Transparente Cloud

Cloud Blog / 19. April 2011

Transparenz ist ja allgemein als positiv anerkannt. So informiert man sich über die Nährwerte seines Essens, den Mineralstoffgehalt seines Wassers bis hin zu Nebeneinkünften und Abstimmungsverhalten seines Bundestagsabgeordneten. Natürlich gibt es auch Grenzen. So stellt sich bei uns wenig Begeisterung ein, wenn, wie in Schwedens „Taxerings- och förmögenhetskalender“, die Einkünfte aller Bürger veröffentlicht werden sollten.

Bei der Qualität von Clouddiensten gibt es qua Öffentlichkeit Transparenz. Es werden auch regional oder funktional begrenzte Störungen weltweit publik. Beispielhaft seien hier Amazon (Störung der Elastic Cloud an der US-Ostküste), Microsoft (keine https-Verbindung für Hotmail-Nutzer u.a. auf den Bahamas, den Kaiman sowie den Fidschi-Inseln) oder Google (leere Google-Mail-Konten bei rund 0,08 Prozent aller Accounts) genannt. Wahrscheinlich gab es noch mehr Störungen zwischen Ende Februar und März. Entsprechende Suchabfragen mit dem Namen des Diensteanbieters und dem Wort „Störung“ oder „Ausfall“ sollten diese ans Tageslicht bringen.

Jetzt fragt sich der eine oder andere besorgt, ob denn Cloud neben dem Datenschutz- und -sicherheitsaspekt nicht auch noch ein Zuverlässigkeitsproblem bei all den Ausfällen hat: „Das funktioniert ja gar nicht richtig.“ Also weg mit der Transparenz? Verwirrt sie den Kunden nur, weil eigentlich zuverlässige Dienste in einem „schlechten Licht“ dastehen und so die Bereitschaft, Cloud zu nutzen, sinkt? Im Gegenteil: Transparenz tut, auch wenn sie manchmal schmerzlich ist, not. Diese Erkenntnis ist auch nicht neu. Schon vor Jahren hatte ich eine Diskussion mit einigen unserer Servicemanager. U.a. kam dabei zur Sprache, dass Kundentermine zu einem Monat mit SLA-Verletzungen (und damit eventueller Pönale) oftmals die produktivsten und erkenntnisreichsten seien. In vielen Fällen kann man nämlich aus den Fehlern lernen (alte Volksweisheiten stimmen auch in modernen IT-Zeiten). Die beste bzw. mir am deutlichsten in Erinnerung gebliebene gemeinsame Erkenntnis eines solchen Ausfalles war, dass er gar nicht so gravierend wie ursprünglich gedacht war. Der Service war einfach einmal mit einem zu hohen SLA und damit entsprechender Architektur zu entsprechenden Kosten verbunden worden. In der täglichen Praxis, so stellte sich jetzt heraus, brauchte das so kein Mensch. Die SLAs wurden entsprechend angepasst und der Preis konnte gesenkt werden.

Sicherlich nur ein Beispiel. Aber es zeigt, dass Transparenz immer hilfreich ist. Und so empfehle ich jedem vor der Nutzung eines Cloudangebotes die entsprechenden Statusseiten oder Blogs der Public Cloud Anbieter oder ein entsprechendes Reporting vom Private Cloud Anbieter anzusehen. Anhand dieser Erkenntnisse kann man abwägen, ob der Einsatz eines Clouddienstes im aktuell geplanten Einsatzfall sinnvoll ist oder nicht.

 

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