Weltreise gefällig?

Cloud Blog / 6. Januar 2012

Zu Weihnachten und Silvester schaut man ja gerne rund um den Globus. Nein, ich meine nicht das ZDF-Traumschiff auf seiner x-ten Reise in ferne Länder. Gerade zu Silvester ist es doch interessant (und für manch’ Ungeduldigen eine Qual), dass das neue Jahr in einigen Ländern schon angefangen hat, andere dagegen noch länger warten müssen. Als besonderes Highlight konnte man Samoa bewundern, wo man kurzerhand den 30.12.2011 ausfallen ließ und sich somit vom Ende der Datumsgrenze an deren Anfang schob. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass ihnen diese „Abkürzung“ kein zweites Mal gelingt. Für die kleinen Digital Natives interessant ist sicherlich Norad tracks Santa. Hier konnte der Flug von Santa Claus quasi live verfolgt werden.

Mit meiner „kleinen Weltreise“ fange ich fälschlichwerweise im Westen an, d.h. entgegen der Flugrichtung von Santa Claus. Über die USA ist zu lesen, dass ein Gericht zwar US-Netzbetreiber von Schadensersatz für geheimes Abhören freispricht, das Überwachen ohne richterliche Zustimmung aber für fragwürdig hält. Dabei wurde doch gerade erst behauptet, dass es so etwas gar nicht gebe. Gerade die aktuelle Entscheidung zeigt, wie komplex das Thema Datenschutz/-sicherheit schon innerhalb eines „Rechtsraumes“ ist. Deshalb ist die plumpe Forderung „Alles in Europa“ auch zu kurz gegriffen.

Beweis gefällig: Da baut Facebook ein eigenes Rechenzentrum für Europa und schon gibt es Kritik. Denn auch im Land von Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga gibt es Sicherheitsbehörden, deren Interesse an Daten von und über andere Leute scheinbar unstillbar ist. Zugegeben: Der verlinkte Artikel ist mit vier Seiten für heutige Verhältnisse lang. Er mag aber auch als Rüstzeug der ja auch bei uns nicht enden wollenden Debatte zur Vorratsdatenspeicherung dienen.

Aber weiter geht die Reise gen Osten und hier wird man endlich fündig: „Südkorea meldet erste Erfolge von Regierungscloud“. Während bei uns gerade erst über eine Bundes-Cloud geredet wird, sind die Koreaner schon weiter. Seit sechs Jahren sind dort Erfolge in Sachen Cloud zu verbuchen. Schade nur, dass der Begriff Cloud Computing, zumindest bei Google, erst ab dem ersten Quartal 2007, also seit fünf Jahren, relevant ist.

Sollten  die Koreaner also hier etwas geschummelt haben? Nein, wir werden nicht klagen (das überlassen wir Apple und Samsung), sondern freuen uns über handfeste Vorteile, die sich durch Cloud einstellen. Auch ist Cloud ja nicht vom Himmel gefallen, sondern der aktuelle Stand einer Entwicklung, die auch bei T-Systems weit vor 2007 angefangen hat und die selbstverständlich weitergeht. Und so werden wir sicherlich in 2012 zahlreiche Neuigkeiten rund um Cloud Computing erleben und über diese kontrovers schreiben und diskutieren.

 

Kommentare


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  • Tobias

    Cloud Computing wird die Zukunft werden oder ist ja schon mittlerweile schon längst angekommen denken wir Beispielsweise an die Apple Cloud! Was ich bei vielen Diskussionen um Datenschutz etc. merke ist das diese viel zu regional geführt werden und die meisten Politiker gar nicht begriffen zu haben das das Internet Global ist und das man mit einem Server in Indien eine Deutsche Seite betreiben kann!

  • Martin Reti

    @Tobias: Tatsächlich ist es dem Server egal, in welcher Sprache er den Service erbringt. Aus der Nutzerperspektive ist für mich entscheidend, dass der Service verfügbar ist, wenn ich ihn brauche. Und nciht zu vergessen: nicht alle Services dienen streng geheimen Zwecken.
    Wenn der Service down ist, würde mich eher der Gedanke beruhigen, dass mir schnell geholfen wird – egal aus welchem Land.

  • Stefan Spielbauer

    Bundes-Cloud?
    Das klingt sehr vielversprechend, auch wenn ich den Begriff zunächst ein wenig unglücklich gewählt finde, jedoch:
    Die südkoreanische Agentur NCIA gibt in einer Zwischenmeldung an, bisher über 45 Millionen Euro gespart zu haben – für einen Testlauf ein beträchtlicher Erfolg.
    Eine Bundes-Cloud ist begrüßenswert, siehe anderes Vorbild Frankreich.
    Letztendlich geht es in Summe darum, die Sicherheit beim Zugriff auf vertrauliche Daten zu gewährleisten.
    Letztendlich stellt sich auch die Frage, wie und was getestet wird.
    Das ist aber schon die nächste Diskussion …

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