Hermann Hänle
20. Oktober 2015 0
Automotive

Die neue Lust am Autofahren

Von A nach B fahren, parken, aussteigen? Old fashion. Autofahrer von heute erwarten ein bisschen mehr von ihrem Auto. Die Automotive-Branche stellt sich darauf ein.
„MEIN Auto teilen? Ich bitte Sie …“
Der gesellschaftliche Wandel hin zum Teilen ist einer der großen Trends unserer Gesellschaft. Doch um das Auto macht die Freude des Teilens einen großen Bogen. Nicht einmal, wenn wir die viel beschworenen Millenials zwischen 18 und 34 Jahren bemühen. Auch die stehen nach wie vor auf ihr „heilix Blechle“. Und zwar möglichst ihr eigenes. Ungeteilt. Laut der kürzlich erschienenen Automotive-Zeitgeist-Studie ist für 44 Prozent der Millenials das Auto immer noch das alltägliche Hauptverkehrsmittel. Deutlich vor dem öffentlichen Nahverkehr (16 Prozent) – vor dem wiederum noch Schusters Rappen liegt (20 Prozent) ;). 65 Prozent besitzen mindestens ein Auto und nur 22 Prozent teilen es auch regelmäßig mit anderen Nutzern.

Ansprüche an das Auto steigen

So weit also alles beim Alten. Aber tatsächlich wandeln sich die Ansprüche an das Auto. War früher der Fahrer im Wesentlichen verantwortlich und delegierte nur Teilaufgaben an die Mitfahrer („Schaut mal, ob ihr da irgendwo einen vernünftigen Parkplatz/das Straßenschild findet“), so haben Navi & Co. bzw. die Möglichkeiten moderner ICT die Latte der Erwartungshaltung an den rollenden Butler dramatisch angehoben. Autos heute sollen automatisch freie Parkplätze ansteuern oder von selbst einparken. Das zumindest kann sich ein Drittel der Millenials als Auto-Mehrwert vorstellen. Und 24 Prozent wünschen sich, dass passende „Empfehlungen“ (sprich ortsgebundene, personenspezifische Werbung) in das Navi eingeblendet werden.

Auto wird der „dritte Lebensraum“

Der Gedanke dahinter: Neben dem Arbeitsplatz und der eigenen Wohnung verbringen Menschen nunmal einen großen Teil ihrer Zeit in Autos. Und dann wird über kurz oder lang auch das Bedürfnis entstehen, dass man während der „Autozeit“ auch ähnlichen Komfort wie in Büro oder im Heim erlebt. Das bringt uns dann direkt zu den beiden Hypethemen der Automobilbranche: Connected Cars und autonomes Fahren.

IT-Messe von BMW

Dieser Fokus auf den Autonutzer ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt der Themen, die OEMs bewegen. Für die BMW IT Messe diese Woche in München haben wir u.a. auch die Themen Industrie 4.0 oder Händlerlösungen im Gepäck. Den Vortrag, den mein Kollege Marco Geraci gemeinsam mit Stefan Ponikva von BMW und Florian Biechele von BurdaNews halten wird, fokussiert aber auf die angenehmen Seiten des Seins: „Der Weg ist das Spiel“ stellt das Connected-Drive-Angebot von BMW in den Mittelpunkt. Das richtet sich weniger an Millenials als eher an Familien.

Wozu aussteigen?

Das Auto wird mit den Lösungen mykidio und Smart Home zu einer Art rollender Außenbasis der Wohnung. Mykidio macht Autofahrten unterhaltsamer, Smart Home erlaubt (wie schon von Familie Heins vorgeführt) den Zugriff auf die Haustechnik. Gerüchteweise wollen die ersten 6-Jährigen das Auto wegen myKidio nicht mehr verlassen. Eine Zeitung berichtete von dem kleinen Martin, der erst einmal komplett durch Shaun, das Schaf schauen wollte, bevor er aussteigt. Damit kann die Garage dann vermutlich weitervermietet werden. Neue Geschäftsmodelle durch Digitalisierung 😉

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