Sven Hansel
8. Juni 2015 0
Cloud

Nächster Stopp: Fernost

„Huawei drängt an die globale IT-Spitze“, so schrieb es CRN.de Ende vergangenen Jahres. Wie der chinesische Konzern und Kooperationspartner von T-Systems dies schaffen will, erfuhr T-Systems Gastblogger Sven Hansel. Der IT-Journalist war als Autor der VDI nachrichten auf dem Network Congress des Unternehmens in Peking zu Gast.

San Francisco, Washington oder etwa Orlando, so heißen die typischen Geschäftsreiseziele für IT-Journalisten. Wenn die amerikanischen IT-Granden zu ihren Konferenzen einladen, dann geht es für mehrere tausend Kunden, Partner, Analysten und eben uns Pressevertreter regelmäßig westwärts. Seit nunmehr einem Jahr jedoch müssen wir unsere Reiseplanung in östlicher Richtung ausdehnen, um Destinationen wie Shanghai, Shenzhen oder Peking. Denn die chinesische IT-Industrie hat sich zu einer Konstante unserer Berichterstattung entwickelt.

Das liegt nicht nur am durchaus beeindruckenden Wachstum, sondern darüber hinaus am sehr ausgeprägten Bekenntnis in Richtung Europa. In Ostasien will man für mein Empfinden auch deshalb explizit mit europäischen Partnern eng kooperieren, um so ein starkes Gegengewicht zum (noch) US-dominierten globalen IT-Markt bilden zu können. Für Huawei bedeutet das: „T-Systems und SAP sind für uns strategische Partner“, so Pablo Cui, der für Geschäftskunden in Deutschland zuständige Managing Director. Ziel dieser Kooperationen: „In erster Linie große Konzerne, aber wir wollen mit unseren Partnern auch bestimmte Industrien mit spezifischen Cloudlösungen adressieren. Und dabei haben wir den gesamten paneuropäischen Raum im Blick“, so Leon He, der bei Huawei das gesamte B2B-Geschäft in Westeuropa verantwortet.

SAP HANA und IP-Technologie

Konkret erhofft sich Huawei von den Kooperationspartnern vor allem spannende Ansätze für den Bereich Cloud, Internet der Dinge und Industrie 4.0. SAP kann demnach hier mit seinem Vorzeigeprodukt HANA punkten. T-Systems bringe zusätzlich Kompetenz für „ICT-Innovationen, Transformation und neue Data-Center-Lösungen mit ein“, so Leon He, und: „Diese Kooperation ist letztlich nicht mehr als die Ausweitung unserer bereits bestehenden strategischen Partnerschaft mit der Deutschen Telekom insgesamt. Nun können wir die gesamte Wertschöpfungskette adressieren, vom Endkunden über die Carrier bis hin zu den Geschäftskunden.“ „Der Cloud Container ist in dieser Partnerschaft nur als erster Schritt zu sehen, wir wollen auch gemeinsame Lösungen in der IP-Infrastruktur und bei IP-Netzwerken anbieten“, so Pablo Cui.

China legt weiterhin Wert auf Tempo

Spannend war für mich aber der Besuch der Huawei-Konferenz auch aus einem ganz anderen Grund. Denn neben der bekannt ausgeprägten chinesischen Höflichkeit, ließen sich in Peking durchaus auch Zwischentöne wahrnehmen. So betrug das Wachstum der Huawei-Geschäftskundensparte in Deutschland 2014 mehr als 60 Prozent – und diese Pace erwarten die Chinesen weiterhin auch von ihren Kooperationspartnern. Das heißt, man galoppiert eher in Fernost als dass man eine Bereitschaft für Schritt-Tempo mitbringt. Zweite Botschaft: Partnerschaften müssen für Huawei immer auch ein strategisches Ziel beinhalten, dann ist man auch gewillt, massiv in Forschung und Entwicklung zu investieren – alles andere ist nur schmückendes Beiwerk.

Mein Fazit: Dass im Boom-Land China naturgemäß auch die IT-Industrie stark wächst, ist keine News. Doch die Idee, strategische paneuropäische Netzwerke mit hiesigen Partnern aufzubauen, hat Charme. Ich glaube jedenfalls, dass es für mich die kommenden Jahre nun öfters Richtung Fernost gehen wird.

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