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13. September 2013 Lösungen

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Thema verfehlt

Cloud Blog / 9. Dezember 2011

„Thema verfehlt – Sechs, setzen!“ Fast jeder kennt diesen Spruch – auch wenn er wahrscheinlich seit Jahrzehnten nicht mehr in deutschen Schulen verwendet wird. Exakt dieser Satz kam mir bei der Lektüre folgender Meldung „Microsoft will beim Datenschutz in der Cloud Maßstäbe setzen“ in den Sinn. Zuerst einmal kann man das „will“ kritisieren. Es sollte „möchte“ heißen. Und inhaltlich wäre dann zu hinterfragen, ob es denn tatsächlich so sei. Hier lese ich: „Die jetzt angekündigten Vertragsänderungen dürften jedoch die US-Behörden nicht daran hindern, ihre in diesem Anti-Terrorgesetz vorgesehenen Rechte wahrzunehmen.“ Das hört sich nach „ich war bemüht, aber die Umstände waren gegen mich“ an. Dabei ist das Motiv klar. Es war zwei Tage zuvor an gleicher Stelle zu lesen: „Zwar könnten US-Anbieter mit Cloud-Produkten weltweit gutes Geld verdienen, doch die zunehmende Beunruhigung in anderen Ländern über die Datensicherheit trübt diese Aussichten ein.“ Es geht ums schnöde Geld: Auf der einen Seite ist Datenschutz ein Innovationshemmnis, dass den Aufstieg von Google und Facebook zu Multi-Milliarden-Unternehmen verhindert hätte. Auf der anderen Seite sind Asien und Europa als Absatzmärkte für Cloudservices zu lukrativ.

Spannend auch, dass ein Professor für Recht bestehende Vorbehalte als Marketinggeschwätz abtut. Eventuell tut sich hier ja auch nur ein neuer Berufszwist auf. Nach Lehrer gegen Bauunternehmer („Zu viel Zeit, sich um Baumängel zu kümmern.“), Mediziner gegen Juristen („Eine Operation ist eine legalisierte Körperverletzung.“) nun also Marketingleute gegen Juristen. Dabei waren es doch Juristen, die vor Cloud mit Nicht-EU-Anbietern gewarnt hatten. Dass Marketingabteilungen solche „Steilvorlagen“ gerne aufgreifen, ist aus meiner Sicht nicht verwerflich, sondern ihr Job.

Doch zurück zu Fakten: Der Zugriff staatlicher Stellen sei diesseits und jenseits des Atlantiks möglich und rechtlich einwandfrei. Das sieht Frau Redding in Brüssel anders. Die Krux ist, dass ein nach US-Recht legaler Zugriff gegen hiesiges Recht verstößt.

Bleibt als letztes Argument: „Außerdem gebe es praktisch keine hiesigen Cloud-Anbieter, die nicht auf die eine oder andere Weise in den Vereinigten Staaten präsent seien, hieß es auf der Veranstaltung. Gegebenenfalls könnten die Behörden auf diese  Niederlassungen oder Tochterfirmen Druck ausüben und so das europäische Unternehmen dem Patriot Act unterwerfen.“ Gilt damit: Je eher ein deutsches Unternehmen und je weniger dieses Geschäft in den USA hat, desto sicherer sind meine Daten? Das „Druck ausüben“ hat für mich auch eine Tendenz Richtung „Recht des Stärkeren“ und das sollte sicherlich nicht das Ziel sein. Darüber besteht hoffentlich Einigkeit zwischen Marketing und Jurisprudenz.

 

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