Hermann Hänle
12. Februar 2017 0
Automotive

Autonome Disruption

 

Die Menschheit hatte schon immer große Träume – vom Glück und vom Fliegen beispielsweise. Oder von gegartem Essen. Einer der brandaktuellen Träume ist – wie schon das Fliegen – mobiler Natur: der Traum vom autonomen Fahren.

 

Blick nach Fernost

Kaum eine Woche vergeht ohne neue Meldungen zum autonomen Fahren. Dabei schielen wir natürlich gerne auf Deutschland und freigegebene Autobahnabschnitte oder auch in die USA, wo mancher von den „new kids on the road“ wie Apple, Tesla und Google Wunderdinge erwartet. Kaum einer lässt seinen Blick aber nach Fernost schweifen.

Ein Fehler – denn dort ist nicht nur der Hang zu „elektronischem Spielzeug“ jeder Größenordnung  und umfassender Vernetzung geradezu Kulturmaxime, sondern dort leben bekanntermaßen ausgesprochen viele Menschen.  Und in der Automobilbranche bewegt sich ungeheuer viel – angetrieben von hierzulande so unbekannten wie unaussprechlichen Unternehmensgiganten. Der große Treiber ist China, immerhin der größte Automobilmarkt der Welt, auf dem 2016 laut VDA weit über 7 Mio. Fahrzeuge abgesetzt wurden (so viele wie in den USA und Japan zusammen).

Wo die USA Uber und Lyft haben, hat China Didi Xuching. Der Fahrtenvermittler vermittelt täglich 11 Mio. Fahrten in 400 chinesischen Städten und verfügt über rund 300 Mio. Kunden. Kein Wunder also, dass Apple, ausgestattet mit unvorstellbaren Geldmengen, kurzerhand eine Milliarde Dollar in Didi Xuching investierte http://www.car-it.com/apple-beteiligt-sich-an-didi-chuxing/id-0045949 .

Automobiles Ökosystem in Bewegung

Was zeigt: Das automobile Ökosystem ist global in Bewegung geraten – und noch ist keineswegs klar, wer die Gewinner und wer die Verlierer sein werden. Klar ist nur eines: Jeden Tag kommen neue Mitspieler hinzu, die in der disruptiven Ära auf Erfolg hoffen, wie 1848 die Goldgräber in Kalifornien: OEMs, Zulieferer,  IT-Unternehmen verschiedener Couleur, Car Sharer, Mietwagenfirmen …

In diesem Entwicklungen müssen die OEMs keineswegs die Verlierer sein, denn – ob autonom oder nicht: individuelle Mobilität braucht auch entsprechende Vehikel, aka Autos (zumindest solange die Massentransportsysteme noch nicht so flexibel sind). Diese Autos müssen aber – auch – in neuen Geschäftsmodellen  auf die Straße gebracht werden. Und dazu braucht es eben Partnerschaften – neben Didi XuChing kommt ein Beispiel aus den USA, wo GM mit Lyft partnert, um autonome Taxis zu realisieren http://www.gruenderszene.de/allgemein/lyft-500-millionen-gm .

 

Das autonome Taxi

Autonome Taxis? Weithin unbeachtet bedeutet das autonome Fahren für Taxiunternehmen wahrscheinlich einen Umbruch erklecklichen Ausmaßes. Wer braucht einen Taxifahrer, wenn das Auto selber fahren kann? Wer braucht eine Taxizentrale, wenn eine App die Steuerung der Flotte übernimmt? Wer braucht eine Führerschein oder eine Fahrerzulassungsprüfung …? Solche Fragen beweisen sehr anschaulich, was Disruption bedeutet.

Auf dem Campus der Universität in Seoul ist ein solches Taxi, namens Snuber, bereits im Einsatz http://www.welt.de/motor/article151039988/Robotertaxi-kutschiert-Studenten-ueber-Seouls-Campus.html . Ok, keine Ampeln und Maximaltempo 30. Aber es funktioniert. Unfallfrei bislang. Bestellung per App. Und ok, ein Mensch sitzt (oder sollte man besser sagen: döst) dort hinter dem Steuer. Aber das ist lediglich ein Tribut an unser Misstrauen gegen die autonomen Maschinen – das sich noch in Gesetzen manifestiert. Aber wie lange wird das noch anhalten?

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich freue mich auf meine erste autonome Taxifahrt – wenn ich dann etwas gebrechlicher bin. Bis dahin träume ich weiter und nutze das Rad oder ein klassisches Taxi oder ein Car-Sharing-Angebot oder das eigene Auto … 😉

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