Ingo Notthoff
28. April 2014 0
Cloud

Neues vom Amt

Ein grauer Schreibtisch, darauf stapelweise Formblätter, ein voll bestücktes Stempelkarussell – und auf dem Stuhl dahinter ein schlecht gelaunter Beamter. Zugegeben, so trostlos sieht es in den meisten deutschen Behörden heute nicht mehr aus. Doch als mir ein Bekannter neulich erzählte, wie lange er gebraucht hat, um sich nach einem Umzug in eine neue Stadt umzumelden, wurde mir klar: In der Amtsstube schlummert enormes Potenzial für digitale Services. Von denen übrigens nicht nur wir als Bürger profitieren würden – sondern auch der Steuerzahler.

Kurze Öffnungszeiten, eine Papiernummer ziehen wie einstmals an der Supermarkt-Fleischtheke – und dass man überhaupt noch persönlich erscheinen muss! Und wenn selbst im Wartebereich auf dem Amt alle, Kopf nach unten, in ihr Smartphone starren, prallen sichtbar Welten aufeinander.

Mit dem Smartphone kann ich heute einkaufen, bequem vom Taxi aus für meinen Flug einchecken und ganze Fabrikfertigungslinien steuern. Doch auf dem Amt zählt Papier – und das ist bekanntlich geduldig. Auch Häuslebauer und Unternehmen wissen ein Lied davon zu singen: Bitte einen Antrag in zweifacher Fassung mit Durchschlag stellen. Digitale Bürgerservices stecken noch in den Kinderschuhen. Ich finde deshalb: Die Kommunen müssten viel mehr investieren. Denn langfristig spart das dem Steuerzahler eine Menge Geld.

Papier über Papier – und was das kostet!

In deutschen Behörden lagern rund 30 Millionen laufende Aktenmeter, hat Booz & Company errechnet – das ist eine Strecke doppelt so lang wie das deutsche Autobahnnetz. Und mit jedem Jahr fällt noch mehr Papier an, das irgendwo gelagert werden muss. Ganz schön teuer.

Eine umfassende IT-Transformation in der Verwaltung ist der einzige Weg aus der Zwickmühle: Die öffentliche Hand gibt viel Geld aus für Archivierung und Bestandspflege – und das, obwohl die Kassen gerade der Kommunen leer sind und der Service verbesserungsfähig.

Geringere Ausgaben, besserer Service

Es gibt hinreichend Erfolgsbeispiele, die zeigen, wie es besser geht: Mit Doculife von T-Systems speichern, verwalten und archivieren Unternehmen und Verwaltung ihre Daten standort- und endgeräteunabhängig, sicher und langfristig günstiger als auf Papier. Das Land Rheinland-Pfalz setzt seit vergangenem November auf die Cloud-Services von T-Systems und bezieht IT-Kapazitäten nach Bedarf – und bezahlt auch nur für die Leistung, die es wirklich braucht. Gut für den Steuerzahler.

Oder der mobile Bürgerkoffer: Mit ihm kommt das Amt zum Bürger – nicht umgekehrt. Das Gute daran: Auch da, wo sich vollausgestattete Rathäuser nicht mehr rechnen, kann die Kommune weiter alle Bürgerservices anbieten. So sieht eine vom Kunden her gedachte Dienstleistung aus – Zero Distance eben.

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