Das glaube ich nicht …

Cloud Blog / 20. November 2011

…. so einfach kann das doch gar nicht sein. So die erstaunte Äußerung eines nicht genannt werden wollenden Cloud Nutzers. Stimmt. Denn meistens ist es auch nicht so einfach. Und das ist nicht nur das einzige Missverständnis, welches in der großen weiten Cloud-Welt kursiert. Fast im gleichen Atemzug wird in diversen Cloud Veranstaltungen neben:

  • “Mit Cloud Computing wird alles einfacher”

auch andere Statements fast gebetsmühlenartig wiederholt

  • “Mit Cloud Computing wird alles billiger”
  • “Cloud Computing ist unsicher”
  • “Daten bewegen sich immer und überall frei in der Cloud”

Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, dass ich an solchen Statements nicht ohne ein paar Kommentare vorbei gehen kann. Hier muss ich einfach einige meiner Gedanken “ausspeichern”. Und da das nicht zu allem gleichzeitig geht, fange ich damit an, dass mit Cloud Computing alles (viel) einfacher wird.

Naja, irgendwie stimmt das doch, oder? OK. auf jeden Fall scheint das so. Auf den ersten Blick habe ich mit den ganzen unangenehmen (IT-)Aufgaben nichts mehr zu tun. Ich muss keine Server mehr kaufen und in Racks schrauben. Natürlich entfällt auch die Installation von Betriebssystemen und Anwendungen. Ganz zu schweigen von dem ganzen administrativen und kommunikativen Aufwand, der in Unternehmen immer notwendig ist: den CIO überreden, verhandeln mit dem Einkauf, den Controller überzeugen und weitere angenehme Sachen ;-). Diese Aufgabe übernimmt ja dann der Cloud-Provider für mich. Natürlich nicht wortwörtlich, sondern nur im übertragenen Sinne versteht sich.

Aber muss ich mich dann wirklich um nichts mehr kümmern? Nicht wirklich! Auf jeden Fall solange wie ich den Service nicht nur als “Insel” betreiben will. Ich muss oder besser gesagt ich sollte mich um den georderten Service kümmern. So auf jeden Fall meine Einschätzung. Und kümmern heißt: Qualität überwachen, Verfügbarkeit sicher stellen, die Informationen des Providers für die internen Bereiche aufbereiten usw. Viel einfacher hört sich das für mich nicht an.

Wenn schon dies nicht einfacher wird, dann sind aber sicher die Cloud-Anwendungen a la SaaS deutlich einfacher (zu bedienen). Das kenne ich schließlich von meinem IPhone mit dem ich privat einige Cloud Services nutze. Deutlich einfacher als “früher”, oder?

Einfacher ist es schon. Aber das liegt an den Apps, die ich verwende. Und die müssen ja auch einfacher sein. Zum einen bietet mir mein Smart-Phone deutlich weniger Fläche als mein Computer-Bildschirm. Zum anderen habe ich darin auch nur eine begrenzte Rechenleistung zur Verfügung. Dadurch müssen sich die Entwickler entscheiden, welche Funktionalitäten wirklich sinnvoll sind und welche nur schmückendes Beiwerk. So wurde aus der Not eine Tugend und die oftmals mit Funktionalitäten recht überladende Anwendungen wieder etwas bereinigt. Aber wird es dadurch einfacher? Naja, vielleicht etwas ;-)

Mein kurzes Fazit: Durch Cloud Computing wird nicht alles automatisch einfacher. Aufgaben und (IT-)Komplexität verschieben sich nur. Verantwortlichkeiten ändern sich. Ergo, es wird anders. Panta rhei – alles fließt, wie der ein oder andere Philosoph sagen würde. Aber das ist doch schon immer so, oder?

Ihr Michael Pauly

P.S.: Beim nächsten Mal geht es dann darum, dass mit Cloud Computing alles billiger wird. Das ist doch so, oder etwa nicht?

 

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