Die CeBIT. Unendliche innovative Weiten (so die Erwartung). Und mitten drin eine unerschrockene Truppe von IT-lern auf ihrem Weg zu neuen, technischen Welten. Und dann plötzlich Wolken. Überall Wolken.
“Was ist denn nun Cloud Computing?” Antwort: “Alles, was ich nicht selber machen muss” ”Aha, und was ist dann das Neue dran?” ”Nichts …” – für diesen Dialog kann ich Ohrenzeugen benennen ;-)
Ob das eine Einzelmeinung ist? Die Aussteller auf der Cebit sehen das anders: Cloud Computing ist hip, ist cool und ultramodern. Und wenn ich in die Cloud einsteige und mitmache, bin ich ganz obern auf der Wolke, Verzeihung: Welle, oder? Naja, wenigstens so lange, bis mich die Realität der IT wieder zurück auf den Boden der Tatsachen holt. Sozusagen vom Cloud Computing wieder zum Ground Computing.
Aber mal ehrlich. Cloud Computing ist doch innovativ, oder? Ok. Wenn ich den Einsatz von Virtualisierungssoftware und die Einspeisung von „IT-Services“ (natürlich hängt es davon ab, wie ich einen IT-Service definiere ;-)) in die Wolke als innovativ ansehe, dann auf jeden Fall. Ansonsten würde ich Cloud Computing als “normale” IT-Entwicklung ansehen.
OK, aber das Nutzungsmodell ist doch innovativ, oder? Fürs Business auf jeden Fall. Die Geschwindigkeit und Dynamik, mit der die IT nun die Businessprozesse unterstützten kann ist auf jeden Fall neu. Inwieweit nun auch die Geschäftsprozesse diese Flexibilität und Dynamik aufnehmen und sich entsprechend innovativ “verbessern” bzw. “ändern”, ist noch abzuwarten.
Aber Cloud Computing bietet doch die Basis für (neue) Innovationen (soweit es “neue” Innovationen überhaupt gibt ;-))? Sicher, mit Hilfe der Cloud kann ich meine Ideen realisieren, sofern sie durch “Standardlösungen” unterstützt werden können. Völlig neue Lösungen wird man mit Hilfe Cloud Computing nicht aus der Taufe heben können. Und Innovationen, so die langläufige Meinung, brauchen irgend etwas Neues, was es bis dahin so noch nicht gab. Und dieses “Neue” lässt sich vergleichbar einer Legowelt nicht einfach durch Zusammenfügen von Standardprodukten erreichen. Obwohl … die Anzahl der Kombinationsmöglichkeiten ist schon riesig groß. Oder wir überdenken einfach unsere Definition von Innovation.
Mein Fazit: Cloud Computing ist fürs Business eine Innovation. Jedoch darf ich die Wolke nicht als (automatische) Basis für weitere Innovationen sehen. Denn technologische Sprünge darf ich durch die Anwendung von bzw. durch die Kombination von standardisierten IT-Services nicht erwarten. Aber das ist ja auch nicht der Anspruch, mit dem Cloud Computing antritt. So mein Verständnis. In diesem Sinne. Bleiben Sie innovativ. Und vergessen Sie nicht: Innovation liegt – wie so vieles – im Auge des Betrachters.
Ihr Michael Pauly












Die Sonntagslinks – KW10 | Geschäftsprozessmanagement in der Wolke
14. März 2011 22:50
[...] Wie innovativ ist die Cloud? Lesenwerter Beitrag über (Pseudo-)Innovation aus der Wolke auf dem T-Systems [...]