IT-Transformationsprojekte des Arbeitsplatzes unter diesen Rahmenbedingungen gelingen? Immerhin sprechen wir nicht von obskuren Diensten im Rechenzentrums-Backend, zu denen Anwender nur eine gelegentliche Beziehung über ein GUI haben. Wir sprechen über den Dreh- und Angelpunkt ihrer täglichen Tätigkeit. Die Antwort liegt in einem Human Change Management. Offene, frühzeitige Kommunikation, sorgsame Unterstützung der Anwender – das sind die Komponenten, über die Widerstände reduziert und „Change-Kurven“ abgefedert werden können, die das Unternehmen in der Regel belasten.

Akzeptanz, Integration und Kommunikation

Change Management fußt auf drei Pfeilern: der Akzeptanz-Kommunikation (mit einer fundierten Argumentation für die Veränderung), der Integration von Stakeholdern (die Beobachter zu Betroffenen und Betroffene zu Beteiligten macht) und einer Anwender-Kommunikation (die den Einstieg in die neue Welt vereinfacht, den roten Teppich zur Nutzung ausrollt).

Zu häufig wird in Transformationsprojekten – insbesondere auch bei Arbeitsplätzen – diese Komponente eines ganzheitlichen Change Management vergessen. „Rausgeschmissenes Geld oder wir haben wichtigeres zu tun in diesem Projekt “, hört man da allenthalben. Vielleicht sollten wir unseren Blick aber stärker auf das große Ganze richten: Wer den Return on Investment (ROI) von Transformationsprojekten vergleicht, der erkennt sehr schnell, dass Human Change Management und Mitarbeiter-Kommunikation Akzeptanzzeiträume verkürzen und den Produktivitätsverlust während der Transformation reduzieren. Weniger Emotion, mehr Business sozusagen.

„Virtual Workplace Evolution“

Dies ist eines der Themen, das Thomas Gierich auf die „Virtual Workplace Evolution“ mitbringen wird. Mehr Infos zur Veranstaltung hier

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