Marc Wilczek
6. Mai 2014 0
Cloud

Die richtige Wolke für jeden Bedarf

Cloud Computing ist für deutsche Unternehmen schon längst kein Fremdwort mehr, wenn es um die Auslagerung von IT-Infrastrukturen geht. Doch welche Cloud-Lösung die richtige ist, hängt von individuellen Geschäftszielen und internen Anforderungen ab. Unternehmen stehen deshalb vor der Frage: Public, Private oder doch lieber die Hybrid Cloud?

Wichtige Auswahlkriterien sind sowohl die Sicherheit der Daten als auch die Verfügbarkeit der Services. Beispielsweise gibt es verschiedene Sicherheitsstufen für Rechenzentren, die durch den Tier-Standard definiert sind. Dieser reicht von Tier 1 (geringere Sicherheit) bis Tier 4 (höchstmögliche Sicherheit) und unterscheidet vor allem hinsichtlich Redundanz, Fehlertoleranz und Energieversorgung.

Public Cloud – einfach und schnell

Dienste aus der Public Cloud arbeiten über eine öffentliche, über das Internet geteilte Infrastruktur und sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Im Cloud Monitor 2014 bestätigen Bitkom und KPMG, dass bereits 15 Prozent der befragten Unternehmen die Public Cloud nutzen. Im Vorjahr waren es noch 10 Prozent. Sowohl Privatnutzer als auch Unternehmen schätzen die geringe Komplexität, die durch eine festgelegte Architektur und Infrastruktur entsteht. Einerseits bedeutet dies eine einfache Handhabung der Services, andererseits lässt es jedoch wenig Anpassungsmöglichkeiten zu, wenn es um Sicherheit oder Performance geht.

In der Regel arbeiten Public Clouds auf Tier-Standard 2 bis 3. Diese Sicherheitsstufen gewährleisten eine Verfügbarkeit zwischen 99,75 Prozent und 99,98 Prozent. Tier 2 verfügt dabei über eine einfache Redundanz. Tier 3 hingegen ist für geschäftskritische Anwendungen ausgelegt und bietet eine redundante Infrastruktur sowie aktive und passive Versorgungswege. Auch Wartungen sind hier im laufenden Betrieb möglich. Der Zugang erfolgt jedoch zumeist nicht über ein geschütztes Netz, sondern über das Internet. Nach der Anmeldung beim Cloud-Anbieter stehen die Services nahezu sofort – quasi auf Knopfdruck – bereit. Eine individuelle Betreuung durch den Dienstleister ist allerdings üblicherweise nicht inbegriffen.

Doch gerade Unternehmen müssen verstärkt auf die Aspekte Datenschutz und Compliance achten. Das europäische Datenschutz-Recht gilt nur, wenn die Daten im europäischen Raum gespeichert werden. Bei der Public Cloud liegt der Server jedoch nicht zwangsläufig innerhalb der EU. Zudem haben Unternehmen keinen Einfluss darauf, wo die Daten gespeichert werden. Sie eignet sich also eher dann, wenn Unternehmen IT-Ressourcen kurzfristig und variabel beanspruchen, beispielsweise für eine Test- und Entwicklungsumgebung oder für Startups um neue Anwendungen schnell auf den Markt zu bringen.

Private Cloud – sicher und hochverfügbar

Wer selbst entscheiden möchte, an welchem Ort seine Daten gespeichert werden, greift auf eine geschlossene Private Cloud zurück. Die Betreuung erfolgt entweder intern durch einen IT-Verantwortlichen oder wird einem externen Dienstleister übertragen, der die individuellen Kundenwünsche berücksichtigt und auf die spezifischen Anforderungen abgestimmte Services bereitstellt. Unternehmenskritische Anwendungen und sensible Daten sind in der Private Cloud in höchstem Maße geschützt – sowohl elektronisch als physisch.

Die Daten werden über ein geschütztes Netz übertragen und liegen in hocheffektiven Rechenzentren, die im Vergleich zur Public Cloud eine höhere Redundanz, Fehlertoleranz und Sicherheit besitzen. Die jährliche Verfügbarkeit liegt etwa im Tier-Standard 3 bei 99,98 Prozent. Tier-4-Rechenzentren erreichen sogar eine Hochverfügbarkeit von über 99,99 Prozent. Selbst bei Lastspitzen oder technischen Problemen, werden Ausfälle vermieden, indem der Provider die Arbeitslasten auf andere Server flexibel verteilt. Ein Beispiel für eine hochverfügbare IT-Umgebung ist die TwinCore-Technologie von T-Systems. Dabei sind sowohl Daten als auch Infrastrukturen synchron in einem zweiten Rechenzentrum, an einem anderen Standort, gespiegelt. Fällt ein Rechenzentrum aus, springt der Zwilling automatisch ein und übernimmt die Versorgung.

Durch den hohen Sicherheitsstandard eignet sich die Privat Cloud besonders für Unternehmen, die strengen Richtlinien und Vorgaben unterliegen oder geschäftskritische Anwendungen und sensible Daten besonders sicher verwahren müssen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Mehrheit der deutschen Unternehmen (laut Cloud Monitor sind es 36 Prozent) auf die private Lösung setzen.

Hybrid Cloud – das Beste aus zwei Welten

Die Hybrid Cloud ist, wie der Name schon sagt, eine Mischung aus Public und Private Cloud und vereint die Vorteile beider Bereitstellungsarten. Beispielsweise kann ein Unternehmen, das bereits eine Private Cloud nutzt, weitere Kapazitäten on demand aus der Public Cloud hinzufügen, sollte es unerwartet zu einer steigender Auslastung kommen. Da diese Kapazitäten nur temporär genutzt werden, bleibt auch der Preis überschaubar.
Die Betreuung durch den Dienstleister ist hier selbstverständlich und exakt an die Bedürfnisse des Kunden angepasst. Hinzu kommt, dass die Hybrid Cloud mit einem Tier-Standard von 3 oder 4 arbeitet, wodurch auch hier eine hohe Verfügbarkeit garantiert ist.
Den Überblick über die eingesetzten Cloud-Modelle behalten Unternehmen über ein Steuerungselement wie den Cloud Broker. Die zentrale Plattform ermöglicht es, die eigene IT-Infrastruktur effektiv zu managen – vom Wechsel zwischen verschiedenen Anbietern bis hin zu Reporting- und Abrechnungsfunktionen.

Vor allem für Unternehmen aus Branchen, die gleichzeitig hohe Nutzungsschwankungen und strengen Datenschutzlinien unterliegen – zum Beispiel im E-Commerce – ist die Hybrid Cloud eine passende Lösung. Ressourcen können durch Services aus der Public Cloud flexibel an den Bedarf angepasst werden, während sensible Kundendaten geschützt in der Private Cloud liegen.

Fazit

Für Unternehmen, die nur wenig mit sensiblen Daten zu tun haben oder nicht auf die höchstmögliche Verfügbarkeit angewiesen sind, ist die Public Cloud die richtige Wahl. Werden jedoch Kundendaten gespeichert oder wichtige Geschäftsprozesse durch IT-Ressourcen Unterstützt, sind ein hohes Maß an Daten- und Ausfallssicherheit sowie vordefinierte Serviceketten zwingend erforderlich. Die meisten Unternehmen müssen deshalb abwägen, ob der Schritt in die Private Cloud sinnvoller ist oder die Kombination beider Lösungen in einer Hybrid Cloud eine Alternative für die Handhabung großer Datenmengen und Lastspitzen darstellt.
Marc Wilczek

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