Korbinian Lehner
8. Oktober 2014 0
Cloud

Supersmart Home – der Angriff der Küchengeräte

Freitag, endlich Freitag. Ich komme nach Hause, die Türe öffnet sich sanft als ich mein Smartphone an sie halte. Das Licht geht an, die Heizung hat schon vor Stunden erkannt, dass der Feierabend naht. Schuhe aus, ich bahne mir meinen Weg an den zufriedenen Fischen im automatisch gereinigten und befütterten Aquarium vorbei während im Hintergrund das Kaminfeuer anspringt.

Freitag ist grün. Nicht nur wegen der WLAN-vernetzten Pflanzengießanlage sondern auch, weil Forscher immer wieder die beruhigende Wirkung der Farbe bestätigt haben. Und so hat nicht nur die Stehlampe sondern auch der Wohnzimmerboden und die Badbeleuchtung sanft die Farbe gewechselt als ich mich auf die Couch fallen lasse. „Tagesschau“ rufe ich in den Raum und sofort springt nicht nur der Fernseher, sondern auch das Tablet an und zeigt mir zu den News des Tages zugehörige Statistiken und Wikipedia-Einträge an. Und während ich noch über das Abendessen siniere, schlägt mir eine Stimme aus dem Off bereits mehrere Rezepte vor, basierend auf den Inhalten meines Kühlschranks, zwei davon bereits mit Facebook-„Likes“ von Freunden versehen. Der Herd wärmt automatisch vor, die Spülmaschine läuft mit günstigem Nachtstrom und ich genieße die neue Welt von heute, während mein automatisch gemessener Blutdruck (mittels smarter Manschette gleich in die Cloud synchronisiert) sich nach einem anstrengenden Arbeitstag wieder im Normalbereich einpendelt.

Die digitale Hölle – ebenfalls smart!

Bequem? Sicherlich. Realität? In immer mehr Haushalten. Langweilig? Mitnichten. Sehen wir uns das selbe Szenario eine Woche später an:

Freitag, endlich Freitag. Vor der Türe meldet sowohl die Türe als auch das Handy einen Fehler und lässt mich erst nach einem Zugriff auf das „Notschloß“ und meinen Schlüssel im Auto ins Innere. Eisige Kälte schlägt mir entgegen. Ich behalte Schuhe und Socken an und wundere mich über die wenigen Fische im vermoosten Aquarium, während im Hintergrund das Licht im Stroboskop-Rhythmus flackert. Ich betrete den Raum, das Licht erlischt und der Fernseher zeigt auf einmal ein grelles Weiß, das fast in den Augen sticht und sich im See des auslaufendend Pflanzenwassers auf dem Boden spiegelt. Das Tablet liegt leer am Boden, die Sprachsteuerung erkennt meine Stimmt nicht und versagt den Dienst. In der Küche ähnliches: Der Backofen läuft seit Stunden im Reinigungsmodus (die Scheibe ist gesprungen) und ist wohl die einzige Wärmequelle in der Wohnung, der Kühlschrank ist auf 21 Grad geheizt, alle Lebensmittel verdorben. Und wieder Wasser. Die automatische Abschaltung der Spülmaschine hat versagt, wenigstens werden auf dem Smartphone die Likes für einen Facebook-Eintrag angezeigt, er enthält wirren Spam, in meinem Namen gepostet. Die Blutdruckmanschette lege ich nicht mehr an. Nicht, weil ich um meinen in solchen Situationen hohen Blutdruck weiß, sondern weil sie geplatzt und dem hohen Druck nicht mehr standhaltend auf dem Küchenboden liegt.

Smarter Himmel oder digitale Hölle – eine Frage der Sicherheit

Ob smarter Himmel oder digitale Hölle, beide Szenarien sind so ohne weiteres heute denkbar. Alle beschriebenen Techniken sind heute frei erhältlich und ich nutze sie fast täglich. Aber was mit der Technik und den Geräten, welche oftmals schon auf einer einheitlichen Plattform operieren, geschehen kann ist offensichtlich: Ohne Sicherheit und Schranken sind nicht nur Hackern sondern auch Verbrechern Tür und Tor geöffnet. Leicht können sie sich damit nicht nur unseres Hauses, sondern auch unserer Gesundheit bemächtigen, ein wirkliches Horror- und mögliches Erpressungsszenario.
Doch was tun um digitalem Mißbrauch Einhalt zu gewähren? Anders als beim Datenschutz hilft das Loslösen von Plattformen wenig – gerade die Kommunikation der unterschiedlichen Geräte auf einer Plattform ist nun einmal das Effizienzbringende beim Thema smartes Zuhause. Eine proprietäre Kommunikation? Ebenfalls einschränkend, da ja gerade die Offenheit vieler Protokolle und Plattformen deren Verbreitung und damit auch Durchsetzung fördert. Wieder auf analog umsteigen? Nicht wirklich, die Vorzüge sind allzu groß und verlockend.

Sicherheit als mitwachsender Faktor

Ich glaube zutiefst an die digitale Vernetzung und bevorzuge natürlich offene Plattformen, auch wenn es um die Vernetzung des digitalen Heims geht. Aber – und das ist unbedingt notwendig – es muss nicht nur die Plattform auf Basis der Anzahl der vernetzten Geräte mitwachsen, sondern auch die Sicherheit in Proportion zum Grad der Vernetzung. Mitwachsende Sicherheitsszenarien können hier die Lösung sein – ebenso wie in einer dynamischen Unternehmens-IT. Denn in Zukunft wachsen nicht nur die Services (analog zur Anzahl der vernetzten Geräte) innerhalb von Cloud-Umgebungen dynamisch, sondern auch die Unterstützungsleistungen wie Netze, Lizenzmanagement oder eben Sicherheit. In der Dynamik der Sicherheit liegt der Schlüssel und das nicht nur (wie in der Vergangenheit) in Richtung neuer Erkenntnismuster und schnell auszubringender Patches sondern auch in der dynamischen Skalierung des supersmart home.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mit dem Absenden des Kommentars akzeptieren Sie unsere Kommentar-Policy.

a) Leser sind herzlich zum Kommentieren eingeladen.

b) Kommentare sollten den Wert des Weblogs erhöhen.

c) Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Kommentare erst nach Prüfung frei schalten.

d) Kommentare, die nichts mit dem Thema des Beitrags zu tun haben, offensichtlich Urheberrechte verletzen, beleidigenden Inhalt oder persönliche Angriffe enthalten, werden gelöscht.

e) Links können gerne eingebunden werden, sollten aber zum Thema des jeweiligen Blog-Postings gehören. Links zu anderen Webseiten oder Blogs, die nichts mit dem jeweiligen Blog-Posting zu tun haben, werden als Spam angesehen und gelöscht.

 
 

Twitter

tsystemsde @tsystemsde
T-Systems DE  @tsystemsde
Kostenfreie Tickets für die @itsa_Messe – alle Infos und Gutscheincode auf der #TSystems Messe-Seite: https://t.co/IYYKauW2Ar 
T-Systems DE  @tsystemsde
RT @HerbieConnected:Einladung Meet. Digital. Afterwork. Automotive. @tsystemsde Fasanenweg 5 Leinfelden Di 26.9. 18:00 "Wenn Maschinen… https://t.co/Y83ntFI1mk 
T-Systems DE  @tsystemsde
#Ngena: Die @DeutscheTelekom bietet gemeinsam mit Partnern ein „Weltnetz” für #Industrie4 Szenarien @silicon_de: https://t.co/eNP2GCOelv 
T-Systems DE  @tsystemsde
"30 Mio Gerichte werden täglich in DE verarbeitet", erklärt #TSystems SVP @ihofacker beim #Foodlogistics Workshop d… https://t.co/CQ4HczHYy0 
T-Systems DE  @tsystemsde
Gründer von Boom Chicago @peprosenfeld und #TSystems SVP Oliver Bahns diskutieren die #IoT Workshop-Kriterien… https://t.co/cS7jW3UJFE 
T-Systems DE  @tsystemsde
Chancen nutzen durch Redesign von Sprach- und Datennetzen: #TSystems Expertenseminar All-IP am 10.10. in München:… https://t.co/phBYbTwRBr 
T-Systems DE  @tsystemsde
@ThomasInTech - In die Marketingagenda von Unternehmen - das ist den 140 Zeichen zum Opfer gefallen...