Hermann Hänle
28. April 2015 0
Automotive

Datenbrille trifft Automotive

Vor kurzem verkündete Google das Aus für seine Datenbrillen. Doch die Automobil-Industrie freundet sich mit dem Wearable gerade an – und entdeckt sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten. Das offenbart unter anderem einen Blick nach Fernost.

In China tanzt der Auto-Panda

China als Automobilmarkt? Das Land der Rikschas und Fahrräder? Was vor zehn Jahren noch wie ein guter Witz klang, ist Dank des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Volksrepublik schon lange keine Utopie mehr: China hat sich zum größten Automobilmarkt der Welt gemausert. 2014 wurden dort knapp 20 Mio. neue Autos verkauft. Und das obwohl das dritte Quartal 2014 mit einem Wachstum von 7,3 Prozent das schwächste seit der Finanzkrise war. Zum Vergleich: Auch der deutsche Markt erlebte 2014 wieder ein Wachstum – drei Prozent auf knapp über drei Mio. zugelassene Neuwagen. Der VDA prognostiziert einen Absatz von 76,4 Millionen Neuwagen für 2015 – ein Wachstum von 2 Prozent.

Shanghai Automesse

In Fernost spielt die Musik des Autoabsatzes. Deutsche Automobil-Hersteller haben das längst erkannt, produzieren seit Jahren vor Ort und haben sich sowohl in Hinblick auf die Zusammenarbeit, als auch auf das HR-Management darauf eingestellt. Nach den großen Messen in Detroit, Genf und Frankfurt rollt Ende April (22.-29.4.) nun der internationale Messezirkus nach China. Die Auto Shanghai findet alle zwei Jahre statt und bot 2013 auf 280.000 Quadratmetern 2.000 Ausstellern Platz, um ihre Neuheiten und Ideen zu präsentieren. Ein schwächeres Interesse ist 2015 kaum zu erwarten.

Datenbrille im automotive Einsatz

Eine der Neuheiten – wiederum von der Kante IT und Automobil – wird BMW dort präsentieren: Auto trifft Datenbrille. Nachdem der bayrische Automobilbauer Ende letzten Jahres in den USA die Datenbrille für die Kooperation zwischen Qualitätssicherung und Entwicklung getestet hatte, kommen nun auch Mini-Fahrer in Kontakt mit der Augmented Reality. Auch in schwierigen Verkehrssituationen behält der Fahrer dank der Brille den Überblick: Tempolimit, Navigation, Geschwindigkeit – ein Blick die Armarturen ist nicht mehr nötig. Ein Gimmick, über das sich viele Autofahrer (vermutlich aber Mini-Fahrer am wenigsten ;)) freuen werden: Beim Einparken erlaubt die Brille den Blick ans Heck, damit das Auto nicht in Konflikt mit Bordstein oder Nachbarauto gerät.

IT verschmilzt mit Automotive: Datenbrille mit Perspektiven

Einst als Spielerei verschrieen erobern sich Datenbrillen damit ihre Nischen in der Automobil-Szene: Neben dem Einsatz in der Fertigung und als Fahrhilfe kann sie beispielsweise auch genutzt werden, um das leidige Blättern im Handbuch zu ersetzen – das wurde auch auf der Cebit gezeigt. Kaum vorstellbar, dass damit das Ende der Möglichkeiten schon erreicht ist. Vielleicht wird die Brille sogar eine Bedieneinheit für das Auto – das damit außerhalb gesteuert werden könnte? Die Grenze zwischen Traum und Realität verwischt zusehends.

Automotive Grüße
Hermann Hänle

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