Ja, wo laufen Sie denn?

Cloud Blog / 27. Mai 2010

Ich kann nicht mehr genau sagen, wie Loriots Charakter hieß, der so herrlich dösbaddelig auf der Rennbahn stand und durch das Fernglas spähte: “Wo laufen Sie denn, wo laufen Sie denn hin?” Aber ich fühle mich anno Cloud Computing stark an ihn erinnert.

Immer wieder kursieren Listen durch alle verschiedenen virtuellen und realen Räume, in denen die Zuordnung beliebiger Projekte zu Deployment und Delivery Models vorgenommen wird. “Projekt Vendorpartner ist eine public Cloud PaaS, während CustomerACME ein private cloud SaaS ist”. Etcpp.

Scheint schon so was wie eine Zwangsneurose zu sein. Vielleicht gibt sogar die Brigitte demnächst eine dieser praktischen Drehscheiben heraus, in denen man sich seine Wunschcloud-Kombi zusammenkurbeln kann – mit passender Anbieterauswahl, versteht sich.  Ich werde versuchen, so was als giveaway machen zu lassen ;-)

Aber je mehr die Kundenprojekte um der Klarheit und Ordnung willen argumentativ hin- und hergeschoben werden, desto geringer der Mehrwert – und die Klarheit. Aber andererseits: Brauchen wir diese Ordnung überhaupt? Zählt nicht eher der Nutzen, der dabei herausspringt, egal, wie das Kind nun heißt?

Und überhaupt … wenn sich ein Unternehmen mit bestehender IT-Landschaft für ein public Cloud-Angebot entscheidet, hat es dann automatisch eine hybride Cloud kreiert? Oder braucht man da zusätzlich noch ein bisschen Kleber oder eingekaufte Kleberproduzenten? Wo ist sie denn, die hybride Cloud? Ich meine, rein physisch. Aus meiner Sicht haben wir hier die höchste Stufe der Virtualisierung erreicht. Eine Cloud, die eigentlich physikalisch gar nicht existiert. Wie so ein Neutrino … gibt´s wohl irgendwie, aber man kann es nicht anfassen.

Oder haben Sie einen Vorschlag, wo die hybride Cloud lebt? Ist sie Bestandteil der eigenen Rechenzentrums-Kapazitäten oder der des Providers: des langjährigen Outsourcing-Providers, der die Wolkenkapazitäten dazu integriert oder des neuen Cloudproviders, der seine Rechenzentren in den Schwaden der globalen Cloud unterhält? Oder hat sie ihre eigenen Server – access only for hybrids. 

Oder lebt die hybride Wolke am Arbeitsplatz des Nutzers? Womöglich darin, dass er Daten mit STRG+C, STRG+V von einer Anwendung (public) in die andere (klassisch oder privat) importiert? Oder existiert sie in den Kabeln des Netzes – wo sich ja quasi dauernd auch ein beachtlicher Teil der Daten tummelt. Eng wird´s da langsam …

Bitte helfen Sie mir. Ich möchte doch nicht rufen müssen: “Ach, ist das schön, ach, ist das schön, ach, ist die Wolke schön grün …”
“Bei mir ist alles dunkel” – aber vielleicht halte ich das Glas auch nur falsch herum …

Auf Ihre Ideen freut sich

Martin Reti

 

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