Wenn der Desktop verdunstet

Cloud Blog / 27. September 2010

„Wie hängen eigentlich Cloud Computing und Desktop Virtualisierung zusammen?“ Für jemanden der sich, gemäß seiner Vita, intensiv in den letzten Jahren mit Desktop Virtualisierung beschäftigt hat und nun hier zum Thema Cloud schreibt, eine ziemlich blöde Frage. Ich räume – etwas weniger selbstkritisch – ein: Ich stelle mir die Frage einfach reichlich spät.

Auslöser war eine Diskussion mit einem Kollegen am 23. September beim „Desktop der Zukunft“ der Computerwoche. Ich hatte ihn in meinem Vortrag „abgehängt“.  Bei der Antwort hätte ich es mir leicht machen können: Desktop Virtualisierung war 2008 und 2009 ein Hype der Desktop Professionals und Cloud Computing ist der aktuelle Hype für Consumer und Unternehmen. Diese Antwort habe ich mir dann doch verkniffen und, dem Ende der Kaffeepause sei Dank, mich in den nächsten Vortrag gerettet. Die Frage hat mich dennoch nicht losgelassen. Oft sind ja die einfachen Dinge die schwierigen. Also einmal ganz langsam:

Cloud Computing ist, verkürzt gesagt,  die dynamische, skalierende und nutzungsabhängig berechnete Bereitstellung von IT-Ressourcen (eine gute ausführliche Definition findet sich hier). Die für den Desktop relevante Ausprägung ist sicherlich Software as a Service. Beispielhaft seien Google Apps oder Salesforce.com genannt.

Desktop Virtualisierung hieß früher Server based Computing und verlagert den Desktop (OS, Anwendungen und Daten) von einem lokalen Personal Computer ins Rechenzentrum. Man kann mittels Thin Client auf seinen Arbeitsplatz zugreifen.

In den Definitionen offenbart sich ein entscheidender Unterschied: In der Cloudwelt ist der Zugriff nicht diskutabel, sondern immer browserbasiert. Endgeräte werden nicht betrachtet. Zentralen Leidensdruck bei Desktop Virtualisierung bereitet dagegen das Endgerät. Der klassische PC mit Windows, Office etc. wird als unsicher, schwer managebar und letztendlich als zu teuer gebrandmarkt. Das mündet dann auch in der diskreditierenden Bezeichnung „Fat Client“, die im fitnessverrückten Amerika von den Gegnern dieses Modells sicherlich nicht ohne Hintergedanken gewählt wurde. Spaßig von einem weiteren Referenten zu hören, dass „fett“ in der heutigen Jugendsprache für „toll, stark, gut“ steht. Die Zeiten ändern sich.

Eventuell ist das Bild des Fernsehkonsumenten passend. Die Anbieter von freiem, grundverschlüsselten und verschlüsselten SD- und HD-Angeboten ergänzt um Video on Demand stehen für Cloudservices. Die Desktop Virtualisierer haben, wenn auch nicht ausschließlich, auch den armen Fernsehkäufer im Blick, der heute mindestens drei Endgeräte (Receiver) mit entsprechenden Adaptern und Karten benötigt, um die volle Herrlichkeit des TVs genießen zu können. Aber auch hier ist ja Besserung in Sicht.

 

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