Cloud in der Lizenzfalle?

Cloud Blog / 30. November 2010

Die Auseinandersetzung zwischen Oracle und SAP mit dem Urteil der letzten Woche zeigt mit welcher Härte Softwarehersteller am Markt agieren. Auch wenn man aus hiesiger Sicht die persönlichen Rivalitäten führender Köpfe der Unternehmen und die bekannt hohen US-amerikanischen Strafen berücksichtigt, so bleiben 1,3 Mrd. Dollar (fast eine Mrd. Euro) ein stolzer Betrag.

In einigen Kommentaren wird deshalb auch ein detaillierter Blick auf die Kontrahenten, insbesondere Oracle, bzw. die Softwarehersteller allgemein geworfen. Interessanterweise waren es Wartungsservices, die den Streit bzw. Streitwert verursachten. Dazu passt natürlich, dass sich mit Microsoft der Leitwolf der Branche  gerade neu erfindet. Weg vom Lizenzgeschäft, hin zum Serviceanbieter. In der Cloud natürlich. Wie radikal ein solcher Wechsel für Softwarehersteller sein muss hat Martin Reti anhand der Margen ja schon erläutert. Manche prophezeien deshalb schon den Untergang der Branche.

Aber halt. Die Softwarehersteller haben eine der Musikindustrie vergleichbare Position. Diese verweigert sich aktuell dem Thema Streaming, obwohl die Größen der Branche mit neuen Rechenzentren und Services loslegen möchten.

Der Hebel der Softwareriesen heißt Lizenzen. Fast jeder Anbieter von SaaS nutzt in irgendeiner Weise Produkte der etablierten Anbieter. Diese haben damit alle Möglichkeiten, Cloudservices zu „steuern“. Was erlauben wir, was erlauben wir nicht und zu welchen Konditionen? Im Zweifel wird man die Möglichkeiten so gestalten, dass man selbst beste Voraussetzungen hat, Cloudservices anzubieten. So wird der Umbau vom Lizenzgeber zum Serviceanbieter gelingen. Im Gegenzug können reine Serviceanbieter, auch wenn sie noch so gute Ansätze haben, schwer die Fesseln der gängigen Lizenzen lösen. Schließlich drohen bei Verstößen Klagen der Hersteller. Und die können teuer werden.

 

Kommentare


Ausschlussklausel für Haftung: Diese Kommentare zu unseren Beiträgen spiegeln allein die Meinung einzelner Leser wider. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt T-Systems keinerlei Gewähr.
Kommentar verfassen

Verpflichtende Angaben *

Mit dem Absenden des Kommentars akzeptieren Sie unsere Kommentar-Policy.

a) Leser sind herzlich zum Kommentieren eingeladen.

b) Kommentare sollten den Wert des Weblogs erhöhen.

c) Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Kommentare erst nach Prüfung frei schalten.

d) Kommentare, die nichts mit dem Thema des Beitrags zu tun haben, offensichtlich Urheberrechte verletzen, beleidigenden Inhalt oder persönliche Angriffe enthalten, werden gelöscht.

e) Links können gerne eingebunden werden, sollten aber zum Thema des jeweiligen Blog-Postings gehören. Links zu anderen Webseiten oder Blogs, die nichts mit dem jeweiligen Blog-Posting zu tun haben, werden als Spam angesehen und gelöscht.