Was steckt hinter der Cloud?

Cloud Blog / 4. März 2011

Gerade erst, so scheint es, hat man in missionarischem Eifer geschafft zu verkünden, „was“ Cloud Computing ist, da stellen die ersten die Frage nach dem „wie“ (wird denn Cloud produziert?). „Was ist denn das für eine Frage?“, werden die Experten sich jetzt wundern. Neulinge und Skeptiker aber nicken zustimmend und sagen: „Das möchten wir schon länger wissen, und keiner hat eine richtige Antwort.“

Wie komme ich zu der Frage? In einem Interview mit der TU Darmstadt gab es unter der Überschrift „Cloud Computing und andere Architekturparadigmen“ die Frage nach SOA und Grid. Was verstehen sie darunter und wie ist die Angrenzung zu Cloud Computing? Die Antwort auf den ersten Teil der Frage ist noch einfach: Anhand des eigenen Wissens eine kurze Definition formuliert, gegen Wikipedia abgeglichen und (sicherheitshalber) vom Kollegen im Nachbarbüro bestätigen lassen.

Wie aber grenzen sich SOA und Grid von Cloud ab? In der populären, weil guten Definition von Cloud des NIST tauchen weder SOA noch Grid auf. Überhaupt ist die Sicht des NIST eine Kundensicht. Welche Merkmale hat Cloud bzw. welche Vorteile bieten sich mir? Der Weg, auf dem ich das erreiche, wird nicht erwähnt. Also kann ein Cloud Service mittels SOA und/oder Grid „produziert“ werden, muss es aber nicht.

Apropos muss: Muss es mich eigentlich interessieren, wie mein Service oder ein Produkt zustande kommt? Bei meinem Auto habe ich auch nur grobe Vorstellungen von der dahinterstehenden Fabrik. Interessant ist so eine Werksbesichtigung sicherlich. Sonst gäbe es z.B. die Autostadt nicht. Aber kaufe ich mein nächstes Fahrzeug beim Hersteller mit der besten, schönsten, effizientesten Fabrik? Sicher nicht. Und so geht es mir mit vielen Produkten. Anders sieht die Welt z.B. beim Strom aus. Hier zeigt die Nachfrage nach Ökostrom, dass die Art und Weise der Herstellung für ein Produkt bzw. einen Service das Kaufkriterium sein kann. Auch bei Nahrungsmitteln ist die Art und Weise der Herstellung zunehmend entscheidend. Eier mit der „0“ (= Freilandhaltung mit Biofutter) bzw. „1“ („nur“ Freilandhaltung) stehen beim Verbraucher hoch im Kurs.

So ist es wohl auch mit Cloud Computing. Überall entstehen neue Rechenzentren. Der  Bedarf nach Services aus der Cloud muss schließlich gedeckt werden. Die “globale” Frage nach der Umweltverträglichkeit sollten sich also Cloudnutzer und –anbieter stellen. Technische Details zur Erbringung, Stichworte SOA und Grid, aber müssen den Nutzer nicht unbedingt interessieren. Der Komplettservice steht im Vordergrund. Vielleicht macht der Fokus auf den Kundennutzen ja gerade auch den Erfolg von Cloud Computing aus. Auch wenn wir ITler natürlich jedem gerne von der Technik dahinter erzählen.

 

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