Andreas Raschendorfer
21. Dezember 2015 0
Automotive

PLM aus der Cloud – nur Vorteile, oder was?

Fachleute machen sich Gedanken wie der Engineering Prozess verbessert werden kann – in der Fachabteilung, wie auch auf Seiten der IT. Interessant, was alles in der Manufacturing Industry aktuell diskutiert wird. Schnelleres Time-2-Market, noch mehr Varianten, Batch Size 1, Intelligenz im Produkt durch Software oder System Perspektive in jedem Punkt des Life Cycles. Alternativer und flexibler PLM Servicebezug ist das hier überhaupt machbar – und wenn ja, warum? Unweigerlich kommt einem die Cloud in den Sinn, die ja nun in unterschiedlichster Form in vielen Communities diskutiert wird. Hier tut sich offenbar was.

Hier ein paar Anregungen, die mir als PLM Consultant dabei „über den Weg gelaufen“ sind:

Innovationen & Cloud

PLM Cloud kann generell einen guten Ansatz für eine offene Innovationsplattform darstellen: unternehmensintern oder weiter gedacht auch als Extended Enterprise – Plattform. Die Cloud sollte dabei so auswählt werden, dass sie fähig ist, mit den Anforderungen der Organisation bzw. des Projektes zu wachsen – und bei Bedarf auch wieder zu schrumpfen. Wichtig ist: dass der richtige „Content“ für den Kunden und seine Innovationspartner jederzeit einfach, schnell und sicher verfügbar ist. Content, der für diverse Zwecke benötigt wird: zum Beispiel für Analyse- und Suchzwecke. Daten und Informationen müssen auffindbar, visualisierbar und wiederverwertbar sein. „Gemanaged“ eben. Hat man so eine Plattform erst einmal im Einsatz, wird das zu verbesserter Effektivität und Effizienz im gesamten Prozess führen: Einfacherer Zugriff, neue Formen der (Ad hoc) Zusammenarbeit, neue Zielgruppen und Ideengeber fürs zukünftige Produkt usw. Dann sind plötzlich andere Szenarien, Innovationen möglich.

Mittelstand vs. Großkonzern

Eine Cloud ebnet den Weg für den Mittelstand ins Paradies der neuesten Technologie. Stimmt doch. Vielfach ist es so, dass der große Konzern mit seinen eigenen Technologie-Assets stets einen Vorsprung gegenüber dem Mittelstand hat. Er kann selbst, wenn nötig, skalieren und hat oftmals die Ressourcen, um auch das Wissen von Spezialisten vernünftig intern einzusetzen, ohne dass Leerlauf entsteht. Das kann der Mittelständler nicht. Die Eintrittskarte in eine komplette PLM/PDM Infrastruktur vom Prozess über die Business Domain in die Autorensysteme bis zum Daten Management und der Infrastruktur war und ist eben eine sehr komplexe und eine sehr teure Option – vor allem weil man alles selber machen muss. Lock In – Effekt inklusive.
Der Konzern kann es sich eher leisten, der kleinere Mittelständler sicher nicht. Eine schwere Ladung CAPEX in den Büchern wird schnell zum Mühlstein in der Bilanz. Was also tun? Gibt’s da eine Alternative zur „Schrankware“, High Performance Infrastruktur und Spezialisten, die beide aber nur zu 30% ausgelastet sein werden, im mittelständischen Kontext? Ja, gibt es – Stichwort: PLM Cloud, mit einem vielversprechenden Business SLA für den Engineering Prozess. Klingt gut? Ja, wenn die TCO stimmt und fair hergeleitet ist.

Besserer End2End Support mit einem Business SLA

Der Software-Bezug aus der Cloud kennt (bald) keine Grenzen mehr. Unternehmen können flexibel die benötigte Software beziehen oder eben auch flexibel abbestellen. Nicht innerhalb von Jahren (On Premise) sondern innerhalb von wenigen Tagen oder Stunden. Früher war das Unternehmen gefangen. Einmal einen IT Stack gekauft, musste die Umgebung stets auf Maximallast ausgelegt werden – auch wenn gemittelt nur die Hälfte der tatsächlichen Ressourcen übers Jahr hinweg benötigt wird.

Unternehmen sehen das Thema Cloud auch nicht nur unter Gesichtspunkt der Kosten. Es geht darum, die Möglichkeit zu besitzen, im Bedarfsfall zu skalieren. Wer will sich schon intern alle Disziplinen des ITIL SLA Management ans Bein binden, diese unangenehmen Release-Themen, Security Audits, Backups, Sizing und 24/7 Service Desks. Das alles zu managen, ist sicherlich keine inhaltliche Kernkompetenz und kann transparent aus der Cloud bezogen werden.

Herzliche PLM-Grüße
Andreas Raschendorfer

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